Mittwoch, 30. Oktober 2013, 19:30 Uhr

"Komasaufen": Markus Quentin ist die jüngste Hoffnung für den deutschen Film

In dem Fernsehfilm „Mein Mann, der Trinker“ setzten Autor Bernd Böhlich und Regisseur Bodo Fürneisen sich schon einmal intensiv und erfolgreich mit dem Thema Alkohol auseinander.

In „Komasaufen“ (heute um 20.15 Uhr im Ersten zu sehen) erzählen sie vom ungehemmten und gedankenlosen Umgang von Jugendlichen mit dem Alkohol, der in der Praxis des sogenannten Komasaufens kulminiert.

In der Hauptrolle überrascht Markus Quentin, dem Kritiker schon jetzt ein brillantes Spiel bescheinigen und von dem man in der Zukunft hoffentlich mehr zu sehen bekommt.

Regisseur Bodo Fürneisen sagte dazu: “Es war ein durchaus schwieriges Unterfangen, denn ich hatte mich sehr frühzeitig dafür entschieden, für die Besetzung junge Darsteller zu finden, die tatsächlich im Alter der handelnden Figuren sind und nicht auf junge, erfolgreiche Schauspieler zurückzugreifen, die dann mit 18, gar 20 den 15-jährigen ‘darstellen’. Das hat für mich, gerade bei diesem Film, sehr viel mit der notwendigen Authentizität zu tun.”

“Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass sich spätestens in der unbestechlichen Nahaufnahme bestimmte altersbedingte Erfahrungswerte verraten. Es gab viele Vorschläge für die Besetzung der Hauptrollen bei Vorcastings u. a. in Mu?nchen, Hamburg und Berlin. In der Auswertung des Endcasting gab es dann für alle drei jugendlichen Hauptfiguren jeweils nur eine wirklich tragbare Variante. Für die Hauptrolle des Lukas war es dann eben Markus Quentin, der bis dahin in einigen kleineren Auftritten vor der Kamera agiert hatte, in unserem Film aber, ähnlich wie die anderen beiden Protagonisten, seine erste Hauptrolle zu bewältigen hatte.

Markus Quentin (feiert morgen sein Geburtstag!) wurde 1997 geboren und lebt in Hamburg. Seine ersten schauspielerischen Erfahrungen erwarb er 2009 bei den Dreharbeiten zu dem Film „Eine Frage des Vertrauens“ in der Regie von Miguel Alexandre, an der seite von Wotan Wilke Möhring.  Im selben Jahr stand er für das Scientology-Drama „Bis nichts mehr bleibt“ in der Regie von Niki Stein vor der Kamera. 2012 drehte er seinen ersten Kinofilm, „Zum Geburtstag“, der von Dennis Dercourt inszeniert wurde. Der Film startete im September 2013 in den deutschen Kinos. Zurzeit nimmt Markus Quentin an einem Schüleraustausch in den USA teil.

Über seine erste große Rolle in „Komasaufen“ sagte er der ‘Neuen Osnabrücker Zeitung’: “Es wurden unglaublich viele Facetten und Stimmungslagen verlangt, die ich noch nie gespielt hatte. Doch Regisseur Bodo Fürneisen und Schauspielcoach Patrick Dreikauss haben mir immer wieder Tipps gegeben und mir dadurch sehr geholfen“.

Ende des Jahres ist Markus in der ARD-Spielfilm-Doku „Helmut Schmidt – Lebensfragen“ zu sehen. Da spielt er den damals 14-jährigen, späteren Kanzler. Wer kann mit 16 schon solche Rollen vorweisen?

Fotos: SWR/Alexander Kluge