Montag, 28. Oktober 2013, 19:35 Uhr

Lou Reed: Sein größter Charterfolg war in Deutschland 2011 Platz sechs

Angepasstheit war nicht seine Sache: Lou Reed griff in seinen Liedern stets Tabuthemen wie Drogenkonsum, Transsexualität und Prostitution auf. Trotzdem landete der avantgardistische Rock-Poet, der gestern verstarb, in den deutschen Charts einige Treffer.

Vor allem Lou Reeds Solo-Veröffentlichungen der späten 1980er und frühen 1990er-Jahre wurden gerne gekauft. Die Alben ‘New York’ (16 Wochen), ‘Magic And Loss’ (15 Wochen) und ‘Set The Twilight Reeling’ (14 Wochen) platzierten sich dabei am längsten in der Hitliste und schafften allesamt den Sprung in die Top 20. Dies ist das Ergebnis einer media control GfK Sonderauswertung anlässlich des Todes der US-amerikanischen Musiklegende.

Die mit Metallica aufgenommene Platte ‘Lulu’, eine Vertonung von Frank Wedekinds gleichnamigem Bühnenstück und eine der letzten Veröffentlichungen Lou Reeds, schoss 2011 bis an die sechste Stelle. Damit war sie hierzulande sein einziger Top-Ten-Longplayer.

Bei den Singles ist besonders ein Song hervorzuheben: ‘Walk On The Wild Side’. Der Titel erschien Anfang der 1970er-Jahre, wurde viele Male gecovert, in verschiedenen Filmen eingesetzt und ist mittlerweile ein Stück Musikgeschichte. In die deutschen Single-Charts schaffte er es bislang allerdings nie.

Bevor sich Lou Reed als Solokünstler einen Namen machte, war er mit The Velvet Underground unterwegs. Die experimentelle Rockband hatte einen hohen künstlerischen Anspruch und wurde zeitweise von Pop-Art-Maler Andy Warhol gemanagt. Ihr 1967 herausgekommenes Debütalbum ‘The Velvet Underground & Nico’, das durch Warhols legendäres Bananen-Cover und die Zusammenarbeit mit dem deutschen Foto-Model Nico geprägt war, rangierte 2012 eine Woche auf Rang 89. Weitere Charterfolge waren der Gruppe nicht beschieden.

Insgesamt verweilte Lou Reed 76 Wochen in den deutschen Charts, alle davon im Album-Ranking.

Fotos: TIMOTHY GREENFIELD-SANDERS