Dienstag, 12. März 2013, 22:49 Uhr

"Unsere Mütter, unsere Väter": Alles über ein neues tabuloses Weltkriegs-Epos

Fünf junge Freunde und ihr Lebensschicksal von 1941 bis 1945: Drei von ihnen müssen an die Ostfront, zwei bleiben in Berlin. In dem großen Fernseh-Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter” der ab Sonntag, 17. März gesendet wird, geht es um Kriegsjahre, die in den exemplarischen Lebensläufen der fünf ihre Spuren hinterlassen.

Jahre, die auch die Generation unserer Eltern, Großeltern oder Urgroßeltern geprägt haben.

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Unter der Regie von Philipp Kadelbach spielen Volker Bruch, Tom Schilling, Katharina Schüttler, Ludwig Trepte und Miriam Stein die Hauptrollen. Das Drehbuch schrieb Stefan Kolditz. Und diesmal geht es nicht um die übliche Mehrteiler-Tralala-Liebesgeschichte mit einem Weltkrieg als “schaurig-schöne” Kulisse sondern um eine wirklich ungewöhnlich harte und epische Geschichte von 270 Minuten Länge.

Die Kritiker sind euphorisch: Von “Sensationell”, “Ein Dreiteiler, der unter die Haut geht”, “Wahrhaftig, ergreifend und mifühlend. Ein großes Fernsehereignis” bis hin zu “Großartiges Ensemble, eindrucksvoll umgesetzt” ist alles dabei.

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“Unsere Mütter, unsere Väter” erzählt die Geschichte von fünf Freunden in den Jahren zwischen 1941 und 1945. Wilhelm, sein jüngerer Bruder Friedhelm, Charlotte, Viktor und Greta nehmen im Sommer 1941 in Berlin Abschied voneinander – mit dem Versprechen, sich nach dem Krieg wiederzusehen. Noch ahnen sie nicht, wie sehr die unfassbaren Erlebnisse, Entbehrungen und Schrecken des Krieges sie verändern werden. Es sind die Erfahrungen von Freundschaft und Verrat, Glauben und Enttäuschung, Illusion und Erkenntnis, Schuld und Verantwortung, die ihr Leben für immer verändern sollen.

Der Dreiteiler “Unsere Mütter, unsere Väter” führt die Tradition von ZDF-Fernsehfilm-Ereignissen wie “Dresden” oder “Schicksalsjahre” fort und erzählt Zeitgeschichte konsequent aus der Perspektive der Handelnden.

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“Unsere Mütter, unsere Väter” macht den Versuch, den Krieg an der Front und zuhause als große fiktionale Erzählung für uns heute nachvollziehbar zu machen. Teil 1: Unsere Mütter unsere Väter – Eine andere Zeit Berlin im Sommer 1941: Die fünf Freunde Wilhelm, sein schöngeistiger Bruder Friedhelm, Charlotte, Viktor und Greta treffen sich, um Abschied zu nehmen. Wilhelm und Friedhelm sind an die Ostfront beordert, Charlotte wird als Krankenschwester dorthin gehen. Sie versprechen, sich nach dem Krieg wieder zu treffen und sind fest davon überzeugt, dass das schon Weihnachten sein wird. Nach anfänglich großen militärischen Erfolgen dringt die deutsche Wehrmacht in Richtung Moskau vor.

Je länger der Krieg im Osten andauert, desto öfter erleben der kriegserfahrene Leutnant Wilhelm und sein Bruder Friedhelm, ein einfacher Soldat, die Schrecken des Russlandfeldzuges.

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Als die beiden Zeugen eines Pogroms in einem ukrainischen Bauerndorf werden, bei dem ein deutscher Offizier des Sicherheitsdienstes ein 14-jähriges Mädchen trotz der Intervention Wilhelms erschießt, geraten ihre bisherigen Einstellungen zum Krieg ins Wanken. Auch Charlotte trifft im Lazarett auf die desillusionierende Kriegswirklichkeit. Als sie eine jüdische Ärztin unter den Krankenschwestern ausmacht, sieht sie sich mit ihrer gefestigten nationalsozialistischen Gesinnung vor eine schwere Prüfung gestellt.

Greta arbeitet derweil in Berlin an ihrer Karriere als Schlagersängerin und beginnt eine Affäre mit Sturmbannführer Dorn von der SS – eine Liaison, die sie vor ihrem jüdischen Freund Viktor verheimlicht.

