Sonntag, 02. März 2014, 14:20 Uhr

Überfliegerin Anna F.: "Wenn man groß denkt, passiert auch viel"

Am Freitag erschien das neue Album „King in the Mirror“ von Sängerin und Songschreiberin Anna F. Viel Zeit zum Freuen hat die talentierte Österreicherin nicht, denn bereits dieses Wochenende startet ihre Tour mit dem britischen Sänger James Blunt, bei dem sie als Supporting Act auftreten wird. klatsch-tratsch.de traf Anna kurz vor Tourstart  in Berlin.

„King in the Mirror ist poppiger und größer als mein Debütalbum. Es bietet eine gute Mischung aus Pop und Alternative. Mein erstes Album war traditioneller und nicht so modern. Jetzt sind auch ein paar elektronische Elemente mit dabei“, beschreibt sie ihr neues  Album gegenüber klatsch-tratsch.de. „Es fühlt sich sehr gut, aber ich war zuerst ein bisschen skeptisch und ängstlich. Es ist wie ein Baby, dass man in die Welt schickt“.

Annas Lyrics sind sehr persönlich und eingehend, doch Angst zu viel von sich preiszugeben hat sie nicht. „Man kann immer noch sagen es ist nicht autobiografisch, aber meine Texte sind schon sehr persönlich.“

Ihr Ohrwurm DNA ist letztes Jahr wie eine Bombe eingeschlagen und sorgt sofort für gute Laune, auch wenn in dem Lied ziemlich harte Worte fallen. „Das Grundgefühl für Egoismus war das Gerüst dieses Lied. Ich bin halt so, das ist meine DNA. Das Lied ist witzigerweise in einer betrunkenen Skypesession mit einem Freund aus LA enstanden,“ verrät Anna.

Seit 2012 wohnt die Sängerin nach einem längeren Los-Angeles-Aufenthalt in Berlin. „Die Zeit in LA hat mir gezeigt, was ich nicht will. Ich dachte, wenn man mit so großen Produzenten zusammen arbeitet, muss das ja toll werden. Aber das es letztendlich an mir hängt und dass das meiste, was man schreibt immer von einem selbst kommen muss und nicht von anderen, war mir nicht so klar. Die Arbeitsweise in LA hat mir gar nicht gefallen, es war sehr interessant, aber dort ist alles Fließbandarbeit. Zuerst kommt man in einen Warteraum wie beim Zahnarzt, dann ins Studio. Ich dachte, wir würden auch mal gemütlich auf dem Sofa sitzen und ein bisschen Gitarre spielen, aber dafür war überhaupt keine Zeit. Der Produzent war eineinhalb Stunden bei mir, dann ist er wieder zu Nelly Furtado gerannt und dann kam er wieder kurz zu mir. Da wird nicht viel Zeit und Herz reingelegt und das hat mich sehr gestört.“

Mit Philip Steinke hat sie für ihr neues Album „King in the Mirror“ einen Produzenten gefunden, der ihre Vorstellungen und Ideen perfekt umsetzen kann.

An ihrer Wahlheimat Berlin mag sie vor allem die raue Berliner Schnauze. „Man weiß hier, woran man ist.“

Viel Zeit für Hobbys und Freunde bleibt der quirligen Österreicherin zwar gerade nicht, doch um mal abschalten zu können, spielt sie Fußball. „Ich habe im Sommer einen eigenen Fußballverein gegründet mit lauter Musikern und einmal pro Woche spielen wir zusammen. Das ist das einzige, wo ich wirklich mal abschalten kann, wenn ich einfach nur dem Ball nachlaufen muss.“

Nach der Tour mit James Blunt bleibt Anna nur eine kurze Verschnaufpause, denn schon im März geht sie alleine auf Clubtour. Auch danach hat sie schon einiges geplant. „Im Sommer drehe ich eventuell noch einen Film und im Herbst wollen wir dann auf große Tour gehen.“

Was ihre weiteren Pläne und Ziele anbelangt ist die Songschreiberin sehr zuversichtlich. „Ich habe schon immer groß gedacht, denn es passiert immer nur etwas, wenn man in Bewegung ist. Wenn ich nicht wirklich fokussiert bin, passiert nichts, aber sobald ich irgendwas anpacke, passiert ganz viel. Ich habe Vertrauen, dass, wenn ich mein Ding so weiter mache, es auch funktioniert und es mir gut gehen wird und ich davon leben kann.“ (KV)

Fotos: Universal Music