Sonntag, 20. Oktober 2013, 17:50 Uhr

Matthias Schweighöfer und August Diehl über Liebe und Tod

Matthias Schweighöfer und August Diehl sind seit dieser Woche in dem Film ‘Frau Ella’ im Kino zu sehen.

Matthias Schweighöfer und August Diehl über Liebe und Tod

Auch wenn die beiden bei den Dreharbeiten sicherlich eine Menge Spaß hatten und auch der Film den ein oder anderen Lacher für uns parat hält, spricht er auch immer wieder ernste Themen an. Im Interview mit klatsch-tratsch.de sprachen die beiden Schauspieler über die ernsten Seiten des Lebens.

In ‘Frau Ella’ geht es auch immer wieder um die Angst Chancen im Leben zu verpassen. In der heutigen Zeit lebt man häufig so sehr für die Arbeit, dass andere Dinge zu Nebensächlichkeit werden. Das birgt auch immer wieder die Gefahr, am Ende vielleicht zurückzublicken und zu erkennen, dass man seine Prioritäten möglicherweise falsch gesetzt hat. Gerade als Schauspieler lebt mein häufig für seinen Beruf, so kennt auch August Diehl ab und an das Gefühl die wesentlichen Dinge im Leben vielleicht zu verpassen. „Natürlich gibt es auch mal die Momente, wo man vielleicht fürchtet, sich irgendwann einmal zurückzuerinnern und zu erkennen, dass man sich vielleicht auf die falschen Dinge konzentriert hat und die wesentlichen dann eben verpasst hat“, sinnierte er und fügte hinzu: „Das ist eigentlich eine philosophische Frage. Je mehr man darüber nachdenkt, ob es richtig oder falsch ist, was man tut, dann hinterfragt man plötzlich alles und das ist ja auch nicht richtig. Ich denke, in dem Moment, wo man alles hundertprozentig macht, hat man auch nicht das Gefühl, dass man irgendetwas verpasst.“

Matthias Schweighöfer und August Diehl über Liebe und Tod

Neben verpassten Chancen im Leben, befasst sich der Film aber auch mit den großen Fragen nach dem Tod und der ewigen Liebe. Zu Letzterer hat Matthias Schweighöfer seine ganz eigene Einstellung: „Ich beschäftige mich mit der großen Liebe anders. Ich bin gar nicht so der Verfechter davon, dass es die ewige große Liebe nur in einer Person geben muss. Ich glaube, dass das Gefühl was die große Liebe eben ist, einen lange trägt, aber dass dann auf eine bestimmte Person, das ganze Leben lang zu übertragen, würde ich jetzt nicht sagen.“

Der Tod hingegen übt immer wieder eine seltsame Faszination auf die Menschen aus und auch August Diehl kann sich dem offenbar nicht entziehen. „Ich muss ehrlich sagen, ich beschäftige mich fast täglich mit dem Tod. Ich finde das eine unglaubliche Sache und kann das nicht wirklich akzeptieren“, verriet der Schauspieler sein eigenes Verhältnis zum Thema Tod und philosophierte weiter: „Es ist lustig, dass die Frage nach Liebe und Tod gleichzeitig gestellt wird, weil ich glaube, dass Glück immer etwas damit zutun hat, dass man weiß, dass man nicht ewig ist. In Zeiten und Generationen, wo der Tod näher war, in Kriegszeiten zum Beispiel, und auch in Ländern, wo täglich etwas passiert, sind die Leute statistisch gesehen glücklicher. Und das hat direkt etwas damit zu tun, dass sie wissen, dass vielleicht übermorgen alles vorbei ist. Ich finde das irgendwie sehr interessant, je weiter wir praktisch das Thema wegschieben, dass man irgendwann den Löffel abgibt, desto weniger glücklich sind wir auch.“ (AH)

Foto: Warner Bros.