Freitag, 04. Oktober 2013, 20:53 Uhr

Ira Atari: Diese Lady holt die analogen Sounds der 80er zurück

Ira Atari ist für uns die Granate des Monats. Kaum zu glauben, dass dahinter eine studierte Klavierlehrerin (was ja immer recht angestaubt klingt) steckt, die sich von Kassel aber längst bis Berlin durchgesungen hat.

Die 36-Jährige bekam als erste Solokünstlerin einen Vertrag beim Hamburger Indie-Label Audiolith Records und nun hat sie nach ‘Wish I Had’ eine neue heiße Nummer am Start: ‘Leave It’.

Der Song ist auf dem neuen Sampler ‘Audiolith – Ten Years From Now (Still Doin’ Our Thing #3)’ zu haben.

Schon seit 1992 ist Ira als Sängerin unterwegs, veröffentlichte 2011 ihr erstes Album ‘Shift’. Längst ist die Lady mit ihrer einprägsamen Stimme in Deutschlands Musikmetropole Nr.1 umgezogen und will von hier aus die Szene aufmischen.

klatsch-tratsch.de hat mit Ira geplaudert.

Wie würdest Du Euren Sound beschreiben?
Wir legen Wert auf ältere analoge Sounds. Den klassischen Vorgang sich durch Synth Presets durchzuarbeiten vermeiden wir. Alte Drumcomputer und Synths aus den 80s spielen eine grosse Rolle. Irgendwie geht es – wie in jeder Kunst – um die Kombination aus alt und modern.

Du machst schon seit den 90ern Musik, wofür steht Ira Atari heute?
Ich wollte auf jeden Fall weg von dem harten Electro Sound, den ich noch 2009 gemacht habe. Zum Glück habe ich vor ca. einem Jahr Bernhard Raser, einen studierten Jazzschlagzeuger und Produzenten aus Wien, kennengelernt, mit dem ich nun zusammen am neuen Album arbeite und seit Neustem auch live auftrete. Früher war der Computer meine Band, jetzt wird das Schlagzeug live gespielt und wir werden in Zukunft gemeinsam immer mehr live umzusetzen.

Was hat sich nach Deinem Umzug in die deutsche Hauptstadt für Deine musikalische Weiterentwicklung geändert? Der war ja quasi als “Neustart” apostrophiert.
Anfangs dachte ich dass es keinen Unterschied machen würde, ob ich in Berlin wohne oder irgendwo anders. Es ging auch musikalisch gar nichts voran in meinem ersten Jahr in Berlin. Ich war eher abgelenkt, musste mich neu orientieren und mir einen Job in einer Musikschule suchen und dann habe ich mein selbst ins Leben gerufene “Back To Zero” zum ersten Mal so richtig gespürt. Es war gut und beängstigend gleichzeitig. Ist aber zum Glück alles gut gegangen und jetzt mache ich genau den Sound auf den ich Lust habe. Ob es anders klingen würde wenn ich nicht nach Berlin gezogen wäre, weiß ich nicht.

Deine neue Single ‘Leave it’ klingt wahnsinnig catchy mit einer tollen Hookline und ein bißchen 80er inspiriert. Schon mit der Vorgängersingle ‘Wish I Had’ schien ja eine glasklare Linie vorgegeben. Mit wem würdest Du Dich am ehesten vergleichen, um denen, die Dich nicht kennen, mal einen Andock-Punkt zu geben?
Wir versuchen natürlich so weit es geht unseren eigenen Sound zu finden, hören trotzdem gerne Songs von Kim Wilde, Metronomy, Oh Land, CHVRCHES etc

Der neue Song gehört eigentlich ins Radio. Manch ein Independent-Künstler schämt sich ja dafür.
Wir haben nichts dagegen im Radio gespielt zu werden. Es gibt ja auch genug tolle Independent-Radiosender die unsere Musik spielen. Dafür sind wir dankbar.

Ist ein neues Album in der Mache? Wer ist Dein musikalisches Kreativteam?
Ja, im Oktober 2014 kommt endlich unser neues Album. Das Kreativteam besteht aus Bernhard Raser und mir.

Wen hört Ira Atari privat am liebsten?
Kim Wilde, Metronomy, Oh Land, CHVRCHES etc

Aktuelle Termine:
05.10.2013 Stuttgart – Keller Club
12.10.2013 Waldshut – Kornhaus
19.10.2013 Bayreuth – Trichter
08.11.2013 Hanau- AKZ Metzgerstraße

Fotos: Martina Trommer, Martin Groß