Montag, 13. Januar 2014, 22:53 Uhr

Alles über James Franco in Stallones Drogenthriller "Homefront"

James Franco ist Star des neuen Actionthrillers ‘Homefront’. Darin spielt der Allrounder den Drogenboss Gator Bodine. Geschrieben wurde das Drama mit Actionstar Jason Statham und Winona Ryder von Action-Veteran Sylvester Stallone. Deutscher Kinostart ist am 23. Januar 2014.

James Franco ist ein hoch angesehener Schauspieler und er hat bei diesem Film enorm viel für uns geleistet“, schwärmt Produzent John Thompson.

„James arbeitete gerade an einem anderen Film für unsere Company, für Millennium Films, als ihm Avi Lerner das Drehbuch zu ‘Homefront’ aushändigte. James las es und meldete sich innerhalb von einer Woche bei Avi zurück und wollte unbedingt die Rolle von Gator übernehmen. Platz dafür in seinem gedrängten Zeitplan zu finden, war allerdings etwas schwierig – zwei Tage in der Woche unterrichtet er nämlich. Sobald er aber seine Zusage gegeben hatte, verlieh diese unserem Film ein viel größeres Gewicht und wurde danach als Drama und nicht nur als reiner Actionfilm wahrgenommen.“

Für Gary Fleder ist Gator natürlich der Bösewicht des Films, „aber keine Klischeefigur. Er hat eigentlich überhaupt kein persönliches Problem mit Phil Broker – und das macht ihn noch beängstigender und unheimlicher. Er denkt absolut nüchtern und erkennt in Broker einfach einen Mann, der für ihn eine Einnahmequelle bedeutet. Das ist auch der zentrale dramaturgische Gedanke in dieser Geschichte, dass er Phil Brokers Identität zu seinem eigenen Nutzen verkaufen wird.“

„James Franco ist ein großartiger Schauspieler“, schwärmt Jason Statham von seinem Kollegen. „Die von ihm dargestellte Figur ist kein stereotyper Bösewicht. Franco verleiht dieser Figur eine eigenartige und unheimliche Aura. Dadurch wird es zu einer guten Sache, sich einem Mann wie ihm entgegenzustellen. Wie er ihn spielt, unterscheidet sich von den Bösewichten, die man in vielen dieser Filme sonst zu sehen bekommt.“

„Gator ist eine Figur, die auch ich gerne spielen würde“, räumt Sylvester Stallone ein. „Man denkt natürlich sofort, dass er nur ein dummer Hinterwäldler ist, aber das trifft nicht zu. Er hat machiavellistische Züge, ist ausgesprochen clever und geschäftstüchtig. Man merkt, dass hier etwas auf der Lauer liegt, dass etwas sehr Unheimliches in der Dunkelheit herumschleicht. Es geht hier um Spannung und die Verfolgung eines Ziels, das Ganze grenzt fast schon an Horror.“

„Gator repariert Boote und hat sein eigenes Geschäft“, führt James Franco in den biografischen Hintergrund seiner Figur ein. „Nebenbei ist er auch in die Herstellung von Crystal Meth involviert und überwacht sein Revier aus ganz eigennützigen Gründen. Er versucht, die Konkurrenz fernzuhalten, hat einen Deal mit dem Sheriff, hilft der Polizei bei der Überwachung anderer Meth-Dealer aus der Gegend und wird dafür selbst in Ruhe gelassen.“

