Dienstag, 14. Mai 2013, 13:12 Uhr

O.J. Simpson geht in Handschellen in Berufung

Der seit 2008 inhaftierte frühere US-Footballstar O.J. Simpson (65) will einen neuen Prozess.

In Handschellen und blauer Anstaltskleidung erschien Simpson am Montag zu einer Anhörung in Las Vegas vor Gericht.

Der einstige Sport- und Fernsehstar sitzt wegen bewaffneten Raubs und Körperverletzung eine langjährige Haftstrafe ab. Simpson wolle vor dem Berufungsgericht geltend machen, dass er von seinem damaligen Anwalt in dem Prozess schlecht vertreten und falsch beraten worden sei, berichtete der Sender CNN.

Rechtsexperten zufolge hat Simpson mit seinem Antrag auf ein neues Verfahren kaum eine Chance. 2007 war der Ex-Sportler zusammen mit fünf Komplizen in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen und hatte zwei Fanartikelsammler mit Waffengewalt gezwungen, ihm persönliche Erinnerungsstücke auszuhändigen. Simpson wusste nach eigener Aussage nicht, dass seine Begleiter Waffen mit sich führten. Das Gericht brummte ihm 2008 eine Mindeststrafe von neun Jahren bis maximal 33 Jahre Haft auf.

Simpson war 1995 in Los Angeles Angeklagter in einem aufsehenerregenden Mordprozess. Trotz erdrückender Beweislast wurde er damals vom Vorwurf des Doppelmords an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman freigesprochen. 1997 verlor er jedoch einen Zivilprozess und wurde zur Zahlung von mehr als 33 Millionen Dollar an die Angehörigen von Brown Simpson und Goldman verurteilt. (dpa) 053

Foto: Jeff Scheid