Samstag, 05. Oktober 2013, 12:48 Uhr

Cher: "Mein Körper ist mein Kapital"

Cher findet den Alterungsprozess grausam, aber auch die Gerüchte über Schönheitsoperationen “schrecklich”.

 Cher: "Mein Körper ist mein Kapital"

“Ich kann den Alterungsprozess nicht aufhalten, selbst wenn ich noch so viel dagegen unternehme. Aber ich akzeptiere ihn auch nicht”, sagt Cher (67) im Interview mit der Illustrierten ‘Frau im Spiegel’. Das Alter sei grausam, findet die berühmte Pop-Diva. Schönheitsoperationen gehören ihrer Meinung nach “einfach zum Showgeschäft” dazu. “Viele Leute – darunter mein erster Mann – haben schon in den Sechzigerjahren kleinere Sachen machen lassen.” Auch sie habe OPs hinter sich. “Nur: Es sind längst nicht so viele, wie manche glauben. Ich bin da keineswegs obsessiv, sondern habe verdammt gute Gene”, stellt sie klar. Die Sache sei nur, “dass selbst das auf lange Sicht nicht reicht”. Man könne schlichtweg nichts gegen das Alter tun. Das zu erkennen, sei kein schönes Gefühl.

Die 67-Jährige bezeichnet sich als “Modejunkie”. Und sie liebe es, ihren Körper zu zeigen, auf den sie sehr stolz sei. “Er ist mein Kapital, und das nutze ich auch”, erklärt sie. “Ganz abgesehen davon ist es toll, Bewunderung und neidische Blicke zu ernten. Ebenso, wie ein bisschen Irritation zu provozieren.”

Diese Einstellung hat ihr schon viele Bewunderer eingebracht, darunter auch Elvis Presley und Marlon Brando – und eine Reihe weitaus jüngerer Lebensgefährten. “Was aber auch daran lag, dass ältere Männer mich nicht mochten”, betont sie. “Sie haben mich jedenfalls nie gefragt, ob ich mit ihnen ausgehen möchte. Ich wäre über Jahre hinweg verdammt einsam gewesen, wenn es keine jüngeren Männer gegeben hätte.” Die seien mit Frauen wie ihr aufgewachsen und hätten insofern keine Angst vor ihr gehabt. “Das dürfte das Problem mit den Älteren gewesen sein: Ich habe sie nervös gemacht oder war ihnen zu unabhängig.”

Ihrem extravaganten Kleidungsstil ist sie aber treu geblieben. Ob sie sich bei einem Outfit schon mal gedacht hat: “Oh Gott, wie konnte ich nur?” – Cher: “Niemals. Obwohl, doch, einmal schon. Und das war schrecklich. Es war ein Outfit, das ich bei meiner TV-Show getragen habe, und das eigentlich ganz okay aussah. Ich bin dann Rollschuhe gelaufen, und ein Fotograf hat mich von der Seite abgelichtet. Wobei das Blitzlicht so stark war, dass ich fast nackt zu sehen war. Aber das war auch das einzige richtige Desaster.”

In Deutschland redet man immer noch über ihren Auftritt bei “Wetten dass..?” in einem Hauch von Nichts. Cher selbst fand das unspektakulär: “Ach, das war doch harmlos”, sagt sie. “Und wissen Sie, dass man da quasi bis zuletzt an mir rumgenäht hat? Ich bin letztlich gar nicht in dem Outfit aufgetreten, das ich wollte – weil da mehrere alte, deutsche Damen waren, die irgendwelche Rüschen an meinem Hintern angebracht haben. Was ich kaum glauben konnte. Ich habe gedacht, Deutschland wäre etwas offener.”

Die Pop-Diva und Oscarpreisträgerin (“Mondsüchtig”) legt zwölf Jahre nach ihrem letzten Album nun die neue CD “Closer to the Truth” vor. Heute Abend ist sie im ZDF bei “Wetten dass..?” zu sehen und wird den Song “I Hope You Find It”, ursprünglich ein Hit von Miley Cyrus (20), präsentieren. Ihre Begründung, warum sie so lange für ihr neues Album gebraucht hat: “Es mag sich dumm anhören, aber die Wahrheit ist: Ich habe einfach vergessen, wie lange das letzte schon her ist. Ich tendiere dazu, Jahre, Zahlen und Namen zu vergessen. Und das schon seit Längerem, was mir sehr unangenehm ist.”

Foto: WENN.com