Samstag, 07. September 2013, 21:20 Uhr

"King Ping": Treppenmörder, schwule Türsteher und Bela B. als Transe

‘King Ping’ ist Crime, Komödie, Trash und Musikfilm. Sehr wild gemixt und geschüttelt nennt man das einen Bastard. Deutscher Kinostart ist am 31. Oktober.

Das Ergebnis ist ein Film, der viel Raum für schräge Figuren und schrille Dialoge bietet und mit einem lässigen, unkonventionellen Helden (Sierk Radzei, „Add a Friend“), smarten Szenegesichtern (Ärzte-Star Bela B. als Friseuse Biggi sowie Christoph Maria Herbst als Reporter), unverkennbarem Humor und einem Soundtrack aufwartet, der mehr als 30 Soul-, Rock- und Retrosongs umfasst.

Regie führte Claude Giffel, der mit ‘King Ping’ sein Spielfilmdebüt gibt. Ausschließlich mit privaten Mitteln und über Crowdfunding produziert, schlägt das Herz von ‘King Ping’ ganz klar auf dem rechten Fleck, ist charmant, spannend, bekloppt, unkorrekt – und ziemlich cool.

Ein echtes Highlight für alle, die auf Filme stehen, die aus der Reihe tanzen.

Produzent Christoph Schmidt sagte über seinen Film: “Die Idee entstand 2009. Nachdem wir auf Festivals einige Filme, darunter auch viele Debüts gesehen hatten, sinnierten wir darüber, ob wir nicht selbst Filme nach unserem Geschmack produzieren könnten. Die Vision gab es schon lange. Ganz anarchisch und vielleicht auch etwas naiv haben wir gesagt: Lass uns das machen.”

Co-Produzent Dirk Michael Häger fügt hinzu: “Für Christoph und mich war klar: Wir wollen machen, was wir bei unseren Lieblingsfilmen lieben, die absurde, komische und surreale Elemente verbinden – wie es vorrangig Filme aus England, Skandinavien, aber auch den USA tun. Also haben wir uns vorgenommen: Wenn es das sonst nicht oder noch zu wenig gibt, versuchen wir es am besten einfach selbst.”

Und darum geht’s: Clemens „King“ Frowein (SIERK RADZEI), Pinguinpfleger und Ex-Bulle, hat von allem zu viel: Figur, Frisur und freakige Freunde. Seit seiner Suspendierung wohnt King im Hinterzimmer des schrillen Szeneladens „Biggi Baby“. Irgendwie ist hier immer Party bei der singenden Friseuse Biggi (BELA B.). So könnte es ja weiter gehen. Wäre da nicht dieser Ex-Kollege, mit gebrochenem Genick am Ende einer Treppe.

Die Polizei glaubt an einen Unfall, doch der Treppenmörder wird nicht ruhen – und der King muss wieder ran! Zwei verpeilte Tierpfleger, ein schwuler Maskenbildner. (Viel Schminke, wenig Kohle. Deswegen: Rausschmeißer im Puff – HANS- MARTIN STIER) und eine ketterauchende Nachbarin (LILAY HUSER) bilden eine Soko der anderen Art. Und der große Christoph Maria Herbst als „lokaljournalistische Pestbeule“ macht den Wahnwitz komplett. Schräger geht’s nicht.

Fotos: Claudia Scheer van Erp