Mittwoch, 27. März 2013, 13:45 Uhr

Fliegt den Wollnys das Abrechnungs-Buch von Papa Dieter um die Ohren?

Die sympathische Großfamilie Wollny mit der resoluten Mama Silvia vorneweg und ihrem legendären Ruf nach den Kindern Silvana, Sarafina, Jeremy – Pascal, Sarah – Jane, Lavinia, Calantha, Estefania und Loredana ist ja irgendwie TV-Kult. Ganz zu Schweigen von Papa Dieter, der Ruhepol der Familie, der seine Frau eben auch mal bremst, wenn ihr Temperament mit ihr durchgeht.

Doch mit der Ruhe ist es jetzt offenbar erstmal vorbei.

“Der Name Wollny steht für Spaß, Action und eigentlich auch Zusammenhalt Aber würde man auch an die Familie Wollny denken, wenn Worte wie Gewalt, Betrug, Leid und illegale Machenschaften im Raum stehen?” heißt es im Klappentext zum neuen Buch ‘Die Wollnys Die ungeschminkte Wahrheit.‘. Und darin wird reichlich schmutzige Wäsche gewaschen.

Der geneigte Wollny-Fan erfährt “mehr über das Leben der Familie fernab der TV Kameras.” Das Buch von Dieter Wollny, seiner ältesten Tochter Jessica (29) und der Co-Autorin Katja Schneidt (43) ist gerade als e-Book bei Amazon erschienen.

In dem sehr emotionalen Werk rechnet Dieter Wollny (49, der sich sogar schon eine schußsichere Weste zugelegt haben will) und seine Tochter Jessica mit seiner Familie und besonders mit Matriarchin Silvia öffentlich ab – eigentlich kein feiner Zug, um den Familienfrieden beizulegen.

Jessica schreibt u.a. in ihrem Kapitel, dass sie auf der gestern eilig eingerichteten Facebook-Seite heute veröffentlichte, über ihre Kindheit. Und da kommt Familienoberhaupt Silvia nicht sonderlich gut weg.

“Viele Jahre lang habe ich die Tatsache verdrängt, dass ich als Neunjährige in der Psychiatrie war. (…) Als Neunjährige war es völlig unverständlich für mich, warum meine Mutter plötzlich behauptete, ich sei schwierig und würde sie mit den kleinen Geschwistern nicht unterstützen. Dabei tat ich doch mit meinen neun Jahren wirklich alles, was ich konnte um zu helfen und hatte dadurch wesentlich weniger Freizeit, als meine Klassenkameradinnen. Trotzdem hatte ich mich nie darüber beschwert, denn es war doch für mich selbstverständlich, meiner Mutter bei der Versorgung der drei kleineren Geschwister zu helfen. Ich liebte meine Eltern und ich liebte meine Geschwister. (…) Exakt an dem gleichen Tag, an dem mein Vater morgens plötzlich verschwand, brachte mich meine Mama in die Kinder- und Jugend-Psychiatrie in Viersen. Den Ärzten gegenüber behauptete sie, ich hätte sie Zuhause mit einem Messer bedroht. Ich war traurig und entsetzt, dass Mama so etwas behauptete. Warum log sie die Ärzte an?”

Inzwischen hagelt schon reichlich Kritik über dieses Buch. Bei Amazon heißt es dazu u.a. “Ich glaube schlechter geht bald nicht mehr!! Geistiger Schrott auf niedrigsten Niveau!”. An anderer stelle schreibt ein User: “Als Vater müsste einem das Wohl der Kinder am allerwichtigsten sein.. aber das hier sieht ganz anders aus. Traurig, einfach nur traurig!”

Und auch Autorin Katja Schneidt meldete sich schon wie zu einer Rechtfertigung zu Wort: “Bevor Spekulationen aufkommen, warum ich mit Dieter Wollny und seiner Tochter ein Buch geschrieben habe, möchte ich dies gerne kurz erklären. Wer mich und meine Arbeit verfolgt, weiß, dass ich gegen jede Art der häuslichen Gewalt kämpfe und den Opfern immer wieder klar mache, dass es falsch ist, über die erlittenen Qualen zu schweigen. Das gilt für jeden Menschen. Ob Frau oder Mann, ob bekannt oder unbekannt, egal welche Nationalität und welche Religion. Gewalt muss nicht immer die schlagende Hand sein! Einen Menschen bewusst in der Öffentlichkeit zu Verleumden, ihn zu beschimpfen, als Lügner darzustellen, ihm seine Kinder zu entziehen, bis dahin, dass man Sexvideos eines Menschen veröffentlicht, ist eine der schlimmsten Formen der Gewalt.”

Schneidt fährt fort: “Dieter und Jessica wandten sich vor einiger Zeit hilfesuchend an mich. Was ich im Laufe der Zeit erfuhr und an Beweisen sichtete, war teilweise so unglaublich, das ich verstand, dass Dieter und Jessica zerbrechen würden, wenn die Wahrheit nicht ans Licht käme. Deshalb dieses Buch! Es ist keine Abrechung (genauso wie ‘Gefangen in Deutschland’ keine Abrechnung war) aber es ist ein Fall, wie er leider tausendfach in Deutschland passiert, nur das sich bei den unbekannten Familien, die Medien erst dafür interessieren, wenn jemand zu tode gekommen.”

Fotos: Wollnys, RTL II