Donnerstag, 03. Oktober 2013, 19:14 Uhr

"Helden": Die erste Riege Publikums-Lieblinge kämpft gegen den Untergang

“Deutschland, wie wir es kennen, hat aufgehört zu existieren”, verkündet der Kanzler (Heiner Lauterbach) mit steinerner Miene. “Wir müssen zusammenhalten, um zu überleben.”

"Helden": Die erste Riege Publikumslieblinge kämpft gegen den Untergang

In der Tat steht es schlimm um das gesamte Bundesgebiet und seine Menschen: Ein Nachrichtensatellit stürzt in den Berliner Reichstag und hinterlässt ein Bild der Verwüstung. Flugzeuge fallen vom Himmel, die Telekommunikation und die Lieferung von Wasser, Strom und Gas brechen zusammen. Gewaltige Canyons spalten das Land. Ursache der Katastrophe ist ein Versuch am fiktiven Kernforschungszentrum ‘Collider’ in Genf.

Wissenschaftler wollten dort den Urknall simulieren und haben dabei ein “Schwarzes Loch” produziert, das Materie und Licht auf Erden zu verschlingen droht. “Restrisiko” lautet die Formel, die das Forschungsexperiment zum nationalen und internationalen Desaster geraten ließ. ‘Helden – Wenn dein Land dich braucht’ heißt der extrem aufwendige, acht Millionen Euro teure Eventmovie der Münchner Dreamtool Entertainment im Auftrag von RTL, der diese Geschichte erzählt. Der Kölner Privatsender strahlt ihn heute um 20.15 Uhr aus. Hier geht’s zum Trailer!

"Helden": Die erste Riege Publikumslieblinge kämpft gegen den Untergang

Verwegen und über sich selbst hinaus wachsend kämpft in dem Science-Fiction-Film à la Popcorn-Kino eine erste Riege deutscher Publikumslieblinge unter der Regie von Hansjörg Thurn (48, ‘Die Wanderhure’) um das Weiterbestehen der zerstörten Heimat. Neben Heiner Lauterbach sind etwa Christiane Paul, Christine Neubauer, Yvonne Catterfeld, Shootingstar Jannis Niewöhner, Hannes Jaenicke und Armin Rohde an den 48 Drehtagen dabei gewesen. “Ich könnte nicht stolzer sein als auf diesen Film”, erklärt dazu Produzent Stefan Raiser.

Der Dreamtool-Chef begründete bei einer Pressevorführung in Hamburg seine Absichten bei dem so offenkundig an Vaterlandsliebe und Gemeinschaftsgeist appellierenden 140-Minuten-Spektakel. “Ich werde dieses Jahr 42 – seit meiner Schulzeit bin ich in Bezug auf Deutschland mit geducktem Kopf aufgewachsen”, sagte Raiser der Nachrichtenagentur dpa. “An Amerika habe ich dagegen immer toll gefunden, wie die Bürger sich zu ihrem Patriotismus bekennen. Ein Schlüsselerlebnis wurde für mich daher die Fußball-WM 2006, als wir Deutschen locker, friedlich und wie befreit aus vollem Halse die Nationalhymne sangen und uns eine Fahne ans Auto klemmten.”

Helden-4

So eine unverhohlen positive, völlig unchauvinistische Grundstimmung dem eigenen Land gegenüber und den Zusammenhalt von Menschen aller Schichten und Altersgruppen – das solle der Film vermitteln, für den ihm außerdem die Kernforschungen am realen Schweizer CERN-Institut einen Anstoß geliefert hätten.

Dabei wollen Raiser und RTL einen ‘modernen Heimatfilm’ zeigen – und so gehören denn auch Moslems, die hier gemeinsam mit Christen in einer Turnhalle beten, zum zeitgerechten Deutschland.

"Helden": Die erste Riege Publikumslieblinge kämpft gegen den Untergang

Neben einer Fülle von Drehorten zwischen Spreewald und Alpenregion sowie einer an Hollywood-Blockbuster gemahnenden, mit viel Computer-Spezialeffekten und Stunts erzeugten Katastrophenästhetik bietet das ‘Helden’-Epos auch sonst reichlich Motive für heftige Zuschauergefühle: Von eingeschlossenen Kindern, Fußballfans mit Herz auf dem rechten Fleck und einer superstarken Wissenschaftlerin bis zu Liebe, Freundschaft und Opfersinn in Zeiten der Bedrohung ist hier vertreten, was Identifikation stiftet. Und was durchaus eine sinnvolle Diskussion anregen könnte über Patriotismus und darum – wie Raiser es in Hamburg formulierte – “was wir Deutschen so alles gerissen kriegen, wenn es um etwas geht.” (Ulrike Cordes, dpa)

Fotos: RTL/ Wolfgang Ennenbach