Samstag, 27. Juli 2013, 19:54 Uhr

Big Black Delta: Neuer Synthiepop aus L.A. - Depeche Mode trifft auf ELO

Jonathan Bates wurde von einem Daft-Punk-Remix (M83 vs. Big Black Delta) weit getragen.

Unter dem Namen Big Black Delta hat der Musiker aus Los Angeles gerade sein selbstbetiteltes zweites Album veröffentlicht. Hierzulande wird es fälschlicherweise als sein Debüt betitelt.

Es ist eine aufregende und pulsierende Synthie-Pop-Reise in die 80er mit einem Blick in die 70er Jahre geworden: Depeche Mode treffen auf das Electric Light Orchestra.

Berühmte Bewunderer hat Jonathan Bates, der seine Songs komplett am Laptop erstellt, bereits einige: Darunter auch Mega-Rapper Jay-Z, der ein großer Fan von Big Black Delta ist.

“Phantasmagoric electro” nannte das Musik-Portal ‘Pitchfork’ die Musik von Big Black Delta genannt, die dunkel, romantisch und tanzbar ist. Er sei durch eine Zeit der “Depression, Langeweile, Furcht, Gewalt und Akzeptanz gegangen”, sagte Jonathan Bates dem Magazin ‘Rip It Up’. Und das würde man auf seinem Album wiederhören können, auch wenn es nicht immer offensichtlich sei.

Diese widerstreitenden Gefühle können selbst einzelne Tracks auslösen. Die Tech-Pop-Hymne ‘Side of the Road’ können je nach seiner Stimmung sowohl deprimierend wie auch aufbauend sein, verriet Jonathan Bates dem Musik-Magazin ‘Rolling Stone’. Vor allem wollte er aber einen Track aufnehmen, bei dem er sich entspannen könne, sagte er ‘Rip It Up’.

Big Black Delta kann allerdings auch sehr hart und äußerst brutal sein. Der blutige Clip zu ‘x22’ ist nichts für schwache Nerven – da knallen einem die Fäuste und die Musik gnadenlos entgegen. Man fühlt sich glatt an Nine Inch Nails erinnert. Jonathan Bates, der einen Hang zu breitwandigen Synthie-Landschaften hat, ist aber noch mehr…

Denn auch als begnadeter Balladen-Sänger mit leichtem Hang zur romantischen Sentimentalität weiß Big Black Delta zu überzeugen. Ganz nostalgisch ist dem Electro-Wizard der Song “Dreary Moon” geraten, der durch seine groß aufgefahrenen Streicher Wehmut aufkommen lässt. Dieser Song würde ihn in seine Kindheit zurückversetzen, verriet er dem Musik-Magazin “Under The Radar”, man “schließt seine Augen, die Sonne kommt durch und plötzlich ist alles orange.”

Und danach geht es gleich pompös ‘Into The Night’ – eine Reise in die Finsternis, um schließlich versöhnlich mit ‘Love You This Summer’ zu enden.

Im September kommt Jonathan Bates, einst Live-Mitglied der französischen Electronic/Dreampop-Band M83, auch nach Deutschland. Zwei Termine in Berlin (5.9. + 6.9.) sind auch bereits bestätigt.

Für Genießer: Unten gibt’s den kompletten Albumstream!

Fotos: Motor Music