Montag, 03. März 2014, 8:35 Uhr

Matthew McConaughey ist jetzt ganz oben angekommen

Gut aussehend, glamourös, reich, an der Seite eine schöne Frau, auf dem Regal einen Golden Globe – und jetzt auch den ersten Oscar: Der US-Schauspieler Matthew David McConaughey ist ganz oben angekommen.

Der dreifache Familienvater McConaughey (44) hatte bei der 86. Oscar-Verleihung viel Konkurrenz in der Kategorie der besten Hauptdarsteller – den vier Mal nominierten Leonardo DiCaprio, ’12 Years a Slave’-Star Star Chiwetel Ejiofor, den zweimal nominierten schottischen Schauspieler Bruce Dern (‘Nebraska’) und Oscar-Gewinner Christian Bale (‘American Hustle’).

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Die Dankesrede des Schauspielers enttäuschte nicht. Der überglücklich (und natürlich einen Hauch überforderter) Gewinner dankte der Academy, dien anderen Nominierten ( alle “einwandfrei”), Regisseur Jean-Marc Vallée, sowie den Co-Stars Leto und Jennifer Garner. McConaughey dankte auch seinem 1992 plötzlich verstorbenem Vater (“einer von ihnen schaut von oben zu”).

In seiner emotionalen Rede dankte er vor allem Gott: “Erst einmal muss ich Gott danken, weil er derjenige ist, zu dem ich aufschaue. Er hat mir in meinem Leben Möglichkeiten gegeben, die mir als Mensch, wie bei jedem anderen auch, nicht in meiner Macht liegen. Er hat mir gezeigt, es ist ein wissenschaftlicher Fakt, dass sich Dankbarkeit erkenntlich zeigt. In den Worten des verstorbenen [britischen Schauspielers] Charlie Laughton, der gesagt hat, ‘Wenn du Gott hast, dann hast du einen Freund, und der Freund bist du’.”

Er fügt hinzu: “An meine Familie, die die und das sind, worauf ich mich freue. An meinen Vater von dem ich weiß, dass er gerade da oben ist mit einem großen Eintopf, er hat einen Zitronenkuchen, er ist dort oben wahrscheinlich in seiner Unterhose, hat eine kalte Dose Miller und tanzt.”

Der 44-jährige Texaner (auf dem Foto unten mit seiner Mutter Mary Kathlene McCabe und Gattin Camila Alves) hat sich seinen Erfolg hart erarbeitet, nachdem er seine ersten Auftritte auf der Kinoleinwand in den frühen 1990er Jahren in Horrorfilmen hatte, die allesamt- egal ob Komödie oder Schocker – kolossal floppten. Gut möglich, dass der heutige Hollywood-Star damals seine Berufswahl verwünscht hat. Schließlich wollte er zunächst Strafverteidiger werden.

Deshalb klingt es wie eine Laune des Schicksals, dass ausgerechnet Rollen als Anwalt ihm zum Durchbruch verhalfen, in den Filmen ‘Die Jury’ (1996), ‘Amistad’ (1997) und ‘Der Mandant’ (2011). Doch auch der Misserfolg holte ihn immer wieder ein. Vor allem in romantischen Komödien, in denen er als glatter Schönling besetzt wurde: in ‘Zum Ausziehen verführt’ (2006) oder ‘Der Womanizer: Die Nacht der Ex-Freundinnen’ (2009).

Seit 2012 aber – dem Jahr, in dem er zudem das brasilianische Model Camila Alvarez heiratete – übernimmt McConaughey zunehmend komplexe Rollen, etwa im Südstaatendrama ‘Mud’. Seine bislang stärkste Leistung zeigte er in dem Biopic ‘Dallas Buyers Club’, das auf der Lebensgeschichte des 1992 an den Folgen einer HIV-Infektion verstorbenen Rodeo-Reiters Ron Woodroof beruht.

Das Aids-Drama ist eine beeindruckende Charakterstudie, und McConaughey (unten mit Laudatorin Jennifer Lawrence) zeigt hier viel Gefühl: Er schreit, weint, liebt, lacht, leidet und pöbelt, als könnte jeder Moment der letzte sein. Es ist vor allem sein kraftvolles Charisma, das den Film auszeichnet. Dafür hat die US-Filmakademie ihn nun mit dem Oscar als bester Hauptdarsteller geehrt. (dpa/KT/Bang)

Fotos: A.M.P.A.S.