Donnerstag, 03. Oktober 2013, 9:49 Uhr

Deutscher Fernsehpreis: "Got to Dance" ist beste Unterhaltungsshow

‘Got to Dance’ konnte sich beim 15. Deutschen Fernsehpreis gegen ‘Let’s Dance’ durchsetzen.

Die seit 2013 von ProSieben und Sat.1 gezeigte Castingsendung, in der Moderatorin Palina Rojinski, Take That-Star Howard Donald und Tänzerin und Choreografin Nikeata Thompson als Jury über das Schicksal der Kandidaten entschieden, wurde gestern mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie ‘Beste Unterhaltungsshow’ ausgezeichnet. Damit ließ das Format unter anderem den RTL-Konkurrenten ‘Let’s Dance’ leer ausgehen.

Ebenfalls über einen Preis freuen durften sich auch Susanne Wolff (‘Beste Schauspielerin’) und Matthias Brandt, der als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Wolff gelang es so, sich mit dem ARD-Film ‘Mobbing’ gegen Alice Dwyer (‘Im Alleingang – Elemente des Zweifels’ – Sat.1), Julia Jäger (‘Zeit der Helden’ – SWR/Arte), Claudia Michelsen (‘Der Turm’ – ARD) und Nadja Uhl (‘Operation Zucker’ – ARD und ‘Der Turm’ – ARD) durchzusetzen. Brandt – unter anderem für ‘Polizeiruf 110: Der Tod macht Engel aus uns allen’ (ARD) und ‘Polizeiruf 110: Fieber’ (ARD) nominiert – ließ mit seinem Sieg derweil die Kollegen Robert Atzorn (‘Der Fall Jakob von Metzler’ – ZDF), Volker Bruch und Tom Schilling (‘Unsere Mütter, unsere Väter’ – ZDF), Lars Eidinger (‘Polizeiruf 110: Der Tod macht Engel aus uns allen’ – ARD) und Jan Josef Liefers (‘Der Turm’ – ARD) leer ausgehen.

In der Kategorie ‘Bester Film’ gewann der ARD-Streifen ‘Operation Zucker’; als bester Mehrteiler wurde ‘Unsere Mütter, unsere Väter’ (ZDF) ausgezeichnet. Den Preis für die beste Serie erhielt ‘Zeit der Helden’ (SWR/Arte). Zu den weiteren Gewinnern des Abends zählen außerdem ‘Hudekamp – Ein Heimatfilm’ (NDR) als ‘Beste Dokumentation’ und ‘Staatsgeheimnis Bankenrettung’ (Arte/RBB) in der Kategorie ‘Beste Reportage’.

Nicht über einen Preis freuen durfte sich derweil Entertainer Stefan Raab, der mit seiner Polit-Sendung ‘Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen’ im Bereich ‘Beste Information’ zunächst auf einen Sieg hoffen konnte. Schließlich gewann jedoch die Sendung ‘auslandsjournal XXL: Brasilien’ (ZDF) in dieser Kategorie.

“Ich nehme diesen Preis nicht an” – Mit diesen Worten betrat Kabarettist und Schauspieler Ottfried Fischer (59) am Mittwochabend die Bühne bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises.

Für einen Augenblick herrschte betretene Stille unter den rund 1300 Gästen im Kölner Coloneum, bis Fischer nachschob: “Eine Pointe!” Vor fünf Jahren hatte der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki mit dieser Bemerkung die Auszeichnung abgelehnt, weil ihm viele TV-Sendungen, die an jenem Abend prämiiert wurden, nicht passten.

Fischer jedoch, der vor fünf Jahren seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht hatte, nahm den Ehrenpreis der Stifter für sein Lebenswerk natürlich an. Er berichtete, dass er aus der Gegend von Passau stamme. Die Stadt habe mit dem Fernsehen gemeinsam, dass ihr häufiger das Wasser bis zum Hals stehe. Er erzählte noch ein paar Anekdoten aus der Heimat und trug ein Gedicht über Venedig vor. Das Publikum wird Fischer, dessen Freundin Simone Brandlmeier im Publikum saß, künftig missen müssen, zur Zeit dreht er den letzten Film in der Reihe Pfarrer Braun. (Bang/dpa)

Foto: Henning Kaiser