Donnerstag, 24. Oktober 2013, 19:10 Uhr

"Nachtleben Berlin": Grandioses Bilderbuch über 40 Jahre Partykultur

Wie keine andere Stadt weltweit steht Berlin längst für eine Grenzen sprengende Vielfalt gesellschaftlichen Lebens zwischen Hochkultur und Street Style, zwischen Retro und Avantgarde, zwischen Ost und West, zwischen Underground und Glamour.

Der Motor für die Entwicklung der Stadt ist auch heute die Popkultur: Clubs, Kunst, Film, Mode, Literatur und Musik. Nachtleben spannt den Bogen von Punk über Techno bis zur Gegenwart. Ein neues Buch bietet eine einzigartige Geschichte über die Welthauptstadt des Nachtlebens.

Von Bowie bis Berghain: Der opulente Band ‘Nachtleben Berlin: 1974 bis heute‘ illustriert 40 Jahre Berliner Partykultur mit spannenden Geschichten und vielen spektakulären, bisher unveröffentlichten Bildern.

Eine Grenzen sprengende Vielfalt gesellschaftlichen Lebens von West nach Ost, von Subkultur bis Glamour, von Punk über Techno bis zur Gegenwart mit über 400 Fotos. Ein wahrlich grandioses und längst überfälliges Werk!

Mitte der 1980er Jahre, als sich Punk und New Wave totgelaufen hatten, entdeckte das hungrige Berliner Nachtvolk Techno – gerade zu einem Zeitpunkt, als sich die Maschinenmusik in ihrer Heimat Detroit auf dem absteigenden Ast befand.

Als dann die Mauer fiel, war das der Sound, zu dem man den brachliegenden Osten für sich eroberte. Wer heute in Berlin ausgeht, kann ohne Mühe immer noch die alte Haudegen treffen, die von längst vergangenen wilden Zeiten schwärmen und trotzdem in der Gegenwart ganz und gar zu Hause sind.

Unter den zahlreichen Autoren schreibt da beispielsweise die Agenturchefin und Bestsellerautorin Heike Blümner über das legendäre “WMF”: Als in den 90er Jahren das Nachtleben den Berliner Osten als Abenteuerspielplatz entdeckte, dauerte es nicht lange, bis die Praxis ihre eigene Theorie hervorbrachte: “Nomadisch” zu sein, war das Gebot der Dekade. Nicht, dass es eine andere Wahl gegeben hätte. Der ganze Osten war ein temporäres Gefüge mit unklaren Besitzansprüchen, in dessen Nischen gar nichts anderes möglich war als Nichtsesshaftigkeit – das aber dafür mit System. Nichts wäre uncooler gewesen, als sich einen Ort, eine Gruppe oder eine Institution zu suchen mit dem Ziel, es sich offiziell und auf Dauer hübsch zu machen.”

Foto: Metrolit Verlag