Freitag, 29. März 2013, 16:39 Uhr

Neodisco: Diese drei feschen Ösis könnten die Szene richtig aufmischen

‘Krawalle und Liebe’ heißt das erste Album von Neodisco. Und das sind 16 Tracks, die wie der Singlevorbote ‘Hölle’ (meist) rasch in die Vollen gehen und in einer erstaunlichen Bandbreite zeigen, wie dieses Trio – drei junge Männer um die Zwanzig aus der Steiermark –tickt: “Ihr wärt gerne Triple A, ich wäre gerne Triple X.“ (aus ‘Hölle’)

Sie machen sich einen Spaß daraus, fast mit jeder Silbe und jedem Beat eine Bedeutungs- oder Referenzebene anzureißen. Ein Beat, der heute Tanzbeine rührt braucht 2013 eben Worte, die am Eingemachten rühren. Eine Musik, die (fast) alles darf und will, kann sich sprachlich keine Maulkörbe leisten. Ganz ohne moralisierenden Zeigefinger streifen Neodisco souverän die großen Fragen. “Teenies werden Mütter und Rapidfans Väter, wir müssen was verändern, aber machens später” heißt es in “Wer ist hier Rockstar”.

Deutsche Rap-Blogs verfolgen die Veröffentlichungen der drei Österreicher schon seit einiger Zeit, auf ‘Krawalle und Liebe’ steuern mit Lance Butters und Persteasy konsequenterweise zwei junge deutsche Rapper ihre Parts bei und stehen den Neodisco Jungs in Sachen kein-Blatt-vor-den-Mund-nehmen in keinster Weise nach.

Die echt Klasse-Single ‘Dieses Lied’ erscheint am 29. März und am 26. April folgt dann auch das Album ‘Krawalle und Liebe’.

Seit Jahren haben Sebastian Hofer und die Brüder Nikolaus und Georg Nöhrer – mittlerweile alle in Graz am Studieren – an diesem in seiner inhaltlichen und musikalischen Konsequenz schlicht verblüffenden Debüt gearbeitet.

Neodisco ließen die Erfahrungen mit eigenen Raps und Beats auf diversen HipHop affinen Online-Plattformen und selbstgebuchten Gigs vom Wiener Gasometer bis zum Dorffest ebenso einfließen wie die in langen Gesprächen zwischen den Freunden ausgiebig gepflegte Analyse von allem und jedem, die sich in wortreichen und pointierten Texten niederschlägt.

Im Heimstudio wurden daraus Stücke zusammengesetzt, ein prall geiler elektronischer (Post-)HipHop, mit Bandfeeling und einem umfassenden musikalischen Unreinheitsgebot im Sinn. Mit dem Ziel, die beste und schärfste zeitgemäße Unterhaltung abzuliefern, damit Reibung und Bewegung auszulösen – im Hirn, im Hintern, im Unterleib, im Intellekt!

Produzent Paul Kinski kommentierte dann von Wien aus die Ergebnisse, brachte zusätzliche Anregungen und besorgte dann einen echt umwerfenden Endmix. Wir finden’s gut. Richtig gut!

Fotos: Ingo Pertramer/SonyMusic