Samstag, 26. Oktober 2013, 10:12 Uhr

Sebastian Vettel über Glaube, Liebe, Freundschaften und Geld

Am Sonntag kann der deutsche Sportstar Sebastian Vettel den Sack bereits zumachen. Beim Großen Preis von Indien am Sonntag reicht dem Red-Bull-Pilot schon ein fünfter Platz, um zum vierten Mal in Folge Formel 1-Weltmeister zu werden.

RTL überträgt den 16. Saisonlauf live ab 9.15 Uhr und ist dafür präpariert, dass sich Vettel in Greater Noida vorzeitig zum erneuten Champion kürt. U.a. wird Reporter Felix Görner aus Vettels Heimatstadt Heppenheim zugeschaltet, wo die Leute beim großen Public Viewing mitfiebern werden.

Im Vorfeld hatte Görner bereits ein sehr privates Interview mit dem 26-Jährigen Heppenheimer geführt, in dem es u.a. um Glaube, Liebe und Loyalität ging. RTL strahlt das Gespräch im Countdown zum Rennen ab 9.15 Uhr aus, Teil 2 folgt am kommenden Sonntag (Großer Preis von Abu Dhabi, 3. 11., ab 12.45 Uhr).

So sagte Sebastian Vettel über seine Eltern: “Letzten Endes ist es Liebe zum Kind, wenn man bereit ist, so viel zu investieren. So etwas schweißt dann zusammen. Es ist dann selbstverständlich, dass man bereit dazu ist, von seinem eigenen Erfolg etwas abzugeben, den Eltern und der Familie etwas zurückzugeben, die jahrelang so viel Zeit investiert hat.“

Vettel äußerte sich auch über seine Freundin Hannah. Wenn man eine Beziehung eingehe, so der Rennfahrer, hänge das sehr viel vom Vertrauen ab: “Man gibt sehr viel, man erwartet vielleicht nicht unbedingt etwas, aber wenn man dann was zurückbekommt, schätzt man das sehr. Ich glaube, dass ist im Privaten so wie im Beruflichen.“

Zum Thema Freundschaft sagte der Champion in dem Interview: „Es gibt vielleicht Leute, die haben 100 oder 1000 Freunde auf Facebook, ich weiß nicht, was da cool ist. Ich glaube, wenn jeder ehrlich zu sich selbst ist, wie viele Leute gibt es wirklich, denen man alles anvertrauen kann. Ich glaube, da gibt es nicht mal eine Handvoll. Im normalen Leben sollten das der Partner sein und dann vielleicht 1-2 Freunde, das war’s dann auch schon.“

Sebastian Vettel hat auch eine klare Einstellung zu Geld und Besitz: “Das Elternhaus färbt natürlich ab. Wenn der Opa geizig war, ist der Vater geizig, ist der Sohn geizig. Das ist ja kein Manko, wenn jemand geizig ist. Klar kann man sich viele Dinge leisten, aber man kommt dann relativ schnell wieder zurück auf die Frage ‚Was macht einen wirklich glücklich?‘ Wenn ich mir was kaufe. Ist das zwar für den Moment schön, aber letzten Endes will man beschäftigt sein, will man Leute um sich herum haben, die sich für einen selbst oder für die gleiche Sache interessieren, mit denen man die Leidenschaft, die Freude, das Problem teilen kann. Und für all die Dinge braucht man kein Geld.“

Der 26-Jährige glaubt an Gott und glaube auch, “das man was braucht, wo man Halt findet. Es ist halt wichtig, an etwas zu glauben. Ich denke, der Mensch ist so gestrickt. Auch wenn man sich heute sehr, sehr viel erklären kann aufgrund der Wissenschaft, ist es – glaube ich – trotzdem wichtig, dass jeder sein eigenes Ding macht.“

Der Red-Bull-Pilot äußerte sich auch über manche Rituale, die für ihn Bedeutung haben: „Rituale habe ich ganz viele. Manchmal wird es mir dann auch zu bekloppt, dass ich sage: ‘Jetzt hör mal auf mit dem Quatsch‘. Letztes Jahr dachte ich noch, wenn die Katze die Straße kreuzt, dann geht kein Weg, dass ich da fahre. Ich habe mir dann einen anderen Weg gesucht, eine halbe Stunde in Kauf genommen, kam eine halbe Stunde zu spät. Mittlerweile denke ich mir, gerade jetzt muss ich weiterfahren, das bringt Glück.“

Fotos: RTL/ukas Gorys