Sonntag, 18. August 2013, 14:25 Uhr

Spike Lee nimmt Millionen durch Spenden für neuen Film ein

Spike Lee hat richtig Kasse gemacht. Der amerikanische Regisseur (‘Inside Man’) hat in knapp vier Wochen über eine Million Dollar an Spendengeldern für seinen nächsten Film zusammengetrommelt.

 Spike Lee nimmt Millionen durch Spenden für neuen Film ein

Die Sammelaktion über das Internetportal ‘Kickstarter’ hatte der Regisseur am 21. Juli begonnen. Am Freitag kletterte die Summe auf mehr als 1,3 Millionen Dollar. Mehr als 5000 Fans halfen dabei mit Spenden ab 5 Dollar aufwärts mit. Die Aktion ist auf 30 Tage angelegt.

Auch Kollegen wie ‘Scrubs’-Star Zach Braff haben über das Spendenportal mit Tausenden Unterstützern das nötige Geld für ihre Projekte besorgt.

Lee will mit den Einnahmen einen noch namenlosen Film über ‘Blutsucht’ finanzieren, allerdings sei es kein Vampirfilm sondern eine Art Love Story, erklärte der Regisseur zuvor. Unabhängig von einem großen Hollywoodstudio möchte er bereits Ende des Jahres mit den Dreharbeiten beginnen.

Geldgeber erhalten im Gegenzug – je nach Höhe der Spende – Autogramme, Eintrittskarten zur Kinopremiere oder eine kleine
Statistenrolle in dem Film. Regisseur Steven Soderbergh («Side Effects – Tödliche Nebenwirkungen») und 27 weitere Spender zahlten den Höchstbetrag von 10 000 Dollar. Sie werden im Gegenzug von Lee zu einem gemeinsamen Dinner und einem Besuch bei dem Basketball-Team New York Knicks eingeladen.

Als nächstes meldet sich Lee mit einem Remake des südkoreanischen Thrillers ‘Oldboy’ auf der Leinwand zurück. Das Rachedrama mit Josh Brolin, Elizabeth Olsen und Sharlto Copley läuft in den USA Ende Oktober an, in Deutschland erst im Januar.

Kommentar der ‘Neuen Osnabrücker Zeitung’: “US-Regisseur Spike Lee wird wegen seiner Crowdfunding-Aktion aus gutem Grund auch heftig kritisiert: “Lustig, sexy und blutig” soll sein neuer Film werden – das ist alles, was seine Fans über das Filmprojekt, das sie finanzieren sollen, erfahren. Blogger werfen Lee deshalb vor, seine Förderer nicht wertzuschätzen. Außerdem sei er zu reich und bekannt, um sich seine persönlichen Träume mit dem Geld anderer zu finanzieren.

Lees Vorgehen zeigt in der Tat, dass er das psychologische Prinzip hinter Crowdfunding-Prozessen dieser Art gründlich missverstanden hat: Als Gegenleistung für ihre finanziellen Gaben möchten die Fans sich von ihrem Idol zumindest ernst genommen fühlen. Sie wollen einmal im Leben wichtig sein. Das funktioniert aber nur, wenn der Künstler sie an dem Projekt, das sie finanzieren, auch teilhaben lässt: Es muss ja nicht gleich eine Hauptrolle sein. Aber als völlig unwichtige Statisten sollten sie sich auch nicht fühlen müssen.” (dpa/KT)

Foto: WENN.com