Montag, 11. März 2013, 22:50 Uhr

Deutsche halten sich für überdurchschnittlich gutaussehend

Hässlich oder schön: Bei ihrem Aussehen schätzen sich die Deutschen sehr positiv ein. Auf einer Skala von 0 (hässlich) bis 100 (schön) sahen sich die Teilnehmer einer repräsentativen Umfrage bei durchschnittlich 69,1.

“Der Deutsche sieht sich überdurchschnittlich als schön an”, meinte am Montag der Psychologe Prof. Jürgen Margraf von der Ruhr-Universität Bochum. Er hatte zusammen mit Kollegen der Universität Basel psychologische Gründe für den Gang zum Schönheitschirurgen erforscht und die Umfrage in Auftrag gegeben. 550 gesondert befragte Patienten vor einer Schönheits-OP sahen sich auf der Skala bei 66,6 Prozent.

Nach der OP stieg ihre Einschätzung um fast zehn Punkte, wie Margraf betonte, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychologie ist.

Die Patienten zeigten mehr Lebensfreude, Zufriedenheit und Selbstwert, nachdem ihr physisches Erscheinungsbild chirurgisch verändert worden war.

Die Forscher untersuchten, ob sich Patienten, die sich einer Schönheitsoperation unterziehen, systematisch von anderen Menschen unterscheiden, welche Ziele sie sich vor der OP setzen und ob sie diese danach erreichen.

Die Wissenschaftler verglichen 544 erstmals operierte Patienten mit zwei weiteren Gruppen: einerseits mit 264 Personen, die sich früher eine Schönheitsoperation gewünscht hatten und sich dann doch dagegen entschieden; andererseits mit rund 1000 Menschen aus der Allgemeinbevölkerung, die sich nie für eine solche Operation interessierten.

Der Wunsch nach einem besseren Aussehen aus ästhetischen Gründen tritt meist bei jüngeren Menschen mit einem leicht überdurchschnittlichen Einkommen auf. Frauen repräsentieren 87 Prozent aller Patienten, die sich für ästhetische Chirurgie entscheiden. Insgesamt gab es zwischen den drei untersuchten Gruppen keine nennenswerten Unterschiede in psychologischen und gesundheitlichen Variablen wie etwa psychischer Gesundheit, Lebenszufriedenheit oder Depressivität. (dpa/KT) 038

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