Dienstag, 25. März 2014, 12:15 Uhr

Schlager polarisiert: Die Nation ist gespalten

Schlager spaltet die Nation. Knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland (45 Prozent) können mit der Musik von Stars wie Helene Fischer, Andrea Berg, Udo Jürgens oder Wolfgang Petry nichts anfangen, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab.

55 Prozent (51 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen) gaben dagegen an, deutschen Schlager zu mögen. Gleichzeitig ergab die Studie, dass die Hälfte der Befragten gar kein – oder nur in Ausnahmefällen – Geld für Musik ausgibt.

Besonders beliebt ist Schlager bei den über 55-Jährigen (77 Prozent). Bei den 18- bis 24-Jährigen finden nur 29 Prozent Gefallen daran. 65 Prozent der Befragten mit einem Haupt- oder Volkshochschulabschluss gaben an, Schlager zu mögen. Unter den Befragten mit Abitur waren es 46 Prozent.

Eindeutiger ist das Bild, wenn es generell um deutsche Musik geht – von Rock über Pop bis Schlager oder Hip-Hop. Laut Umfrage hören 76 Prozent gerne deutschsprachige Musik. In Ostdeutschland (84 Prozent) sind deutsche Texte dabei noch gefragter als im Westen (74 Prozent).

Der Blick in die Charts zeigt, dass deutsche Musik boomt. So landete Helene Fischer, die an diesem Donnerstag mit drei Nominierungen ins Rennen um die Echos geht, mit ihrem Album ‘Farbenspiel’ bereits achtmal auf Platz eins.

In dieser Woche wird sie abgelöst von dem deutschsprachigen Rapper Farid Bang (‘Killa’). Deutscher Hip-Hop ist neben deutschem Schlager zurzeit das zweite Erfolgsrezept: Ob Sido, Prinz Pi, Marteria oder Bushido – zahlreiche deutschsprachige Hip-Hop-Künstler standen in den letzten Monaten mit ihren Alben an der Spitze der Charts.

Auch was den Musikkonsum der Deutschen betrifft, hat YouGov bei der Online-Umfrage interessante Ergebnisse erhoben: Laut Studie investieren 50 Prozent gar kein Geld in Musik, 31 Prozent geben dafür maximal zehn Euro im Monat aus. Auf ähnliche Ergebnisse kommt auch der Bundesverband Musikindustrie. Wer Geld in CDs, Downloads oder ähnliches steckt, investiert nach Angaben des BVMI im Schnitt 56 Euro im Jahr.

Foto: WENN.com