Mittwoch, 08. Januar 2014, 21:54 Uhr

Kevin Spacey plaudert über die Internet-Serie "House of Cards“

Seit rund einem Jahr ist der zweifache Oscar-Preisträger Kevin Spacey (54) Hauptakteur der US-amerikanischen Webserie „House of Cards“. In der Polit-Thriller-Reihe, die in Washington, D.C. spielt, verkörpert er den intriganten Kongressabgeordneten Francis J. Underwood.

Im Gespräch mit dem Männer-Stil-Magazin GQ Gentlemen’s Quarterly beschreibt er jetzt seine Faszination für den Washingtoner Politikbetrieb: „Politikerseelen bieten guten Stoff. Die USA, ihre Politik und ihre Präsidenten besonders. Sie waren schon immer das beste Material für gutes Drama. Das schätze ich an diesem Land.“ Für die Ausgestaltung seines Serien-Alter-Egos stütze er sich auf reale Vorbilder aus der Politik: „Ich habe mich von denen inspirieren lassen, die als Bastarde gelten. Viele Leute denken über solche Typen später anders. Weil sie letztendlich effektiv waren“, so Spacey und benennt ganz konkret einen ehemaligen Präsidenten: „Lyndon B. Johnson. Die Leute mochten ihn nicht, weil er ein harter Hund war. Und ein unglaublich guter Verhandler.“

Erfahrungen für seine Rolle konnte der 54-jährige Hollywoodstar in seiner Vergangenheit zur Genüge sammeln: „Ich war mein ganzes Leben von Politikern umgeben und habe alle gut beobachtet. Ich habe für Jimmy Carter Umschläge frankiert, als ich in der High School war. Ich habe für Ted Kennedy gearbeitet und eine Menge für Clinton getan – vor und während seiner Regierungszeit. Ich war im Weißen Haus, ich hing in Wahlkampfbussen herum“, berichtet Spacey im Interview mit GQ.

Dass eine Film-Ikone wie Spacey in einer Internet-Serie mitwirkt, zeigt wie sehr sich das Film- und TV-Geschäft im Umbruch befindet. „Die Leute im Business bemerken den Wandel, die Dringlichkeit, und tun aber so, als ob das alles nicht existiert“, kommentiert er und macht als Wendepunkt den Start von „Die Sopranos“ im Jahr 1999 fest, die in den USA als eine der erfolgreichsten Serien aller Zeiten gilt. Damals habe sich viel verändert: „Mit einem Schlag. Und Hollywood hat nicht reagiert.“ Dass im Zuge des Serien-Booms bereits viele große Namen zum Fernsehen gewechselt haben, ist für Spacey nur logisch: „Natürlich! Denn Künstler gehen immer dorthin, wo die Dinge wachsen können. Und nicht dahin, wo die Dinge stillstehen.“

Das vollständige Interview mit Kevin Spacey gibts in der Februar-Ausgabe von GQ, die morgen erscheint.