Sonntag, 16. März 2014, 15:18 Uhr

Larsito von Culcha Candela kommt mit Soloalbum

Wer Larsito nur als “den Einen von Culcha Candela” kennt, sollte sich das hier durchlesen.

Auf seiner kommenden Soloplatte ‘Etwas bleibt’, die am 23. Mai erscheint, vereint er die Seele Südamerikas in Form von Percussion- und Latinelementen mit urbaner deutschsprachiger Popmusik.

Die Produktion des Albums fand sowohl in Berlin, als auch in Kolumbien und auf Kuba statt. Während einer zweimonatigen Reise nahm Larsito alle Songs mit kolumbianischen und kubanischen Musikern auf. Der musikalische Roadtrip wurde auch von einem Kamerateam und lokalen Fotografen begleitet. Das Ergebnis ist ein Album das musikalisch und visuell die Sprache Südamerikas spricht – auf Deutsch!

Kolumbien im Jahr 1977: An der Karibikküste des Landes spuürt man nur wenig vom Trubel der großen Städte Bogota oder Medellin. Der Alltag ist entspannt und Leidenschaft, Schmerz, Freude und Liebe werden hier seit Generationen mit den drei klassischen Elementen des Nationalrhythmus „Cumbia“ ausgedrückt: mit der Flöte, dem Gesang und den Trommeln.

In dem kleinen Fischerdorf Santiago de Tolú packt der Percussionist und Sänger „Catico“ Barragán De Luyz seine Taschen voller Instrumente und warmer Kleidung, denn er begibt sich auf eine lange Reise. Als Musiker der Gesangslegende Toto La Momposina macht er sich auf den Weg nach Europa. Wie lang diese Reise tatsächlich für ihn werden soll, ahnt er noch nicht, als er das von seiner Familie geführte kleine Hotel am Strand verlässt. Die Tournee durch die Fremde bringt ihn auch nach Deutschland, in das damals noch geteilte und turbulente Berlin der späten siebziger Jahre. Von der Bühne aus sieht Catico eine junge blonde Frau, die, wie er später herausfinden soll, aus Hamburg als Erzieherin nach Berlin kam.

Nach dem Konzert spricht er sie an. Am nächsten Morgen teilt er seiner Auftraggeberin mit, dass die Tour für ihn hiermit beendet ist: „Ich habe die Frau meines Lebens getroffen“. So ist es überliefert.

„Catico“ Barragán De Luyz bleibt. Die Band zieht weiter durch die Welt, aber seine Welt liegt jetzt in Berlin. Er heiratet die Frau seines Lebens, die beiden beziehen eine gemeinsame Wohnung und zwei Jahre später wird der kleine Lars (spanisch: „Larsito“) geboren.

Larsito wächst in den 80ern unweit des berüchtigten Pallas Hochhauses in Berlin-Schöneberg auf. Auf den Straßen läuft Hip Hop, Breakdance schwappt aus den Staaten herüber und Michael Jackson ist der größte Star der Welt. Zuhause hört der kleine Lars R.Kelly, Bob Marley, Jazz und Funk. Sein Vater fu?hrt den Sohn bereits als zweijährigen an afrokolumbianische Rhythmen heran. Larsito beginnt mit dem Percussionspiel, bevor er ein Dreikäsehoch ist. Mit sechs Jahren betritt er zum ersten Mal als Solo-Musiker die Bühne und kündigt per Drumroll seinen weiteren Weg an: er wird Percussionist.

Die Liebe zu Rhythmus und Beats führt Larsito im Jahr 2001 mit einem bunten Haufen Berliner Jungs zusammen, die gerade eine Band gegründet haben. Verschiedenste musikalische Einflüsse sollen auf Pop und urbanen Sound treffen, Entertainment wird als unverzichtbarer Zusatz zur Musik gesehen. Man ist sich einig: ein Percussionist wird die Band perfekt erweitern!

Die Jungs machen gemeinsame Sache und nennen sich „Culcha Candela“. In den nächsten zehn Jahren schreiben sie deutsche Pop-Geschichte, und Larsito wiederum schreibt viele der Refrains und Melodien die ihnen dabei helfen. Mit „Hamma“ gelingt Culcha Candela 2007 der große Durchbruch.

Über 2,2 Millionen verkaufte Platten später entscheidet sich die Band für eine kreative Pause – und in Larsito wächst eine Idee. Wenn er beim Songs schreiben für Culcha Candela mit ziemlicher Treffsicherheit eines gelernt hat, dann dass die erste Idee und die purste Melodie
immer die Besten ist. Bevor er also seine Pläne zu Ende denkt, bevor er sich sorgt um Finanzierung oder Details, beginnt er seine Idee zu leben: er schreibt im Winter 2012 die ersten Zeilen für sein Soloalbum…

‘Etwas bleibt’ führt nicht nur den Hörer auf eine Reise, sondern auch den Künstler selbst. Ein Album, das die Reise zwischen den Welten und Kulturen zum Klingen bringt. Ein Album, das den Mut hat, Dinge zurückzulassen.
‘Etwas Bleibt’ ist kein kugelsicheres Werk eines berechnenden Pop-Songwriters. Es ist voller freudiger Überraschungen und Lieder, die vor allem eines tun: ein Gefuühl hinterlassen. Ein Gefühl, das exotisch und vertraut ist. Ein Gefühl, das bleibt.