„James Franco sieht man selten in der Rolle eines Bösewichts“, ergänzt Produzent King-Templeton. „Hier verkörpert er aber keinen stereotypen Bösewicht, sondern einen sehr smarten, gerissenen und cleveren Antagonisten. Das ist kein typischer Bösewicht, sondern ein Mann, der kriminelle Geschäfte betreibt und sehr gut darin ist. Natürlich steht er in totalem Kontrast zu der Figur, die Jason darstellt. Es ist eine interessante Rolle für James, und er hat eine Menge in die Entwicklung dieser Figur eingebracht. Er ist ein fantastischer Schauspieler, und wir konnten uns glücklich schätzen, dass er bei diesem Film mit von der Partie war. Schon allein deshalb, weil er dem Film diese dramatische Seriosität verleiht. James hat nicht nur das Drehbuch, sondern auch die Romanvorlage gelesen. Er war vom Drehbuch begeistert und gehörte zu den ersten Schauspielern, die ihre Zusage für diesen Film erteilten. Man sieht auf der Leinwand, warum er ein Filmstar ist. Sein Charisma, seine Energie und seine Persönlichkeit – all das erhöht seine darstellerische Leistung.“

„Homefront ist bereits mein vierter Film für Millennium, die zuvor As I Lay Dying (2013), einen Film, den ich nach dem gleichnamigen Roman von William Faulkner inszenierte, finanziert hatten. Wir hatten also bereits eine sehr gute Arbeitsbeziehung, und als sie mir dann diesen Film vorschlugen, schien das für mich eine Rolle zu sein, die mir wirklich Spaß machen könnte und auch etwas Neues für mich war. Stallone war Drehbuchautor und Gary Fleder, mit dem ich schon länger über eine Zusammenarbeit gesprochen hatte, sollte Regie führen. Das alles schien einfach gut zusammenzupassen.“

„James Franco für diese Rolle zu gewinnen, war ein echter Glücksfall“, schwärmt Sylvester Stallone. „Er ist ein sehr facettenreicher Schauspieler, und die Ruhe, die er in diese Rolle einbringt, dieser Eindruck, dass Gator Bodine nichts aus der Fassung bringt, das alles macht diese Figur sehr verstörend. Das ist viel bedrohlicher als ein Typ, der für alle sichtbar ständig mit den Zähnen knirscht. Gator ist ein Mann ohne Gewissen, ein echter Soziopath. Nichts scheint ihn aus der Fassung bringen zu können, aber in seinem Inneren rotiert alles und driftet auseinander. Doch nichts davon ist ihm anzusehen. Das ist wahre Schauspielkunst. Hier zeigt James perfekte Selbstbeherrschung. Er weiß ganz genau, wann und wie er körperlichen Ausdruck einsetzen muss. Das ist Teil seiner schauspielerischen Kompetenz.“

Regisseur Gary Fleder erinnert sich, wie er mit James Franco erstmals über das Projekt sprach: „Das Wichtigste an diesem Gespräch war für mich James’ Leitfaden für die Gestaltung dieser Rolle. Er sagte: ‚Ich will diese Figur nicht als Klischee anlegen, es soll kein stereotyper, grobschlächtiger Südstaaten-Bösewicht sein. Ich will jede exzentrische Nuance in Gator herausarbeiten. Ich will diese Figur benutzen, um etwas anderes mit ihr zu entwickeln.’ Das war schon eine interessante Aussage, denn bevor er am Set in diese Rolle schlüpfte, wusste ich wirklich nicht, ob James Franco die Intensität und die dunkle Seite vermitteln konnte, die für die Darstellung dieser Figur nötig waren. Franco ist ein sehr komplexer, interessanter Mann. Auch im wirklichen Leben hat er exzentrische Züge. Urplötzlich wurde er zu dieser Figur, zeigte diesen Blick und diese Intensität“, erinnert sich Fleder an den ersten Drehtag.

„Er verhielt sich wie ein Raubtier, wie eine Viper. Größe, Kraft oder Schnelligkeit spielten bei dieser Figur überhaupt keine Rolle. Damals wurde mir sofort klar, dass ich mir keine Sorgen mehr machen musste, denn er hatte es einfach drauf und brachte alles dafür mit.“

„Gary Fleder ist ein sehr enthusiastischer Regisseur, der wirklich Zusammenarbeit fördert“, begeistert sich James Franco.

