Montag, 22. Juli 2013, 15:39 Uhr

Royal Baby: Vor der Klinik geht es zu wie im Irrenhaus

Herzogin Kate liegt in den Wehen, Prinz William ist im Krankenhaus mit dabei und vor der Londoner Klinik tummelt sich die Weltpresse. (Hier geht’s zum 360 Grad Foto!)

Kaum war die Nachricht von Kates Ankunft auf der Geburtsstation des St Mary’s Krankenhauses am Montag verkündet, brach vor dem Eingang ein Mediensturm los.

Neben Hunderten Fotografen, Kameraleuten und Journalisten drängten sich auch mehr und mehr Royal-Fans und Schaulustige an den Absperrungen. Von drinnen allerdings drang nichts nach draußen – William und Kate wollen für ihr Kind einen Start ins Leben, der so normal wie irgendwie möglich ausfällt. Zwar soll die Geburt durchaus mit ein bisschen Spektakel am Buckingham Palast verkündet werden, doch die zwei haben ausdrücklich um Privatsphäre gebeten.

Vom Palast hieß es am Montag nur, Kate sei “im frühen Stadium” der Geburt. Das Paar sei mit dem Auto ins Krankenhaus gefahren. Soweit die gesicherten Infos, und das war es auch schon. Die nächste Mitteilung wird erst nach der Geburt des Dritten der britischen Thronfolge erwartet.

Experten hatten von Anfang an vorausgesagt, dass William und Kate nur so viel wie gerade eben nötig bekanntgeben würden. So dürfte das Neugeborene vermutlich auch nur kurz zu sehen sein, wenn sie das Krankenhaus verlassen, und danach im Schutz der Familie verschwinden.

Schon im Dezember 2012, als Kate wegen schwerer Übelkeit ins Krankenhaus gekommen war, hatten Kameraleute nonstop vor der Klinik campiert. Doch damals war die frohe Nachricht von der Schwangerschaft von einer Tragödie überschattet worden. Eine Krankenschwester, die den Scherzanruf eines australischen Radiosenders auf die Station durchstellte, auf der Kate lag, hatte Selbstmord begangen.

Am Montag hielten die spärlichen offiziellen Infos niemandem vom Spekulieren ab. “Die Aufregung hier ist gigantisch – obwohl es eigentlich nicht viel zu sagen gibt”, fasste ein BBC-Reporter die Lage zusammen. Doch beinharte Royal-Fans verfolgten die Nachrichtenlage wie einen Live-Abenteuerfilm.

Königshaus-Liebhaber Terry Hutt aus Cambridge hatte bereits vor Tagen zusammen mit Gleichgesinnten sein Zelt vor dem Krankenhaus aufgebaut, um bloß keine Neuigkeiten rund um das Baby zu verpassen. “Nachts beobachten wir das Krankenhaus in Zwei-Stunden-Schichten, wie beim Militär», sagte der 78-Jährige. “Vor lauter Aufregung ist schon meine Stimme weg.”

Auch vor dem Buckingham Palast ließen sich nach der Neuigkeit, dass Kate im Krankenhaus sei, die ersten unerschütterlichen Fans nieder. “Ich bleibe hier”, kündigte die 25 Jahre alte Larissa Milare aus Brasilien an. “Ich will die Mitteilung selber sehen.”

Besagte Mitteilung ist das nächste, was es offiziell vom Buckingham Palast zu erwarten gibt. Sobald das Kind geboren ist, soll ein Papier mit der Botschaft, dem Geschlecht, vermutlich aber noch nicht dem Namen des Kindes per Auto vom Krankenhaus zum Palast gebracht werden. Dieses wird dann auf einer Staffelei, die bereits bei Williams Geburt im Einsatz war, ausgestellt.

“Wir haben in Deutschland nicht sowas wie die Königsfamilie, deshalb werden wir davon ziemlich mitgerissen”, meinte die 26 Jahre alte Veronika Schwarz, die ebenfalls vor dem Palast unterwegs war. So langsam seien alle des Wartens müde geworden.

In London war bereits der Witz umgegangen, dass Kate sich nun an den Journalisten räche, die sie einst als “Waity Katy” bezeichneten, weil sie angeblich jahrelang auf einen Heiratsantrag von William wartete. Seit Anfang Juli strömten Reporter aus aller Welt in die Stadt, sicherten sich einen Platz vor der Klinik, und warteten auf Neuigkeiten. Nichts tat sich.

Kate hatte sich Mitte Juni aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, und soll die vergangenen Tage zusammen mit William bei ihren Eltern in der Nähe Londons verbracht haben. Ende vergangener Woche soll das Paar in seine Wohnung im Kensington Palast nach London gefahren sein. Ins Krankenhaus ging es am Montag dann durch den Hintereingang – die Kameras hatten umsonst gewartet. (Britta Gürke, dpa)

Fotos: WENN.com