Montag, 29. April 2013, 20:30 Uhr

Michael Jackson: Schrille Kostüme aus Schüchternheit?

Für Michael Jackson waren seinen Outfits alles andere als Nebensache. Doch der King Of Pop soll auch aus Schüchternheit so ausgefallene Outfits getragen haben.

“In einer eins zu eins Situation war er sehr schüchtern. Die Kleidung war so etwas wie seine Abschirmung. Die Leute schauen auf die Details der Kleidung nicht so sehr auf die Person. Das schützt”, sagte Michael Bush, langjähriger Designer von Michael Jackson am Montag. “Deshalb war die Kleidung auch so übertrieben.”

Im Münchner Hard Rock Café stellte der Designer heute sein Buch ‘The King of Style: Die Fashion-Ikone’ vor.

Darin hat Bush persönliche Geschichten und Fotos über die Zusammenarbeit und die Kostüme vom ‘King of Pop’ veröffentlicht.

Der in Los Angeles lebende Designer entwarf fast 25 Jahre lang Kostüme und persönliche Outfits für den Popstar. Kennengelernt hatten sich die beiden beim Dreh des Science-Fiction-Kurzfilms ‘Captain EO’, in dem Michael Jackson die Hauptrolle spielte.

Gemeinsam sind so mehr als 1000 Outfits für den King of Pop entstanden – gezählt hat Bush sie nicht. Auch für ein Lieblingsstück kann er sich nur schwer entscheiden: “Es gab immer ein Lieblingsstück der jeweiligen Tour. Insgesamt würde ich sagen, die Jacke, die auf dem Cover ist.” Sie ist schwarz mit goldenen Schnallen an den Ärmeln und einer V-förmigen Goldverzierung auf der Brust. “Das war das erste wichtige Stück, das ich für ihn gemacht habe. Diese Jacke war 1988 überall, wo man in der Welt hinkam. Ich dachte immer: Wow, das habe ich gemacht?” Er habe auch Michael Jackson immer nach seinem Lieblingsteil gefragt. “Der sagte immer: Alle.”

Der Designer verrät in dem 256-Seiten-Buch auch einige Tricks: “Michaels Publikum wurde größer, seine Hosen kürzer. Als wir exklusiv für ihn zu arbeiten begannen, nähten wir ihm seine Billie Jean-Hosen – die klassischen Baumwollhosen mit zwei Bundfalten – ein zusätzliches Futter ein, das wir mit zwei Zipfeln bis in die Hosentaschen verlängerten. So konnte Michael mit einem Griff in die Taschen seine Hosenbeine hochziehen und damit das Auge des Zuschauers dorthin lenken, wo er es haben wollte – nämlich auf seine der Schwerkraft trotzenden Fußarbeit.”

In seinem Buch hat Bush zudem vier Regeln aufgeschrieben, die für Michael-Outfits gelten mussten: Sie mussten elastisch und damit eng und locker zugleich sein, mussten die Bewegungen mitmachen und betonen. Es durfte und sollte klirren und knistern und die wichtigste Regel: Nie zweimal dasselbe machen.

Bush arbeitete außerdem für Britney Spears und Justin Timberlake.

Fast vier Jahre nach dem Tod von Jackson sorgen die letzten Wochen im Leben des einstigen Superstars wieder einmal für Streit vor Gericht.

Mit Eröffnungsplädoyers beginnt heute (Montag/19.00 Uhr) in Los Angeles ein Zivilprozess der Familie des Sängers gegen den US-Konzertveranstalter AEG, der die für den Sommer 2009 geplanten Comeback-Konzerte von Jackson organisiert hatte. Jacksons Mutter Katherine (82) und seine drei Kinder werfen AEG vor, Gesundheit und Sicherheit des Stars aus Geldgier vernachlässigt zu haben und fordern Schadenersatz. Dabei könnte es um Millionen, wenn nicht sogar Milliarden gehen.

Der Prozess, der nicht live von Kameras übertragen wird, könnte sich bis zu vier Monate hinziehen. (dpa) 046/047

Fotos: WENN.com, Henschel Verlag, dpa/Tobias Hase