Donnerstag, 14. März 2013, 19:04 Uhr

"Alarm für Cobra" feiert Jubiläum: Alles über die erfolgreiche deutsche Actionserie

Wenn es eine wöchentliche, einstündige Fernsehserie auf 250 Folgen schafft, ist das in der TV-Branche schon eine besondere Ausnahme. Wenn es sich dann noch um eine Action-Serie mit einem Produktionsaufwand wie dem von “Alarm für Cobra 11” handelt, kann man wohl allemal von einem “Meilenstein” sprechen.

Und auch wenn es die beiden Autobahn-Cops Ben und Semir zum stolzen Jubiläum mit einem waschechten “Filmriss” zu tun bekommen, blieb dieses Schicksal der Serie selbst bislang erspart. Im Gegenteil: Würde man das bis heute in der Geschichte von “Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei” bereits belichtete Filmmaterial aneinanderreihen, ergäbe dies locker eine Strecke, die von Hürth bis zum Nordpol reicht.

Auch in der 250. Folge der RTL-Action-Serie ‘Alarm für Cobra 11’ heute Abend geht es heiß her.

Die Kommissare Semir Gerkan (Erdogan Atalay) und Ben Jäger (Tom Beck) versuchen an diesem Donnerstag um 20.15 Uhr in der Jubiläumsfolge “Katerstimmung”, ihren Kollegen Hartmut (Niels Kurvin) vor Kriminellen zu schützen. Inzwischen läuft die Serie in der 22. Staffel – Ende nicht in Sicht.

Bereits die ersten drei Minuten sind vollgepackt mit einer Verfolgungsjagd, um sich schießende Gangster, einem explodierenden Lkw-Anhänger und die beiden Ermittler mittendrin. Die Tachonadel bewegt sich stets in Richtung 200. In Not ist Kollege Hartmut, der von Kriminellen verfolgt wird, aufgrund eines Filmrisses aber nicht weiß, warum. Dann wird auch noch eine Tote vor seiner Wohnung gefunden.

Mit flotten Sprüchen müssen die “Cobra 11”-Ermittler nicht weniger als einen durchgeknallten Ex-Soldaten mit einer Atomrakete stoppen. Und haben auf “Er will die Bombe werfen!” auch die passende Antwort parat: “Los – wirf!” Hartmut muss nebenbei auch noch sein Techtelmechtel mit Kollegin Jenny (Katrin Heß) klären. Auch darauf weiß Kommissar Ben Jäger einen Rat: “Nie intim im Team, ne!”

Die Action-Serie läuft inzwischen seit 17 Jahren – im März 1996 ging sie zum ersten Mal auf Sendung. Damals stand Schauspieler Johannes Brandrup Erdogan Atalay (46) in der Hauptrolle zur Seite. Während Atalay als Kriminalkommissar Semir Gerkhan bis heute der Sendung die Treue hält, wechselten seine Partner. Tom Beck (35) ist seit 2008 der sechste Ermittler neben ihm. Für kommendes Jahr wird Beck dann den Staffelstab an einen bisher noch unbekannten Partner Nummer Sieben übergeben. Der gebürtige Nürnberger will sich künftig mehr Zeit für die Musik nehmen, hatte er vergangenen Herbst angekündigt.

2012 erreichte die Produktion der Kölner Firma action concept im Schnitt 4,05 Millionen Zuschauer. In der für RTL inzwischen werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 59- Jährigen war dies ein Marktanteil von 16,6 Prozent. Die Zuschauer goutieren damit die aufwendigen Actionszenen, die aus vielen Perspektiven festgehalten werden. Die Stunts aus der “Cobra”-Serie gewannen bislang viermal den “Taurus World Stunt Award”, die höchste Auszeichnung im Stuntgewerbe.

Seit dem Start von “Alarm für Cobra 11” im März 1996 wurden in den 250 Folgen weit mehr als 4.000 Fahrzeuge zu Schrott gefahren und über 900 Bösewichte verhaftet. Der wertvollste “Gaststar auf vier Rädern” war dabei ein Fulda Exelero. Die Sportvariante auf der Basis des Maybach 57 hat einen Wert von neun Millionen Euro.

Nach den Jahren 2007, 2009 und 2011 durfte sich das Team der Serie zuletzt im Mai 2012 zum bereits vierten Mal über eine 80 cm hohe und zwölf Kilo schwere Bronzestatue der ganz besonderen Art freuen: In Los Angeles wurde Stunt-Koordinator Carl Stück für die aufwendigen Szenen des Pilotfilms zur 19. Staffel (“72 Stunden Angst”) mit dem “Taurus World Stunt Award” ausgezeichnet, der begehrtesten Auszeichnung der Action- und Stuntbranche.

Nicht umsonst also zieht die Special-Effects-Mannschaft der “Cobra 11” seit über anderthalb Jahrzehnten stets alle Register: An einem Drehtag arbeiten etwa 100 Leute zehn Stunden, um circa eine Stunde Filmmaterial herzustellen. Bis zu 16 Kameras halten einen Stunt aus allen erdenklichen Perspektiven fest. Nach der Nachbearbeitung bleiben dann am Ende jedoch nur zwei bis drei Minuten fertiges Filmmaterial übrig. Kein Wunder also, dass bei den Dreharbeiten zu einer Staffel “Alarm für Cobra 11” im Schnitt rund 100.000 Platzpatronen verschossen und 400 Reifen für Tests und Drehs verschlissen werden.

Die Action-Reihe ist nach RTL-Angaben die meistverkaufte Serie des Senders und läuft in 140 Ländern wie Frankreich, Polen, Estland oder China. Für die spektakulären Fahrszenen und Crashs muss allerdings keine echte Autobahn gesperrt werden – die Stunts werden auf einer eigenen Strecke gedreht. Seit dem Start der Sendung fuhr die RTL-Autobahnpolizei mehr als 4000 Fahrzeuge zu Schrott und verhaftete über 900 Gangster.

Beim Dreh einer Staffel werden im Schnitt 100.000 Platzpatronen verschossen und 400 Reifen verschlissen. (dpa/KT/RTL) 037

Fotos: RTL/Guido Engels