Samstag, 22. März 2014, 19:18 Uhr

Let's Dance: Alles über das Comeback von Cindy Berger

Cindy Berger, weiblicher Teil des einstigen 70er-Jahre-Schager-Duos Cindy & Bert (‘Immer wieder sonntags’), tritt lieber bei ‘Let’s Dance’ auf als im Dschungelcamp.

“Ich war immer wegen des Dschungelcamps gefragt worden, habe aber immer dankend abgelehnt, weil ich mir das nicht zugetraut hätte”, sagt die 66-Jährige im dpa-Interview. Am 28. März ist es soweit, dann beginnt die neue Ausgabe der RTL-Show und Cindy  tanzt mit Marius Iepure (31).

Die Vorbereitungen zu ‘Let’s Dance’ laufen. Wie sieht das konkret bei Ihnen aus?
Man bekommt einen Tanzpartner zur Seite, der mit einem trainiert und die Tänze absolviert, so lange man dabei ist. Ich habe da Glück gehabt, ich habe einen ganz, ganz guten Lehrer, der sehr viel vermitteln kann. Er heißt Marius, kommt aus Transsilvanien und hat eine Ballettausbildung. Er hat es drauf, ist aber unerbittlich. Wir hatten jetzt acht Tage Training und das immer sechs Stunden am Stück.

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Ist das nicht sehr anstrengend?
Es ist schon anstrengend, aber nie so, dass man völlig fertig wäre. Ich hatte Angst vor Muskelkater, aber der kam nicht. Man wird zwar richtig gefordert, aber deshalb habe ich es ja auch gemacht. Ich war immer ein bisschen neidisch auf die, die da mitgetanzt haben und habe gedacht: So ein Training möchte ich auch mal machen – und so eine Entwicklung. Die meisten nehmen ab, bewegen sich ganz anders und bringen Leistungen, die man ihnen nie zugetraut hätte. Und ich wollte mal testen, wie weit das bei mir geht.

Sie wollen damit quasi Ihre eigenen Grenzen austesten?
Das auch, ja. Und mich so einer Herausforderung stellen. Nach dem Tod von Bert wurde es mir ein bisschen zu ruhig. Es ist ja dann immer so, dass die Leute erstmal Abstand halten und man nicht mehr so oft gefragt wird. Und ich habe auch nicht groß darüber informiert, was ich solistisch mache. Also, es war mir alles zu ruhig. Ich bin zwar im Rentenalter, aber an Rente möchte ich überhaupt noch nicht denken. Das wäre für mich ganz schlimm, wenn ich plötzlich nur noch mein Privatleben genießen dürfte. Dafür bin ich nicht der Mensch.

Sie treten ja auch so noch auf, unabhängig von der Show?
Ja, ich habe ja ein neues Album, das wirklich nur gute Resonanz bekommt. Die Titel hat alle mein Sohn geschrieben. Darauf bin ich richtig stolz. Also aufhören ist wie gesagt kein Thema. Und das waren alles Gründe, weshalb ich mich für dieses Format gemeldet habe. Ich war immer wegen des Dschungelcamps gefragt worden, habe aber immer dankend abgelehnt, weil ich mir das nicht zugetraut hätte. Aber ‘Let’s Dance’ würde ich gerne machen, habe ich letztes Jahr gesagt. Und nach diversen Gesprächen hat sich im Januar abgezeichnet, dass das klappt.

Welchen Tanz tanzen Sie denn am liebsten?
Das habe ich noch gar nicht rausgefunden. Ich merke nur: Ich reagiere auf Rhythmen wie beim Tango oder Paso Doble, wo es immer solche Akzente gibt mit Stopps und Pausen – wo man etwas betonen kann. Aber was man gern macht, muss man nicht immer gut können. Ich bin froh, dass wir als ersten Tanz einen langsamen Walzer haben. Aber den habe ich auch unterschätzt. Das ist nicht nur 1,2,3, da gibt es so viele Figuren, das ist schon eine Herausforderung. Aber Marius hat gesagt, eigentlich hätten wir Glück, denn der langsame Walzer wäre eine gute Grundlage für alle anderen Tänze. Insgesamt sind es zehn.

