Dienstag, 13. August 2013, 8:49 Uhr

Shitstorm gegen Autovermieter Sixt nach geschmackloser Anzeige mit Gustl Mollath

Der Autovermieter Sixt ist seit gestern einem Shitstorm ausgesetzt.

Die Pullacher Firma hatte wie des öfteren ein aktuelles Ereignis zum Kern eines Anzeigenmotivs gemacht und gestern auf einer halben Seite in der ‘Süddeutschen Zeitung’ veröffentlicht.

Werbefigur ist Gustl Mollath, der sieben Jahre offenbar zu Unrecht in der Psychiatreie saß und letzte Woche auf richterliche Anordnung entlassen worden war.

Das bayrische Unternehmen hatte die respektlose ungepixelte Anzeige seiner Werbeagentur von Jung von Matt/Fleet, auch auf seiner Facebookseite veröffentlicht und dazu geschrieben: “Euch allen einen verrückten Montag” – plus Smiley.

Im Internet hagelte es seit dem Empörung mit Kommentaren wie diesen: “Geht ihr acht Jahre in die Klapse für nix – und macht mit euren eigenen Gesichtern Werbung.”

Ein anderer schrieb: “Als Sixt Stammkunde kann ich nur den Kopf schütteln! Das ist unterirdisch! Bereits gebeutelte Menschen spannt man nicht so geschmacklos vor den Karren! Das reflektiert auch Moralvorstellungen des Managements. Bitte dringend mal den Verhaltenskodex prüfen!”

“Sixt? Da werden die Autos sicher so schlecht gewartet, wie die Werbung gemacht ist. Nein Danke!”, hieß es in einem anderen der hunderten Kommentare.

Sixt sei laut Spiegel erst im Nachhinein im Gespräch mit Mollath, um mit ihm über ein “angemessenes und anständiges Honorar zu sprechen”. Mollaths Anwalt Gerhard Strate sagte dazu gegenüber ‘Spiegel online’: “Ich finde das absolut dreist, erst den Rechtsbruch zu vollziehen und dann ein Honorar anzubieten, um dem Rechtsstreit aus dem Wege zu gehen.”

Der Anwalt hatte laut dpa rechtliche Schritte angekündigt. Das Zitat in der Anzeige sei frei erfunden und das Motiv auch nicht abgesprochen, heißt es.

UPDATE: Erich Sixt, Vorstandsvorsiotzender der Firma, hat sich in einen persönlichen Brief an Mollath entschuldigt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

In der Erklärung der Pullacher Firma heißt es dazu: “Sixt steht seit jeher für eine provokante und polarisierende Werbung, die aktuelle Sachverhalte in satirischer Form aufgreift. Grundsatz ist dabei jedoch, dass die Betroffenen nicht in ihren persönlichen Gefühlen verletzt oder herabgewürdigt würden.” Die am sei dem nicht gerecht geworden und solle nicht weiter verwendet werden.

Foto: Sixt