Sonntag, 18. August 2013, 12:57 Uhr

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

David Garrett (31) verkörpert – wie berichtet – den legendären Geiger und Komponisten Niccolò Paganini, auch als „Teufelsgeiger“ bekannt.

In weiteren Rollen Jared Harris, Joely Richardson, Christian McKay, Veronica Ferres und Helmut Berger. Am 31. Oktober kommt der Film in die deutschen Kinos. Wir haben die neusten Bilder.

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

Regisseur und Drehbuchautor Bernard Rose (Foto oben) und Hauptdarsteller David Garrett wollten zeigen, dass Niccolò Paganini der erste echte Rockstar der Musikgeschichte war und dessen Leben aus eben dieser Perspektive erzählen.

Der Film soll nicht als Lebensabschnitte abhakendes Bio-Pic verstanden werden, sondern als sehr lebensnahes, den Fakten verpflichtetes Porträt eines großartigen Komponisten und Geigenvirtuosen, der seine Karriere selbst in die Hand nahm und einen Mythos um sich baute, dem er schließlich selbst verfiel.

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

David Garrett, der hier sein Debüt als Schauspieler in einem Kinofilm gibt, war für den Part des Niccolò Paganini gesetzt. Wer hätte den Geigenvirtuosen auch besser verkörpern können? Und er war es schließlich auch, der Produzent und Film House Germany-Gründer Christian Angermayer ursprünglich die Idee zu einem Film über Paganini unterbreitete. Dabei sollte ein Film entstehen, der über die Person in seiner Zeit hinausgeht. Das Allgemeingültige seiner Biografie wurde gesucht, die Schnittstellen zwischen Paganini und Garrett gefunden.

Regisseur Bernard Rose sagte über die Besetzung von Garrett: “Ich war sofort davon überzeugt, dass David für dieses Projekt der richtige Mann war. Obwohl er vor Selbstvertrauen strotzt und gerne markig auftritt, ist er sehr emotional und sensibel. Und vor allem versteht er es, wie Paganini Geige zu spielen – wahrlich grandios! Wäre das nicht gegeben gewesen, hätte es meiner Meinung nach gar keinen Film gegeben.”

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

David Garrett verriet über mögliche Parallelen zwischen ihm und der Figur des Paganini:” Paganini war extrovertierter und selbstdarstellerischer, als ich es bin, aber ich kann diese Ansätze natürlich auch bei mir erkennen. Wir haben alle unterschiedliche Charaktereigenschaften in uns. Es ist immer nur die Frage, was du davon zeigst. Ich habe mich am Drehbuch orientiert, aber natürlich spielen mein Leben und meine Persönlichkeit in die Rolle mit hinein. Das ist ja auch der authentische Weg, eine Figur zu inszenieren, anders geht es gar nicht. Andererseits leistet sich mein Filmcharakter so einiges, was ich mir selbst nicht rausnehmen würde: Paganini lebt im Unterschied zu mir seine cholerischen Züge ziemlich ungehemmt aus, da nimmt er nicht viel Rücksicht. (lacht)”

Garrett hatte in der Vergangenheit viele Angebote aus Film und Fernsehen bekommen, fügte er hinzu: “Es war aber nie etwas dabei, mit dem ich mich identifizieren konnte. Ich bin kein ausgebildeter Schauspieler und deshalb musste es eine Geschichte sein, die ein Stück weit auch Parallelen zu meinem Leben hat. Und das war bei Paganini so. Vor drei Jahren, als ich beim Cannes Film Festival war, habe ich meinem Freund Christian Angermayer von meiner Film-Idee über Niccolò Paganini erzählt. Er war davon so begeistert, dass er vorschlug, gemeinsam mit Film House Germany das zu realisieren.”

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

Rose fand zudem die richtigen Schauspieler, die David Garrett perfekt unterstützen. Da ist vor allem Jared Harris, der als mephistophelischer Agent Urbani David Garrett fast den gesamten Film lang nicht von der Seite weicht. Aber nicht nur Leinwandpräsenz und Handwerk waren gefragt, sondern auch musikalisches Können. Die Darsteller der Schlüsselrollen sollten einen Bezug zur Musik haben. Christian McKay etwa, den man aus ‘Dame König Ass Spion‘ kennt und der John Watson spielt, ist selbst ein hervorragender Pianist.

Im Alter von 16, 17 Jahren musste er sich entscheiden, ob er Konzertpianist oder Schauspieler werden wollte. Oder Andrea Deck, die als dessen Tochter Charlotte zu sehen ist. Sie wurde von den Casting-Agenten John und Ros Hubbard entdeckt. Über 40 ausgebildete junge Sopranistinnen bzw. Schauspielerinnen – eine schwer zu findende Kombination – ließen sie vorsprechen respektive -singen, ehe sie Deck ausfindig machten.

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

Der Hauptteil der Handlung spielt in London, hier steht Paganini am Höhepunkt seines Erfolgs. Nach London wurde jedoch nicht gereist – weder für Außen- noch Innenaufnahmen. Gedreht wurde die deutsch-österreichische Koproduktion im August und September 2012 unter anderem in und um Wien und in den Rosenhügelstudios, im Palais Pallavicini, im Schönbrunner Schlosstheater, in der Hofburg, der Nationalbibliothek, der Spanischen Hofreitschule, im Theater an der Wien, am Zentralfriedhof sowie in der Benedek-Kaserne in Bruckneudorf, wo die Taverne im heruntergekommenen Londoner East End entstand.

In den Bavaria-Studios in München Geiselgasteig errichtete Szenenbildner Christoph Kanter (Das weisse Band) einen Großteil der Bauten von London wie das Haus Watson und Covent Garden. In Italien boten die Parkanlage des Castello di Racconigi und die Tenuta Berroni malerische Kulissen, in Regensburg das Schloss St. Emmeram.

David Garrett in seiner ersten Kinorolle: Die neusten Bilder

Es war den Filmemachern wichtig, den Zuschauern den großen Unterschied vor Augen zu führen zwischen dem postnapoleonischen Europa, das noch vor der industriellen Revolution steht und eine gewisse Lieblichkeit besitzt, und dem brodelnden London, in dem Kohlestaub in der Luft hängt. Solche Szenen bedingen beste technische und logistische, sprich „kontrollierbare“ Voraussetzungen, die man eigentlich nur im Studio vorfindet.

Der Londoner „Fog“ zum Beispiel ist eine Mischung aus Nebelmaschinen und computergenerierten Effekten. Gedreht wurde in den von Christoph Kanter entworfenen Sets hauptsächlich in der Halle 12 der Bavaria. Hier stand auch das Haus der Watsons. Die Hafenszene, in der Watson vergeblich auf die Ankunft Paganinis wartet, verantwortete die gefragte VFX-Firma Scanline. Real war da ausschließlich das Deck, auf dem die Schauspieler stehen.

Solche Szenen bedingen beste technische und logistische, sprich „kontrollierbare“ Voraussetzungen, die man eigentlich nur im Studio vorfindet.   Hafen im Nebel  Der Londoner „Fog“ ist eine Mischung aus Nebelmaschinen und computergenerierten Effekten.  Gedreht wurde in den von Christoph Kanter entworfenen Sets hauptsächlich in der Halle 12 der Bavaria. Hier stand auch das Haus der Watsons. Die Hafenszene, in der Watson vergeblich auf die Ankunft Paganinis wartet, verantwortete die gefragte VFX-Firma Scanline. Real war da ausschließlich das Deck, auf dem die Schauspieler stehen.

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Fotos: Universum Film