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Für Viktor und seine Eltern wird die Situation zunehmend schwieriger. Sie wollen das Land verlassen, doch das ist inzwischen fast unmöglich. Greta nutzt ihre Beziehung zu Dorn, um Papiere für Viktor zu besorgen. Doch noch in Berlin wird Viktor verhaftet. Dorn hat ihn verraten, die Papiere sind falsch. Der Herbst geht zu Ende, der “Blitzkrieg” ist gescheitert, und die Wehrmacht steckt ohne hinreichende Ausrüstung im eisigen Winter vor Moskau fest. Friedhelm stumpft durch die Kriegserlebnisse zunehmend ab. Mehr und mehr fügt er sich in die Rolle als Soldat, während sein Bruder Wilhelm langsam am Sinn des Krieges zu zweifeln beginnt.

Teil 2: “Ein anderer Krieg” wird am Montag, 18. März 2013, 20.15 Uhr, ausgestrahlt, Teil 3 “Ein anderes Land” am Mittwoch, 20. März 2013, 20.15 Uhr.

“Unsere Mütter, unsere Väter” wird zu einem Zeitpunkt ausgestrahlt, da die Letzten jener Generation noch am Leben sind, von deren Jugend der Film handelt. Die Filme sollen Anlass sein, zu fragen und zu hinterfragen sowie den Dialog zwischen den Generationen zu intensivieren.

Historische Dokumentationen, die Gesprächssendungen “Peter Hahne” und “maybrit illner spezial” sowie Online- und Chatangebote begleiten den Dreiteiler. Wir geben hier einen Überblick.

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Am Sonntag, 17. März 2013, 12.58 Uhr, spricht Peter Hahne unter dem Motto “Unsere Mütter, unsere Väter: Warum habt ihr so lange geschwiegen?” mit der Schauspielerin Henriette Richter-Röhl, die im Dreiteiler eine Frontkrankenschwester spielt, und dem 86-jährigen Kolumnisten und ehemaligen Napola-Schüler Mainhardt Graf von Nayhauß.

Um 21.45 Uhr, wird die Dokumentation von Peter Hartl und Annette von der Heyde “ZDF-History. Unsere Mütter, unsere Väter – Eine andere Zeit” ausgestrahlt. Sie beleuchtet die historischen Hintergründe der zuvor gezeigten Spielhandlung und lässt Zeitzeugen zu Wort kommen.

Ebenfalls am Sonntag, 17. März 2013, 22.45 Uhr, knüpft auch das “maybrit illner spezial: “Unsere Mütter, unsere Väter – Ihr Schmerz, ihre Schuld, ihr Schweigen” an den ersten Teil des ZDF-Fernsehfilms an. Gäste sind der Moderator und Showmaster Dieter Thomas Heck, der mit fünf Jahren bei einem Bombenangriff verschüttet wurde; der Opernsänger Gunther Emmerlich, der in der Nachkriegszeit als Waise aufwuchs; der Abgeordnete im Europäischen Parlament Daniel Cohn-Bendit (Bündnis 90/Die Grünen), dessen deutsch-jüdischer Vater 1933 emigrierte, die Historikerin und Journalistin Franziska Augstein, die 1996 über die Ursprünge der Rassentheorie promovierte sowie Katharina Schüttler, eine der Hauptdarstellerinnen des Dreiteilers.

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Am Mittwoch, 20. März 2013, 0.45 Uhr, wird die zweite Begleitdokumentation: “ZDF-History. Unsere Mütter, unsere Väter – Ein anderes Land” gesendet. Die Autorinnen Anja Greulich und Steffi Schöbel haben Zeitzeugen befragt, die von ihren – oft bis heute traumatischen – Erlebnissen an der Ostfront berichten. Sie haben erlebt, was die Spielhandlung im Dreiteiler zeigte: als Soldat auf dem Rückzug, als Partisan aber auch als verurteilter Deserteur im Strafbataillon.

In seinem Internetangebot bietet das ZDF unter umuv.zdf.de zum Livestream des ersten Teils einen Chat mit den verantwortlichen ZDF-Redakteuren, der Dramaturgin sowie den Machern der Begleitdokumentationen an. Die Nutzer haben im Chat die Möglichkeit, sich während und nach der Sendung direkt mit anderen Zuschauern auszutauschen und mit den Machern zu diskutieren.

Das ZDF-eigene Forum ermöglicht, sich auch außerhalb der Sendezeiten rund um die Uhr auszutauschen. Der Hashtag zu “Unsere Mütter, unsere Väter” lautet #umuv.

Fotos: ZDF und David Slama