Sonntag, 18. August 2013, 19:56 Uhr

Heino Ferch feiert heute seinen 50. Geburtstag

Er zählt zu den bekanntesten Fernsehgesichtern Deutschlands: Heino Ferch.

Der Schauspieler, der im ZDF aktuell den Polizeipsychologen Richard Brock spielt und Anfang des Jahres in der Familiensaga ‘Das Adlon’ zu sehen war, wird heute 50 Jahre alt.

Wo er seinen runden Geburtstag feiern will, hat er nicht verraten. Keine Interviews zum 50., ließ Ferch seinen Agenten Wolfgang Werner ausrichten.

Der Schauspieler spricht lieber über seine Arbeit, private Schlagzeilen sind nicht sein Ding. Schwierige Stoffe und Charaktere mag Ferch ebenso wie das vermeintlich leichte, komödiantische Fach. Ohne Zweifel gehört der gebürtige Bremerhavener zu den wohl meistbeschäftigten Schauspielern in Deutschland.

Im Juni erst stand Ferch im österreichischen Gmunden für den von Oliver Berben produzierten ZDF-Film ‘Der Clan: Die Geschichte der Familie Wagner’ vor der Kamera. Da spielt er Houston Chamberlain, den antisemitisch eingestellten Schwiegersohn des Komponisten Richard Wagner. “Er ist ein Intrigant, der sein Unwesen treibt”, sagte Ferch damals. “Das ist etwas, was ich eigentlich total verabscheue.” Der Wagner-Film soll Ende des Jahres im ZDF zu sehen sein.

Ebenfalls im Dezember strahlt der ORF – und voraussichtlich im Frühjahr dann das ZDF – nach Angaben von Wolfgang Werner mit ‘Zauberberg’ den 3. Teil der Reihe ‘Spuren des Bösen’ aus, in der Ferch den Polizeipsychologen Richard Brock spielt. Brock ist ein vom Schicksal gebeutelter Verhörexperte, den die Polizei in Wien in besonders heiklen Fällen hinzuzieht. “Er ist quasi ein Außenseiter. Nicht nur Außenseiter als Deutscher in Wien, sondern auch ein Außenseiter in seinem Beruf, in seinem Leben. Er ist ein unheimlich einsamer Hund”, sagte Ferch anlässlich der Brock-Premiere 2012. Die Rolle dieser gebrochenen Figur liegt ihm besonders am Herzen, wie sein Agent sagte. “Zudem spielt die Geschichte in Österreich, wo sich Heino Ferch sehr wohlfühlt.”

Joseph Vilsmaiers preisgekrönter Kino-Hit ‘Comedian Harmonists’ verschaffte Ferch 1997 den Durchbruch als Charakterdarsteller mit internationalem Format. Dem Fernsehpublikum ist er in erster Linie als unter Tage festsitzender Kumpel Franz Wolbert in dem Sat.1-Zweiteiler ‘Das Wunder von Lengede’ in Erinnerung. Für seine eindringliche Darstellung erhielt Ferch den Grimme-Preis. In «Der Untergang», dem Anfang 2005 für einen Oscar nominierten Film über die letzten Tage Adolf Hitlers, spielte Ferch den Nazi-Architekten Albert Speer. An großen Fernsehproduktionen wie ‘Der Tunnel’, «Die Luftbrücke» oder ‘Krupp – Eine deutsche Familie’ wirkte Ferch ebenso mit wie in dem Kinofilm ‘Baader Meinhof Komplex’ und dem berührenden Road-Movie ‘Vincent will Meer’.

Schon als Schüler hatte Ferch seine Liebe zur Schauspielerei entdeckt. Seine Bühnenkarriere startete er 1978 mit einer artistischen Rolle im Musical ‘Can Can’ und absolvierte nach dem Schulabschluss eine Schauspielausbildung am Salzburger Mozarteum, die auch Stepptanz, Ballett und Gesang einschloss. 1987 ging er an die Freie Volksbühne in Berlin. Als Gast spielte er bei den Salzburger Festspielen und in der Mailänder Scala. Nebenbei stand er immer häufiger vor der Kamera. 1987 drehte Ferch mit «Schloss Königswald» seinen ersten Kino-Film und ein Jahr später mit «Die Männer vom K3: Schützenfest» den ersten TV-Krimi.

Seine wohl liebste Rolle ist aber die private als Familienvater. Mit seiner Frau Marie-Jeanette und der gemeinsamen vierjährigen Tochter Ava lebt Ferch am Ammersee in Bayern. Aus einer früheren Beziehung hat er bereits eine Tochter. «Das ist ein wahnsinnig schönes Erlebnis, ich genieße das sehr», sagte er nach der Geburt von Ava 2008 der Illustrierten ‘Bunte’. Schon bald darf Ferch wieder Windeln wechseln: Im Frühjahr ließ der leidenschaftliche Papa bestätigen, dass seine Frau erneut schwanger ist – sein vermutlich schönstes Geburtstags-Geschenk. (dpa)

Foto: Tobias Hase