Dienstag, 27. August 2013, 20:35 Uhr

"Zwei Leben" mit Ken Duken geht für Deutschland ins Oscar-Rennen 2014

‘Zwei Leben’ von Regisseur Georg Maas soll den Oscar nach Deutschland holen.

Die deutsch-norwegische Produktion geht für Deutschland ins Oscar-Rennen. Das hat eine Fachjury heute in München entschieden. ‘Zwei Leben’ erzählt die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer Deutschen, die in Norwegen lebt, nach dem Fall der Mauer aber von ihrer geheimen Stasi-Vergangenheit eingeholt wird.

Die preisgekrönte Tragikomödie ‘Oh Boy’ von Jan Ole Gerster ging damit leer aus.

“Der Film ‘Zwei Leben’ überzeugt durch die Beleuchtung eines weitgehend unbekannten Strangs der deutschen Geschichte: der norwegischen Lebensborn-Kinder”, heißt es in der Jury-Begründung. “Das Erbe des Dritten Reichs verzahnt sich auf schuldige Weise mit den Machenschaften des Staatssicherheitsdienstes der DDR. Beeindruckend sind das intensive Zusammenspiel von Juliane Köhler mit Liv Ullmann und die ausdrucksstarke Kinematographie.”

In den männlichen Hauptrollen sind der großartige Ken Duken und der norwegische Kinostar Sven Nordin zu sehen. Wie auch Juliane Köhler (‘Schoßgebete’) lernte Ken Duken für ‘Zwei Leben’ die norwegische Sprache.

Regisseur Georg Maas und die Produzenten des Films sind nach Angaben von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, sehr glücklich über die Entscheidung. “Wir haben lange für diesen Film gearbeitet und freuen uns immens, dass ‘Zwei Leben’ als deutscher Beitrag ins Rennen um den Oscar geht”, hieß es in einer Mitteilung. Und weil der Film am 19. September in die Kinos komme, sei die Entscheidung auch genau zum richtigen Zeitpunkt gefallen. Die Vertriebsrechte für den Film sind bislang nach Frankreich, Israel und Polen verkauft worden.

Beim ‘Audi Festival of German Film'” in Australien, das vom Goethe-Institut und German Films organisiert wurde, erhielt ‘Zwei Leben’ den Publikumspreis.

Ob der deutsche Beitrag es dann auch wirklich unter die fünf Oscar-Nominierten in der Kategorie ‘Bester nicht englischsprachiger abendfüllender Kinofilm’ schafft, soll am 16. Januar 2014 feststehen, die große Oscar-Gala findet dann am 2. März statt.

Bereits im vergangenen Jahr hatte German Films mit ‘Barbara’ von Christian Petzold ein DDR-Drama nach Hollywood geschickt. Bei den Nominierungen ging der Film allerdings leer aus. Im Jahr 2007 hatte das Stasi-Drama ‘Das Leben der Anderen’ von Florian Henckel von Donnersmarck den Auslands-Oscar nach Deutschland geholt.

Und darum geht’s in ‘Zwei Leben’: Katrine (Juliane Köhler) lebt ein glückliches Leben. Sie lebt mit dem Mann ihrer Träume zusammen und liebt ihre Familie über alles. Doch mit dem Fall der Mauer und der politischen Neuordnung Europas wird Katrine von ihrer Vergangenheit eingeholt: Als Tochter einer Norwegerin und eines deutschen Soldaten wurde sie als Kind von den Nazis nach Deutschland verschleppt. Dort wuchs sie in einem Kinderheim auf.

Mit Mitte 20 floh Katrine aus der DDR nach Norwegen, um ihre leibliche Mutter Åse (Liv Ullmann) zu finden.

Der junge deutsche Anwalt Sven Solbach (Ken Duken) will dieses schwerwiegende Verbrechen des Nazi-Regimes vor Gericht bringen und braucht dafür die Aussagen von Katrine und ihrer Mutter. Doch je mehr Katrine von ihrer Vergangenheit preisgibt, umso tiefer verstrickt sie sich in ein Netz aus Widersprüchen, Lügen und Verrat. Noch ahnt niemand, dass Katrine ein folgenreiches Geheimnis hütet. Wer ist sie wirklich?

Sie wurde von der Stasi zur Spionin ausgebildet und mit der Identität von Ases wirklicher Tochter nach Norwegen geschickt, wo sie sich ein neues Leben in Freiheit aufbauen konnte. Ihre gefälschte Identität ist zu ihrem glücklichen und geliebten Leben geworden. Jetzt steht dieses Dasein am Abgrund … (dpa/KT)

Fotos: Tom Trambow/Farbfilm