Donnerstag, 13. März 2014, 18:50 Uhr

Joaquin Phoenix plädiert für Toleranz in der Liebe

In seinem neuen Film ‘Her’ (Filmstart 27. März) spielt Oscar-Preisträger Joaquin Phoenix den einsamen Single Theodore, der sich in ein Betriebssystem mit künstlicher Intelligenz und weiblicher Stimme verliebt.

Auf die Frage, ob ihn die heutige Abhängigkeit mancher Menschen von Technik erschrecke, antwortet er jetzt im Interview mit der Illustruierten ‘Vogue’: „Ich wehre mich dagegen, dass alles gleich als Bedrohung abgestempelt wird. Kürzlich habe ich zum Beispiel eine Dokumentation über Leute angeschaut, die Beziehungen mit Puppen führen. Sie werden von der Gesellschaft ausgelacht – aber wer sind wir, dass wir anderen vorschreiben, wie ihr Liebesleben auszusehen hat? Ich persönlich freue mich für jeden, der es schafft, glücklich zu werden. Wie und mit wem, ist völlig egal.“

In Hollywood wird Joaquín Phoenix als Rebell gehandelt. Auch im ‘Vogue’Interview vertritt der 39-Jährige klar seinen Standpunkt. Auf die Frage, ob er es schmeichelhaft fände, mit Schauspiellegende Marlon Brando verglichen zu werden, entgegnet Phoenix: „Nein, bescheuert. Mir geht jeder Wettbewerb, jeder Vergleich auf die Nerven, nicht nur in Hollywood. Wohin du schaust, werden Rangordnungen aufgestellt, und das Publikum will auf der Seite der Sieger sein. Nehmen Sie die elenden Castingshows, nehmen Sie die Oscars. Warum diskutiert überhaupt jemand, ob ‚Her‘ besser oder schlechter ist als Film XY? Warum ist das ein Thema? Ich verstehe nicht, warum wir uns gegeneinander positionieren, obwohl jeder sein verdammt Bestes zu liefern versucht.“

Im Jahr 2008 überraschte Phoenix die Öffentlichkeit mit seinem vermeintlichen Rückzug aus dem Filmgeschäft, der sich aber als Experiment entpuppte und in dem Film „I’m still here“ mündete. Gegenüber dem Blatt bekräftigt Phoenix, dass er ein abruptes Ende seiner Schauspielkarriere jedoch noch immer für möglich hält: „Oh, die Option ist noch nicht vom Tisch. Ich rege mich zwar nicht mehr über Dinge auf, die ich ohnehin nicht ändern kann, aber es ist auch nichts mit Blut unterschrieben. Wie gesagt, derzeit bin ich durch Qualität verdorben. Bleiben eines Tages die Angebote aus, bin ich aufgeschmissen und fange halt was anderes an.“

Foto: WENN.com