Mittwoch, 23. Oktober 2013, 20:19 Uhr

Meditativ und hypnotisch: Das ist der Elektropop von CFCF

Nachdem das letzte Jahr vor allem durch die Veröffentlichung verschiedener EPs geprägt war, meldet sich der in Montreal ansässige DJ und Produzent Mike Silver, aka CFCF mit dem ersten neuen Album seit 2009 zurück.

“Outside“ erscheint am 15. November 2013 und arbeitet dabei die musikalischen Ideen vergangener Veröffentlichungen feiner heraus und fasst diese auf einem Werk zusammen.

Eine musikalische Symbiose aus versierten Synthie-Klängen und großen Emotionen. Viele der neuen Songs wurden von Silver auf endlosen Fahrten in Bussen oder Zügen geschrieben, meistens pendelte er dabei zwischen Montreal, New York und Toronto. Dieses Gefühl der ständigen Bewegung beeinflusste die Aufnahmen zu “Outside“ deutlich, man spürt in dem atmosphärischen Elektropop des Kanadiers einen ständigen Drang nach Stabilität, die Angst vor dem Ungewissen und den Sinn für die Schönheit der Natur.

Wie ein Hybrid aus Peter Gabriels meditativen Songs der Frühphase (etwa “San Jacinto”), Brian Enos Ambient-Sound und Mobys entschleunigteren Techno-Tracks klingt “Outside”.

Und es klingt gut. Denn der Produzent hat ein Album aufgenommen, das als Hintergrundmusik für ruhige Stunden ebenso gut funktioniert wie als Begleiter bei langen Autofahrten. Und es würde kaum verwundern, wenn recht bald ein Filmproduzent die Soundtrack-Qualitäten der zehn meist mittellangen Stücke entdeckte – die nicht ganz unähnliche Filmmusik zu Michael Manns 90er-Jahre-Thriller «Heat» könnte ein Vorbild liefern.

Viele der entrückt-elegischen Tracks des zweiten CFCF-Albums – nach “Continent” (2009) – wurden während Silvers Bus- und Bahn-Pendelei zwischen Montreal, New York und Toronto geschrieben. Wenn man die langgezogenen Gitarrensoli von “Find” hört, kann man sich vorstellen, dass es einsame, schwermütige Reisen durch die Nacht waren. Auch der ruhige, entspannte Gesang strotzt nur so vor Melancholie. Die wunderschöne Coverversion von Bonnie «Prince» Billys Song “Strange Form Of Life” passt perfekt in diesen Kontext.

Tanzbare Beats sind also selten auf einem Elektropop-Album, das auch Bezüge zu 80er-Jahre-Bands wie Tears For Fears oder The Blue Nile nicht leugnet. Insgesamt ist CFCF/Mike Silver mit “Outside” (Dummy Records/Pias/Cooperative) ein hypnotisches, stark auf Atmosphäre angelegtes Werk gelungen, das im Gegensatz zu seinem Vorgänger im Loft besser ankommen dürfte als im Club. Hier gibt’s mehr von CFCF zu hören! (dpa/KT)

Fotos: Cooperative