Donnerstag, 30. Januar 2014, 14:23 Uhr

Judith Holofernes: "Kinderkriegen ist ein Reality-Check"

Sängerin Judith Holofernes (37, “Alle sollten weniger arbeiten”) sagt, junge Mütter sollten ruhig dazu stehen, dass Elternschaft auch manchmal geistig unterfordernd sei.

“Ich bin voller Liebe, aber ich möchte nicht den ganzen Tag Spielzeugautos hin- und herschieben. Ich habe ein Hirn”, erzählt die zweifache Mutter und ehemalige Frontfrau der Band “Wir sind Helden” in der aktuellen Ausgabe des Magazins ‘Brigitte’

Optimal sei eine Aufteilung zwischen den Partnern: “Das Beste für eine junge Familie wäre es, wenn beide Elternteile vier, fünf Stunden am Tag arbeiten würden. Dann wären beide Teile nicht depressiv, nicht gelangweilt und nicht überfordert.” Kinderkriegen, so Holofernes, sei “der ultimative Reality-Check für den Feminismus”: Die Bilder, wie man als Mutter zu sein hat, seien nach wie vor stark. “Den Frauen wird alle Verantwortung draufgepackt, wir sollen schön sein, schlau sein, alles mit Humor nehmen, trotzdem viel arbeiten – das ist ein unmögliches Unterfangen, es wird einem mit absoluter Gewalt oktroyiert. Ich habe versucht, mich dagegenzustellen.”

Judith Holofernes hat zwei Kinder im Alter von vier und sieben Jahren mit dem Schlagzeuger Pola Roy, der sich jetzt in erster Linie um die Kinder kümmert, damit Holofernes ihr neues Soloalblum ‘Ein leichtes Schwert’ produzieren konnte.

Am 6. Mai begrüßt Chefredakteurin Brigitte Huber Judith Holofernes übrigens als Interview-Gast bei ‘Brigitte Live’ “Die Stunde der Frauen” in den Hamburger Kammerspielen. Für Interessierte eine Möglichkeit, Judith Holofernes unmittelbar zu erleben: ein Gespräch, unverfälscht und mit viel Raum für zwischenmenschliche Töne, mit persönlichen Ansichten und Einsichten. Weitere Informationen unter brigitte.de/LIVE.

Foto: WENN.com