Samstag, 18. Januar 2014, 11:57 Uhr

Benno Fürmann in "Der blinde Fleck - Täter. Attentäter. Einzeltäter?"

Am 23. Januar 2014 kommt mit ‘Der blinde Fleck’ ein Film in die Kinos, der die Hintergründe des Oktoberfest-Attentats, das am 26. September 1980 verübt wurde und bis heute den größten Terror-Anschlag in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland darstellt, behandelt.

Der spannende Politthriller erzählt die wahre Geschichte um den Journalisten Ulrich Chaussy, der durch seine Recherchearbeit verborgen gebliebene Machenschaften aufdeckte, die bis in die höchsten Ebenen der Politik hineinreichten.

Und darum geht’s in ‘Der blinde Fleck’: Am 26. September 1980 wird der verheerende Anschlag auf das Münchner Oktoberfest verübt, bei dem 13 Menschen sterben und mehr als 200 verletzt werden. Ulrich Chaussy (verkörpert von Benno Fürmann), Journalist beim Bayerischen Rundfunk, plant zunächst nur einen kleinen Beitrag zum Attentat. Dafür beginnt er die Hintergründe des Gewaltakts zu untersuchen und stößt schon bald auf Widersprüche und Ungereimtheiten.

So erfährt er beispielsweise im Gespräch mit Zeugen, dass diese mehrere Personen am Tatort gesehen haben. Von offizieller Seite scheinen bestimmte Hinweise aber nicht weiter verfolgt zu werden und später verschwinden Beweismittel aus der Asservatenkammer. Fortan verwendet Chaussy all seine Energie darauf, den Geschehnissen auf den Grund zu gehen. Er macht es sich zur Lebensaufgabe, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Unterstützt wird er dabei von Werner Dietrich, dem Anwalt der Attentats-Opfer.

Auch er glaubt nicht an die Theorie des Einzeltäters.

Mehr als 30 Jahre nach dem Oktoberfestattentat belegen nun aktuelle Recherchen des BR-Politikmagazins ‘Kontrovers’, dass Zweifel am offiziellen Ermittlungsergebnis berechtigt sind. Die Behörden gehen bis heute davon aus, dass Gundolf Köhler, ein Student mit Verbindungen zur rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann, alleine für den Anschlag verantwortlich war.

Journalisten des Bayerischen Rundfunks durften Einsicht in die Akten des Bundesnachrichtendienstes nehmen, in denen Kontakte der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann, der der mutmaßliche Einzeltäter Gundolf Köhler angehörte, zu italienischen Rechtsextremisten nachgewiesen werden.

Das ist so brisant, weil vermutet wird, dass Extremisnten aus diesem Trainings-Camp für den Anschlag auf den Hauptbahnhof in Bologna wenige Wochen vor dem Oktoberfestattentat verantwortlich waren. Im August 1980 starben bei diesem Anschlag in Italien 85 Menschen, mehr als zweihundert wurden verletzt.

Inzwischen ist belegt, dass „Gladio“ – eine paramilitärische Geheimorganisation von NATO und CIA – in das Attentat verwickelt war. Es gibt erstaunliche Parallen zwischen den beiden Anschlägen in München und Bologna: Sie ereigneten sich innerhalb weniger Wochen, als beide Länder kurz vor Wahlen standen. In beiden Fällen standen zunächst Linksextremisten unter Verdacht, später wurden die Attentate Rechtsterroristen nachgewiesen.

Fotos: Ascot Elite