Donnerstag, 29. August 2013, 17:20 Uhr

"Reality Queens auf Safari'": Sender weist Rassismusvorwürfe zurück

Die schräge TV-Show ‘Reality Queens auf Safari’ sieht sich Rassismus-Vorwürfen ausgesetzt. Die Organisationen Tanzania-Network.de sowie 22 weiteren Organisationen sind nicht erbaut, wie mit althergebrachten Klischees in der Show gearbeitet werde.

Tanzania-Network fordere beispielsweise den sofortigen Stopp der Ausstrahlung der Show, da diese “rassistisch, diskriminierend und menschenunwürdig ist”.

Die Sendung bediene nicht nur gängige Stereotype gegenüber afrikanischen Ländern, sondern ist in ihrer Darstellungsform auch rassistisch und diskriminierend gegenüber der Bevölkerung Tansanias, heißt es in einem offenen Brief auf der Website der Nichtregierungsorganisation.

In dem Protest-Schreiben, das auf der Website der Organisation veröffentlicht wurde, heißt es u.a.: “Einige Aussagen der Kandidatinnen in der Sendung vom 22.8.2013 lassen sich hingegen nicht mehr mit mangelnden Kenntnissen oder mit einem (inszeniert) niedrigen Bildungsniveau und Intellekt derer selbst entschuldigen, sondern überschreiten eindeutig eine Grenze zur Erniedrigung. In Verbindung mit Kameraeinstellungen und Schnitten wird hier eine Entwürdigung von Menschen vorgenommen, die als Außenstehende nicht Teil der Sendung sind und Stellung nehmen können. Als Beispiel sei hier die Aussage einer Kandidatin genannt, die darauf verweist, dass die tansanischen Männer bei ihrer Ankunft (der Kandidatinnen) am Flughafen einen Samensturz gehabt hätten. Im anschließenden Schnitt werden kopulierende Affen eingeblendet. Neben einer pervertierten Beleidigung der hier gemeinten tansanischen Männer durch die Kandidatin, lässt der damit verbundene Schnitt den subtilen Vergleich zwischen Tansaniern und Affen zu, das ist ungeheuerlicher Rassismus kolonialer Prägung.”

Tansania zeichne sich seit seiner Unabhängigkeit durch politische Stabilität und Frieden in der Region Ostafrika aus, heißt es weiter. “Trotz seiner ethnischen Heterogenität beschreitet es seit über 20 Jahren einen erfolgreichen und friedlichen Weg der Demokratisierung, gilt als Musterland für das Zusammenleben von Christen und Muslimen und wird dafür international geschätzt und anerkannt.”

ProSieben-Sprecher Christoph Körfer erklärte dazu laut dpa: “Diese Vorwürfe möchte ProSieben klar zurückweisen. Es liegt uns fern, ein ‘neokoloniales Bild Afrikas’ zu zeichnen. Im Gegenteil: Wir möchten in diesem Unterhaltungs-Programm besonders die Schönheit Afrikas zeigen. Dazu reisen wir quer durch das Land. Dabei blicken wir durchaus mit einer gehörigen Portion Humor und Selbst-Ironie auf unsere Reality-Queens und ihre Ansprüche, zeigen sehr viel Respekt vor der tansanischen Bevölkerung.”

Fotos: ProSieben/Guido Ohlenbostel