Dienstag, 15. Oktober 2013, 11:40 Uhr

Elyas M'Barek plaudert über seine neue Komödie "Fack Ju Göhte"

Kinoliebling Elyas M’Barek kehrt endlich auf die große Leinwand zurück.

Knapp 2,4 Millionen Zuschauer sahen Bora Dagtekins Komödie ‘Türkisch für Anfänger’ und machten sie zum erfolgreichsten deutschen Kinofilm des Jahres 2012.

Nach diesem grandiosen Kickstart bringt Regisseur und Autor Bora Dagtekin am 7. November 2013 die Schulkomödie ‘Fack Ju Göhte’ in die deutschen Kinos. Die Hauptrolle des Kleinkriminellen Zeki Müller, der zum Aushilfslehrer wird, damit er seine unter der Schulturnhalle vergrabene Beute bergen kann, schrieb Bora Dagtekin für keinen anderen als seinen Lieblingsschauspieler Elyas M’Barek.

Zeki ist der Sohn einer Prostituierten, wird aus dem Knast entlassen und durchlebt als angeblicher Lehrer an der Goethe-Gesamtschule nochmal seine Schulzeit.

Ach, übrigens: Es gibt nicht nur jede Menge zu lachen, sondern auch Elyas’ knallhart durchtrainierten Body zu bewundern.

Was Elyas M’Barek selbst über den Lehrerberuf denkt, warum sich Zeki im Film ausgerechnet in die spießige Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) verliebt und wie es war, mit so vielen Jungschauspielern zu arbeiten, erzählt er im Interview.

Sie spielen Zeki Müller, einen eigenwilligen Lehrer ohne pädagogische Ausbildung. Wodurch unterscheidet sich die Rolle von früheren Projekten?
Zeki Müller ist bislang meine reifste Rolle. Ich spiele keinen Jugendlichen mehr, sondern einen Lehrer – und die Leute kaufen mir das tatsächlich ab. Zeki ist ja eigentlich ein Kleinkrimineller, der aus dem Knast kommt und an die Beute aus seinem letzten Raubzug will. Leider wurde über das Versteck inzwischen eine neue Turnhalle gebaut. Deshalb greift er zu seiner eigenen Technik, um an das Geld zu kommen. Er heuert als Lehrer an, um Zugang zum Keller zu bekommen, aus dem er sich rangräbt.

Ist Zeki Müller ein Fluch oder ein Segen für die Goethe-Gesamtschule?
Anfangs ist es sicher ein Drama, dass Zeki den Unterricht leitet, weil er weder Ausbildung noch Ahnung hat. Aber dann sorgt er doch für frischen Wind an der Schule. Er kommuniziert mit den Schülern quasi in ihrer eigenen asozialen Sprache.

Bricht der Film eine Lanze für den Lehrerberuf?
Ich glaube schon. Bora vermittelt durch den Film, dass nicht alle Lehrer doof sind. Er kommt ja aus einem Lehrerhaushalt, seine Mutter ist Lehrerin. Die meisten Lehrer ergreifen den Beruf aus Überzeugung. Es gab auch in meiner Schullaufbahn Lehrer, die eine Art Vorbildfunktion hatten. Die fand ich cool. Die haben mir Werte vermittelt und etwas für mein Leben beigebracht.

Warum verliebt sich der coole Zeki im Film in die völlig uncoole Lisi Schnabelstedt?
Weil dieser Gegensatz das Geheimnis einer guten Komödie ist. Zwei Menschen zuzuschauen, die auf den ersten Blick überhaupt nicht zueinander passen, ist immer interessant. Das war bei Cem und Lena in TÜRKISCH FÜR ANFÄNGER genauso. Lisi steht für all das, was Zeki fehlt. Sie komplettiert ihn sozusagen. Sicher bedeutet so eine anständige und süße Frau für Zeki auch Geborgenheit. Und es berührt ihn ,dass sie an ihn glaubt und mehr in ihm sieht. Sie kitzelt den guten Kerl in ihm raus und das will er ja eigentlich lieber sein als ein Arschloch.

Wie war die Zusammenarbeit mit der Kollegin Karoline Herfurth?
Karoline hat sich mal beklagt, dass es am Set zu harmonisch zwischen uns beiden zugeht. Sie wünschte sich mehr private Spannung, damit uns das Spielen der Rollen leichter falle. Ich habe ihr direkt einen Streit angeboten, aber darauf ging sie nicht ein. Karoline ist eine professionelle, total umgängliche und bezaubernde Kollegin.

In vielen Szenen haben Sie mit sehr jungen Schauspielern gedreht. Wie war das?
Es ist Wahnsinn, wie viele gute Nachwuchsdarsteller es gibt. Ich musste ständig lachen, wenn ich denen zugeschaut habe. In einigen Szenen saßen aber auch kleine Kinder vor mir in der Klasse. Ich glaube, die hatten richtig Schiss, als ich die anschreien musste. Die guckten mich völlig verstört an. Ich habe mich auch entschuldigt und denen gesagt, dass ich im normalen Leben total nett bin und dass ich das alles nur für den Film machen muss.

Fotos: Constantin