Was ist denn Ihr persönliches Ziel bei ‘Let’s Dance’, wie weit wollen Sie kommen?
Naja, ich will nicht gleich beim ersten Mal rausfallen. Ich glaube, das will keiner von allen zehn. Das ist die größte Angst, die jeder hat – wenn man von Angst sprechen kann. Aber ich habe mir auch nie vorgestellt, dass ich eine Chance hätte, zu gewinnen. Da sind ja Leute dabei – etwa Tanja Szewczenko – wie die sich bewegt, da kann ich nicht mit konkurrieren. Und da gibt es noch ein paar mehr. Aber auch altersmäßig: Das wäre ja ein schwaches Bild für die anderen, wenn da so eine alte Tante käme und würde sie alle schlagen. Dabeisein ist für mich alles, eine gute Leistung bringen auch, und Respekt habe ich vor allen, die dabei sind.

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Steckbrief:

Jutta Gusenburger wurde als Schülerin von Norbert „Bert“ M. Berger (*12.09.45 in Völklingen, † 14.07.12 in Düsseldorf) entdeckt, der Anfang der 60er eine Sängerin für seine Band Blue Birds suchte. Mit ihr trat die Band als Jutta & das Quintett Royal auf. Seit 1969 waren die beiden unter dem Namen Cindy & Bert unterwegs. Das Paar heiratete am 20. Mai 1967 und hat einen Sohn, Sascha, der unter dem Namen Berger als Musiker bekannt wurde.

1969 erschien die erste Single (Saturday Morning), ein beachtlicher Anfangs-Erfolg. Weitere Titel aus dieser Zeit waren u.a. „Cäsar und Cleopatra“(1. Auftritt in der ZDF-Hitparade – 52 x waren sie insgesamt dort vertreten), „Ich hab’ Heimweh“ und „Der Hund von Baskerville“, der eine Coverversion von Black Sabbaths Paranoid ist. Das 1. Album war ‘Jeder braucht Jeden’. Cindy gab 1971 ihren Beruf als Versicherungskauffrau auf, um nur noch zu singen.

Zum Eurovision Song Contest bewarben sich Cindy & Bert erstmals 1972 mit ‘Geh die Straße’ und scheiterten knapp. Auch 1973 versuchten sie es wieder vergeblich, obwohl sie zeitgleich den größten Erfolg mit ‘Immer wieder sonntags’ hatten.
1974 klappte es dann und sie vertraten Deutschland 1974 in Brighton. Mit ihrem Titel „Sommermelodie“ wurden sie Letzte, während ABBA mit „Waterloo“ eine Weltkarriere starteten. Das Duo avancierte zum erfolgreichsten Schlagerduo der 1970er Jahre. Bis Ende der 1980er Jahre nahmen sie noch gemeinsam Titel auf. 1988 wurde ihre Ehe geschieden.

Cindy versuchte sich 1988 und 1991 allein an deutschen Vorentscheiden zum Eurovision Song Contest und erreichte immerhin Platz 2 bzw. Platz 7. Zusammen mit Roger Whittaker nahm sie „Bleib heut bei mir“ auf. 1992 erschien ihr erstes Solo-Album „Herz unter Strom“ , 2007 bzw. 2008 die Soloalben „Zeitlos“ und ‘Von Zeit zu Zeit’.

Seit Mitte der 90er traten Cindy & Bert wieder gemeinsam auf. 2006 lebten beide gemeinsam für eine Woche im Big-Brother-Dorf, was täglich auf RTL II ausgestrahlt wurde. 2011 nahmen Cindy & Bert an dem TV-Format Cover my Song, VOX teil. Während der Rapper Favorite ihren Hit ‘Immer wieder sonntags’ rappte, arbeitete das Schlagerduo seinen Rap „Ich vermiss euch“ um.
2012 verstarb Bert Berger an den Folgen einer Lungenentzündung. 2013 veröffentlichte Cindy Berger das Album ‘Mindestens haltbar bis …’ – ausschließlich mit Titeln, die ihr Sohn Sascha geschrieben hat.

Interview: Jasper Rothfels, dpa. Fotos: RTL/Stefan Gregrowius, Sonymusic