Samstag, 24. August 2013, 19:48 Uhr

Kinostar Henry Hübchen in einer neuen Paraderolle als "Gott des Gemuffels“

Henry Hübchen ist zurück! In der charmanten Sommer-Komödie ‘Da geht noch was’ (Kinostart 12. September) brilliert der „Gott des Gemuffels“ zusammen mit dem großartigen Florian David Fitz (hier geht’s zu unserem exklusiven Nackt-Starschnitt!) als kauziges Vater-Sohn-Gespann.

Als deprimierter und kürzlich verlassener Familienpatriarch badet Carl (Henry Hübchen) in einem Meer aus Bierdosen und Selbstmitleid. Während eines hitzigen Schlagabtausches mit seinem Sohn Conrad (Florian David Fitz) fällt der rüstige Rentner in den leeren Pool und verletzt sich. Kurzerhand zieht Conrad wieder bei seinem störrischen alten Herren ein. Ob das wohl gut geht…? Eins ist auf jeden Fall sicher: Henry Hübchen spielt in dieser Komödie eine Paraderolle, denn der Grummel-Carl steht ihm wirklich hervorragend zu Gesicht.

Aber: Da geht noch mehr, denn der beliebte Schauspieler ist äußerst vielseitig und wandelbar. Kein Wunder, denn er hat bereits in über achtzig Filmen mitgespielt und kann auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken. Grund genug, die verschiedenen Seiten des „Mastroiannis vom Prenzlauer Berg“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen – und zu sehen, wie viel Carl in Henry Hübchen tatsächlich steckt.

Henry Hübchen der Schauspieler
Henry Hübchen ist ein echter Berliner Junge. Im Jahre 1947 erblickt er in Berlin-Charlottenburg das Licht der Welt. Nach seinem Studium für Schauspielkunst entwickelt sich der deutsche Beau zu einem der gefragtesten Schauspieler der DDR. Gekrönt wird sein früher Erfolg mit der einzigen Oscar-Nominierung für einen DDR-Kinofilm überhaupt. Als Mischa in „Jakob der Lügner“ (1974) kann er ein internationales Publikum von seinem Talent überzeugen. Erfolgreich ist Hübchen aber auch als Theaterschauspieler. Wegweisend für seine Karriere ist die Zusammenarbeit mit Frank Castorf, die ihn nicht nur an der Berliner Volksbühne zum Star macht.

Auf der Leinwand wird Henry Hübchen vor allem mit den Filmen „Sonnenalle“ (2000) und „Alles auf Zucker“ (2005) bekannt. Für letzteren erhält er den deutschen Filmpreis als bester Schauspieler. Wahrscheinlich hätte er aber auch Polizist werden können, denn als Fernseh-Kommissar erfreut sich Hübchen sowohl im „Polizeiruf 110“ als auch in „Commissario Laurenti“ größter Beliebtheit. Für sein Wirken im „Polizeiruf 110“ wird Hübchen sogar mit dem Adolf-Grimme-Preis Spezial ausgezeichnet. Nach „Jesus liebt mich“ (2012) steht Hübchen mit ‘Da geht noch was’ nun zum zweiten Mal mit seinem Schauspielerkollegen Florian David Fitz vor der Kamera. Und wir freuen uns darauf!

Der private Henry Hübchen
Henry Hübchen (auf dem Foto unten mit Regisseur Holger Haase, Produzentin Viola Jäger, Marius Haas und Florian David Fitz) kann auf eine äußerst erfolgreiche Schauspielerkarriere zurückblicken. Und das, obwohl der Berliner eigentlich nie vor der Kamera stehen wollte. Vielmehr sah sich der einstige Physik-Student im Regiestuhl, am Tontechnik-Pult oder als Musiker auf der Bühne. Am Talent soll es jedoch nicht scheitern, denn Hübchen gelingt es, mit „Cassablanca“ einen Riesenhit für die Band „City“ zu komponieren. Und auch als Regisseur ist er durchaus erfolgreich und erhält in den neunziger Jahren zusammen mit seinem Künstlerteam für seine Arbeit den „Friedrich Luft-Preis“. Und sogar sportlich ist Hübchen sehr aktiv – am liebsten auf dem Surfbrett!

Bei den DDR-Meisterschaften nimmt er in dieser Disziplin teil und holt sich 1981 und 1982 den Meistertitel. Auch wenn er sich privat eher zurücknimmt und nur selten etwas über sein bewegtes Leben erzählt, steht so viel fest: Henry Hübchen ist ein äußerst tiefsinniger Mensch, der seinen breiten Erfahrungsschatz direkt aus dem Leben gewonnen hat. So sagt er der Berliner Zeitung im Jahre 1994 : „Glatte Helden haben mich nie interessiert, sondern immer das, was darunter liegt.”.

Henry Hübchen als Carl in ‘Da geht noch was’
Auf den ersten Blick hat Henry Hübchen mit seiner Rolle als Carl so gar nichts gemeinsam. Carl hat sich mit seinem Leben bereits abgefunden und gibt sich keine wirkliche Mühe mehr, für seine Familie da zu sein. Kurzerhand verlässt ihn seine Frau und Carl ist auf sich alleine gestellt. Störrisch und resignierend lässt er sich mehr und mehr gehen. Ein kleiner Unfall bewirkt, dass Sohn und Enkel bei ihm einziehen, um den Miesepeter wieder auf die Beine zu bringen. Eine Generationen-Geschichte beginnt und zeigt, dass es sich immer lohnt, respektvoll miteinander umzugehen. Hübchen ist privat alles andere als ein grummeliger Mann, der seine Familie als Selbstverständlichkeit sieht. Er nimmt seine Rolle aber als Anstoß, wenn er sagt, dass man nicht erst mit sechzig darüber nachdenken sollte, wie man eigentlich miteinander lebt: „Es geht immer noch etwas, es ist immer Zeit, kurz inne zu halten und über das Leben und den Umgang miteinander zu reflektieren. Selbst wenn man das fünfzig Jahre lang versäumt hat und das in den letzten zwei Jahren noch hinbekommt, dann geht da noch was!“

Fotos: Constantin