Donnerstag, 15. August 2013, 16:50 Uhr

Angela Merkel über das ungeliebte frühe Aufstehen und ihren Fußball-Spleen

Angela Merkel plaudet in der heißen Phase des Wahlkampfes ungewohnt häufig über Privates.

Angela Merkel über das ungeliebte frühe Aufstehen und ihren Fußball-Spleen

Im Interview mit dem Frauenmagazin ‘myself’ plädiert die 59-jährige Bundeskanzlerin angesprochen auf das gesellschaftliche Dauerthema „Burnout“ – für mehr Trennung zwischen Berufs- und Privatleben: „Die digitale Welt hat ohne Zweifel große Chancen, aber auch Schattenseiten, denn die Arbeitsbelastung ist für viele noch intensiver geworden. Der Druck und die Anforderungen dürfen nicht zu groß werden. Das gilt übrigens auch für die Erwartung, dass die Menschen an den Wochenenden noch verfügbar sein sollen, und die Freizeitgestaltung erreicht bei vielen eine Intensität, die schon wieder anstrengend ist. Ich bin überzeugt, dass jeder nicht verplante Zeitabschnitte braucht, Zeit zum Regenerieren.“

Ausreichend Schlaf ist zur Burnout-Vermeidung ohne Frage wichtig und so lässt die Kanzlerin im myself-Interview wissen, dass sie selbst keine freiwillige Frühaufsteherin ist: „In den Bergen ja. Sonst nicht so gern.“

Der Führungsstil von Merkel wird oft als männlich und autoritär beschrieben. Sie selbst sieht sich in der Chef-Rolle anders: „Wichtig ist mir, dass man klar und offen miteinander spricht. Ohne Vertrauen zu den Mitarbeitern geht es nicht. Und ich weiß, dass jeder nicht nur seine Arbeit, sondern auch seine Familie, vielleicht seine privaten Sorgen und Probleme hat.“ Es komme auch vor, so Merkel, dass sie mit Mitarbeitern über private Themen spreche: „Inzwischen haben wir gelernt, dass man auch im Kanzleramt Familie und Beruf sehr gut vereinbaren kann.“

Ungewohnt emotional erlebt man die Kanzlerin bei wichtigen Deutschland-Spielen im Fußball-Stadion: „Ich habe mich eigentlich immer für Fußball interessiert. Als ich Bundeskanzlerin wurde und ein halbes Jahr später die WM in Deutschland stattfand, ist das in den Blickpunkt gerückt. Fußball ist ein toller Sport.“ Trotz häufiger Verpflichtungen behalte sie die Bundesliga im Blick: „Ich sitze nicht jeden Samstag vor der Sportschau. Aber wenn ich kann, verfolge ich entweder den Liveticker oder höre die Konferenzschaltungen im Radio. Das hängt von meinen Terminen ab, aber den Tabellenstand kenne ich durchaus.“

Sogar am Rande politischer Termine hat sie schon unvergessliche Fußballmomente erlebt: „Ich war letztes Jahr beim G8-Treffen in Camp David in den USA, als Bayern München das Champions-League-Finale gegen Chelsea verlor. Das waren spannende Minuten im Elfmeterschießen und es wurde nicht leichter durch die Tatsache, dass der britische Premierminister David Cameron jubelnd neben mir stand.“

Foto: WENN.com