Mittwoch, 16. Oktober 2013, 19:45 Uhr

Cate Blanchett: "Diesen Star-Part sehe ich immer schon distanziert"

Hollywood-Schauspielerin Cate Blanchett (44) zählt sicher zu den größten Filmstars der heutigen Zeit.

Dass diese Prominenz jedoch nur eine Facette ihres Lebens darstellt, erläutert die dreifache Mutter im Interview mit der aktuellen Ausgabe ‘der deutschen Vogue’: „Diesen Star-Part sehe ich immer schon distanziert. Da begebe ich mich für ein paar Tage in die Hände eines Teams wie ein Rennfahrer beim Boxenstopp. Es kümmert sich um Haare, Make-up und Garderobe. Für mich ist das fast wie Urlaub. Es gehört dazu, und man kann dosiert sehr viel Spaß am Glamour haben. Am nächsten Tag klingelt trotzdem der Wecker, und die Jungs müssen zur Schule.“

Abseits des Rampenlichts Normalität zu leben, bereite ihr keine Schwierigkeiten: „Sie würden staunen, wie selten ich auf der Straße erkannt werde. Mein Gesicht ist wandelbar, jeder sieht es anders. Das ist gut für Regisseure und macht mir das Normalsein leicht.“

Für ihren neuen Film „Blue Jasmine“ (Kinostart am 7. November) arbeitete die Oscar-Preisträgerin mit Regisseur Woody Allen zusammen. Dabei entdeckte sie eine verblüffende Seite an der Inszenierungslegende: „Er kann ziemlich brutal sein – im besten Sinne. Als ehemaliger Stand-up Comedian besitzt er nämlich den Pragmatismus des Handwerkers: Ein Witz funktioniert oder funktioniert nicht. Die Szene ist interessant oder langweilig. Und das sagt er dir dann auch sofort. Klartext. Beim ersten Mal wirkt es unvermittelt, bis du bald die Genauigkeit seiner Vorstellungen bewunderst.“

Generell finde sie aber Gefallen an herausfordernden Dreharbeiten, so die 44-Jährige: „Das ist eine ganz großartige Erfahrung. Man zieht das etwas perverse Vergnügen daraus, die schwierige Aufgabe überhaupt durchzustehen. Einige meiner liebsten Erinnerungen habe ich an Rollen, die mich in die Knie zwangen.“

Neben ihren Filmprojekten hat sich Blanchett in ihrer Heimatstadt Sydney in den letzten Jahren auch auf der Theaterbühne verwirklicht. Dies sei eine wertvolle Erfahrung gewesen: „Ich selbst habe in diesen Jahren als Schauspielerin viel dazugelernt. Im Kino hat man für eine Szene nur einen Tag. Beim Theater ist man bei der Schlussaufführung immer besser als bei der Premiere“, sagt sie und ergänzt: „Ich liebe auf der Bühne auch diese Konzentration auf den Moment, die direkte Verbindung zum Publikum. Wer nicht im Raum ist, hat die Magie verpasst. Für immer.“

Fotos: Warner Bros.