„Von Beginn an waren wir uns einig, dass Gator kein stereotyper Bösewicht sein sollte. Gary ermutigte mich, alles nur Mögliche zu tun, um diese Figur mehrdimensional und menschlich zu machen – und daran habe ich mich gehalten. Ich glaube, wir haben diese Romanfigur gemeinsam wirklich zum Leben erweckt. Ich war einfach glücklich, einmal einen Bösewicht darstellen zu können. Wenn Schauspieler sagen, welch großen Spaß es macht, einen Bösewicht spielen zu können, dann denken sie dabei vielleicht an Rollen, wie sie etwa Jack Nicholson mit dem Joker gespielt hat. Rollen, die übertrieben angelegt werden, bei denen man total ausflippen kann. Bei dieser Figur aber ging das nicht, das passte nicht zu ihr. Was an der Entwicklung dieser Figur wirklich Spaß gemacht hat, war die Überlegung, wie man ihr menschliche Züge geben konnte. Im Grunde läuft es auf einige wesentliche Dinge hinaus, die typisch menschlich sind. Die Gründe für sein Handeln liegen nicht darin, dass er offenkundig böse ist oder die Welt beherrschen will. Nein, seine Beweggründe kann meiner Ansicht nach wirklich jeder verstehen.“

„Er will einfach mehr vom Leben“, fährt Franco in seinen Ausführungen fort. „Das Schicksal hat ihm mehr oder weniger schlechte Karten in die Hand gegeben, und jetzt will er aus seinem Leben etwas machen. Und als sich ihm die Gelegenheit bietet, greift er zu, auch wenn das bedeutet, anderen Schaden zufügen zu müssen. Ich glaube, das kann jeder irgendwie verstehen, im Sinne von, was wäre, wenn sich mir diese Gelegenheit bieten würde? Rein hypothetisch spielt man das durch, ja, vielleicht will auch ich mehr vom Leben, aber würde ich jemandem auch Schaden zufügen, ihn verletzen, nur um es zu bekommen? Ich hoffe, dass die meisten von uns das verneinen würden. Gator denkt alles ganz rational durch und nimmt das dann einfach in Kauf. In dieser Hinsicht ist er ein Bösewicht, aber mir gefällt an dieser Figur, dass ihre Beweggründe zumindest nachvollziehbar sind, auch wenn wir vielleicht anderer Meinung sind oder nicht alle von uns dann auch das tun würden, was er schließlich tut.“

„Gator Bodine ist opportunistisch, verzweifelt und ein klassischer Soziopath“, fasst Gary Fleder zusammen. „James Franco hat in die Darstellung dieser Figur all das eingebracht, was sie letztlich auszeichnet – den Humor, die Schlagfertigkeit und die Exzentrik.“

Auch Kate Bosworth, die im Film Cassie Bodine Klum, die von Crystal Meth abhängige Schwester von Gator, verkörpert, schwärmt von ihrem Kollegen Franco: „Ich habe die Zusammenarbeit mit James geliebt, er ist ein interessanter Mann. Vor den Dreharbeiten haben wir nur sehr wenig über unsere Figuren gesprochen. Die Beziehung zwischen meiner Figur und seiner ist gestört, schließlich ist er ihr Dealer und sie der Junkie. Zwischen ihnen stehen Abhängigkeits- und Schuldgefühle, zwangläufig bleibt vieles in dieser Beziehung unausgesprochen. Man kann es aber zwischen den Zeilen in den Dialogen erkennen. Wir beide haben in der Darstellung dieser Beziehung einfach den Sprung von der Klippe gewagt und uns dann fallen lassen. Es ist schön, wenn man so mühelos mit einem Schauspieler kommunizieren und interagieren kann, obwohl man ihn noch nicht sehr gut kennt und mit ihm noch nicht zusammengearbeitet hat.“

Fotos: Universum