Donnerstag, 09. Januar 2014, 8:42 Uhr

Thomas Hitzlsperger veröffentlicht diese Videobotschaft

Mit seinem Outing wagte der ehemalige Nationalspieler Thomas Hitzlsperger einen mutigen Schritt und erntete dafür vor allem Respekt von seinen ehemaligen Kollegen und auch Fans.

In einem Video, dass der ehemalige Profi-Kicker auf seiner Homepage in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag veröffentlichte sagt er: „Ich stehe vor einer neuen Lebensphase und möchte die Zeit nutzen über die Erfahrung zu sprechen als homosexueller Profi-Fußballer.“

Mit der Offenbarung will er vor allem jungen Profi-Fußballern Mut machen. „An meinem Beispiel sieht man, dass man eben homosexuell und Profi-Fußballer sein kann.“ In dem Video stellt Hitzlsperger klar: „Für meine Familie und für mein Umfeld ist es nicht wichtig, dass ich jetzt über meine Homosexualität spreche. Wichtig ist es nur für die Leute, die homophob sind und andere ausgrenzen aufgrund ihrer Homosexualität. Die sollen wissen, dass sie jetzt einen Gegner mehr haben.“

Für sein Bekenntnis bekam der ehemalige Bundesliga- und Premier League-Spieler großes Lob. „Als Thomas noch aktiver Nationalspieler war, hatten wir von seiner Homosexualität keine Kenntnis. Er hat sich erst nach seinem Karriereende an uns gewandt und uns darüber informiert. Dass er sich nun auch öffentlich bekennt, verdient Anerkennung und Respekt. Ich begrüße diesen Schritt, wir werden ihm alle Unterstützung zukommen lassen, damit er seinen mutigen Weg weitergehen kann“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff über den mutigen Schritt.

Sein ehemaliger Fußball-Kollege Lukas Podolski schrieb auf Twitter: „Mutige und richtige Entscheidung. Respekt, Thomas Hitzlsperger. Sein Outing ist ein wichtiges Zeichen.“

Sogar die deutsche Regierung (!) äußerte sich zu dem Bekenntnis des 31-Jährigen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: „Wir leben in einem Land, in dem niemand Angst haben sollte, seine Sexualität zu bekennen nur aus Angst vor Intoleranz. Wir leben im Großen und Ganzen im Respekt voreinander unabhängig davon, ob der Mitmensch Männer liebt oder Frauen liebt.“

Guido Westerwelle, ehemaliger Bundesaußenminister und ebenfalls homosexuell lobte: „Dieser Mut verdient größten Respekt. Der Schritt in die breite Öffentlichkeit liest sich viel leichter, als er tatsächlich ist. Ich erhoffe mir Ermutigung, Respekt und Anerkennung für die vielen, die im Hinblick auf ihre gleichgeschlechtliche Orientierung noch mit sich, ihrem Umfeld und der Gesellschaft ringen.“

Auch andere Sportler begrüßten den mutigen Schritt des 31-Jährigen. „Respekt !!! Leider erst nach der Karriere“, schrieb Ex-Handballer Stefan Kretschmer. (KV)

Foto: YouTube