Sonntag, 17. März 2013, 20:07 Uhr

Volker Bruch ist der Star aus "Unsere Mütter, unsere Väter"

Volker Bruch ist einer der Hauptdarsteller in dem dreiteiligen Kriegs-Epos ‘Unsere Mütter, unsere Väter’, das heute Abend im ZDF läuft.

Der Dreiteiler führt die Tradition von ZDF-Fernsehfilm-Ereignissen wie ‘Dresden’ oder ‘Schicksalsjahre’ fort und setzt neue Maßstäbe. Die Kritiken sind bereits im voraus überschwänglich und durchweg positiv.

“Unsere Mütter, unsere Väter” macht den Versuch, den Krieg an der Front und zuhause als große nahezu epische fiktionale Erzählung für uns heute nachvollziehbar zu machen. Er ist mit einem bisher nur dem Kino vorbehaltenen Aufwand produziert. 15 Millionen Euro hat die Großproduktion verschlungen.

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Volker Bruch spielt neben den Stars Tom Schilling, Ludwig Trepte, Katharina Schüttler und Miriam Stein die Hauptrolle des Wilhelm Winter. Einer breiten Öffentlichkeit ist Bruch weniger bekannt, obwohl er seit 2004 kontinuierlich Filme drehte.

Wir klären auf.

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Über seine Rolle sagte der 32-jährige Schauspieler: “Das Drehbuch erzählt sehr dicht fünf völlig verschiedene Schicksale, die spannend und intelligent miteinander verknüpft sind. Alle Figuren handeln aus ihrem Kontext heraus immer nachvollziehbar und verstricken sich dabei immer tiefer in Widersprüche. Das ist ein sehr menschliches Phänomen und Grund genug, diese Geschichte zu erzählen.”

Wilhelm sei ein stolzer und erfolgreicher Soldat, fügte Bruch hinzu. “Sein Konflikt ist der zwischen Pflicht und Moral. Er weiß, dass die Dinge, die er tut, falsch sind, aber sie nicht zu tun, wäre auch falsch.”

Eine der größten Herausforderungen für seine Rolle sei es für ihn gewesen, “einen Umgang miteinander zu finden, der zwar kameradschaftlich, aber nicht zu lässig und heutig ist. Am einfachsten waren eigentlich die Actionszenen. Wenn ständig etwas um einen herum explodiert und einem Styroporsplitter ins Gesicht fliegen, muss man eigentlich nur reagieren. Auch wenn wir durch den Schlamm gerobbt sind und gefroren haben, mussten wir nichts spielen.”

Auf die Dreharbeiten hatten sich die Darsteller in einem zweiwöchigen Bootcamp vorbereitet “und gemerkt, wie schwierig es ist, sich diesem Drill und dieser Disziplin zu unterwerfen. Wir mussten also lernen einfach zu tun, was uns gesagt wird, ohne Fragen zu stellen.”

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“Wir haben auch viel Zeit mit unseren Waffen verbracht, sie zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gebaut. Es entsteht tatsächlich eine Art Beziehung zur eigenen Waffe je besser man sie beherrscht. Als wir einmal zu einem Schießstand gefahren sind, um mit scharfer Munition zu schießen, waren einige Kollegen richtig high von der Potenz in ihren Händen. Das war schon unheimlich.”

Bruch wurde 1980 in München geboren. Nach dem Abitur absolvierte er von 2001 bis 2004 den Magisterstudiengang Darstellende Kunst am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Dort war er unter anderem im ‘Kaukasischen Kreidekreis’ nach Brecht sowie in der mit dem Vontobel-Preis ausgezeichneten René-Pollesch-Inszenierung ‘Liebe mich irgendwie! Nein, lieber doch nicht!’ zu sehen. Den Wechsel in ein festes Theaterengagement nach Beendigung seines Studiums lehnte er ab, um sich ausschließlich auf die Film- und Fernsehbranche zu konzentrieren.

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2006 verkörperte er an der Seite von Katja Riemann eine der Hauptrollen in dem mit dem Adolf Grimme-Preis ausgezeichneten Film ‘Das wahre Leben’. Beim Deutschen Fernsehpreis 2007 war er für seine Darstellung in den Fernsehfilmen ‘Nichts ist vergessen’ und ‘Rose’ als Bester Schauspieler Nebenrolle nominiert.

An der Seite von Matthias Schweighöfer und Til Schweiger erreichte Volker Bruch 2008 seinen Durchbruch auf der Kinoleinwand in ‘Der Rote Baron’. Weitere Kinofilme wie u.a. ‘Der Baader Meinhof Komplex’ (2008) und ‘Der Vorleser’ (“The Reader”, 2008) folgten. 2012 war Volker Bruch in der französischen Produktion ‘Bekenntnis eines jungen Zeitgenossen’ (2012) bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen.

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Fotos: ZDF/David Slama, WENN.com