Dienstag, 15. Oktober 2013, 22:49 Uhr

Robert De Niro stellte in Berlin Gangster-Komödie "Malavita" vor

Am 21. November startet in den deutschen Kinos Luc Bessons neue Komödie ‘Malavita – the Family‘. Besson adaptierte für den Film den humorvollen Action-Roman ‘Malavita’ von Tonino Benacquista.

Niemand anderes als Oscar®-Gewinner Martin Scorsese verleiht als ausführender Produzent sein Gütesiegel dabei einem Film, dessen Charaktere sich nahtlos in seine eigene Galerie aus ruchlosen Mafiabossen und liebenswerten Ganoven einreihen.

Heute waren Robert De Niro (70) und seine berühmte Kollegin Michelle Pfeiffer (55) kurz in Berlin, um ihren Film in der Kulturbrauerei vorzustellen.

Und darum geht’s: Er war einer der mächtigsten Männer der USA: Fred (Robert De Niro), einst gefürchteter Pate in New York, hat durch seine Aussagen eine ganze Reihe einflussreicher Mafiosi hinter Gitter gebracht.

Nun lebt er mit seiner Frau Maggi (Michelle Pfeiffer) und den beiden Kindern Belle (Dianna Agron) und Warren (John D‘Leo) im Zeugenschutzprogramm in der Normandie – unter dem wachsamen Auge des knallharten FBI-Agenten Stansfield (Tommy Lee Jones).

Ziel ist es, sich unauffällig zu verhalten und unter allen Umständen unter dem Radar zu bleiben – nicht so einfach, denn Freds aufbrausendes Temperament geht gerne mit ihm durch. Und dann noch diese Franzosen – wie kann man da Ruhe bewahren?! Der Kulturschock sitzt tief. Und so ist es nur eine Frage der Zeit, dass die Mafia die Fährte der Familie wieder aufnimmt und gleich mehrere Killer in das beschauliche Dörfchen schickt.

Jedoch haben die nicht mit der Entschlossenheit dieser Familie gerechnet…

„Ein Großteil des Humors im Film entspringt natürlich den Missverständnissen zwischen der Familie Blake und ihren neuen Nachbarn“, sagte Regisseur Luc Besson. „Diese Amerikaner und die Bevölkerung der Normandie geraten ganz schön aneinander. Wenn man in der französischen Provinz auf einen Klempner braucht, wartet man ungefähr zwei Jahre auf ihn. Diese Männer sind dort die Könige. Und wer nicht nett zu ihnen ist, kann auch mal vier Jahre warten. Ob der örtliche Pfarrer, der Besitzer vom Lebensmittelladen oder eben der Klempner – jeder in diesem kleinen Dorf versucht irgendwie, diese sicherlich wohlhabenden Amerikaner ein bisschen übers Ohr zu hauen. Doch sie haben keine Ahnung, mit wem sie es da zu tun haben. Mit Giovanni Manzoni kann man so etwas nicht machen – und auch mit Fred Blake nicht. Wer ihn betrügt, dem geht es an die Gurgel!“

Was Robert De Niro an dem Film besonders reizte, waren der Humor und die originelle Erzählperspektive. „Das ist eine ungewöhnliche Variante des klassischen Mafiafilms mit einer ganz neuen Handlung“, erklärt der Schauspieler sein Interesse.

„Meine Figur war ein Gangsterboss in New York, der allerdings seinen ganzen Clan verraten hat. Als er mit seiner Familie ins Zeugenschutzprogramm eintritt, schickt man sie nach Frankreich. Doch wo auch immer sie sich niederlassen, geraten sie bald in Schwierigkeiten. Jetzt sind sie wirklich im Niemandsland angekommen. Es könnte genauso gut der Mars sein. Als Situation ist das sicherlich mitunter surreal, aber die Figuren sind dabei sehr real und glaubwürdig.“

Am Set musste sich De Niro allerdings Bessons hinlänglich bekanntem, rasantem Dreh-Tempo anpassen, woraus er besondere Energie schöpfte.

Dazu sagte De Niro: „Luc arbeitet tatsächlich sehr schnell. Wenn er ans Set kommt, hat er bereits alles vor Augen. Außerdem ist er direkt hinter der Kamera und hat dadurch alles unter Kontrolle. In seinem Kopf hat er sich schon alles bis ins Detail ausgemalt. Ich mag seine Art zu arbeiten wirklich sehr, denn da wird keine Zeit verschwendet. Für die Spontaneität ist das sehr wichtig.“

Obwohl De Niro und Pfeiffer beiden in den Filmen Der Sternwanderer (2007) und Happy New Year (2011) mitgespielt hatten, standen sie tatsächlich noch nie gemeinsam vor der Kamera. Trotzdem fühlte er sich bei der Zusammenarbeit auf Anhieb wohl. „Ich fand, dass wir gut zusammenpassten“, meint er. „Es war wirklich ein Glück, dass Michelle verfügbar und an dem Film interessiert war.“

Pfeiffer selbst berichtet, dass sie voller Vorfreude auf die Arbeit mit De Niro ans Set kam – und nicht enttäuscht wurde. „Er ist eine solche Ikone“, schwärmt sie. „Es gibt vielleicht eine Handvoll Schauspieler, die für mich so etwas wie Götter sind. Und er ist einer von ihnen. Robert ist unglaublich bescheiden, ganz ruhig und vor allem sehr kollaborativ und großzügig. Ich habe es wirklich genossen, mit ihm und Luc Besson zu drehen.“

Die Schauspielerin, die bereits 1988 in Jonathan Demmes Die Mafiosi-Braut (1988) zu sehen war, gibt zu, dass sie eine Vorliebe dafür hat, Gangster-Ehefrauen zu spielen. Doch der besondere Reiz dieser Geschichte lag für sie in der Familiendynamik der Manzonis alias Blakes: „Der Film hat dieses Genre, das ich sehr liebe, in eine ganz neue Richtung vorangetrieben. Denn vor allem geht es ja darum, wie diese Familie untereinander und mit ihrem Umfeld interagiert, woraus der Film seinen Humor zieht. Sie sind sich selbst die größten Feinde, und niemand kann sie wirklich beschützen, weil sie sich einfach nicht benehmen können. Das Familienverhältnis ist der Dreh- und Angelpunkt, der alles andere in den Hintergrund treten lässt. Egal in welchen Umständen.“

Fotos: Patrick Hoffmann/WENN.com, Universum