Sonntag, 06. April 2014, 19:14 Uhr

"Wetten, dass...?" am Ende: Thomas Gottschalk trauert lieber "still"

Thomas Gottschalk (63), in 151 Ausgaben die zentrale Figur der ZDF-Show‘Wetten, dass..?’, wird nach eigenen Worten “mit Anfragen zum Ende von ‘Wetten, dass..?’ überschüttet”. “Aus verständlichen Gründen”, wie er am Sonntag in einer E-Mail an die Nachrichten-Agentur dpa schrieb.

“Weder Häme noch Besserwisserei sind jetzt gefragt. Natürlich habe ich eine ganz besondere Verbindung zu ‘Wetten, dass..?’ und kann eine leichte Wehmut nicht leugnen, finde aber im Moment keine rechten Worte, diese zitatfähig zu formulieren. Ich trauere, wie man so schön sagt, still. Und das will bei mir was heißen.”

Sonst habe er zu diesem Thema weder getwittert noch sich sonst irgendwo geäußert. Dem Nachrichtenportal ‘Spiegel Online’ hatte er in einem Telefonat am späten Samstagabend gesagt: “Dann hätte ich das Ding auch gleich selbst an die Wand fahren können.” Der zitierte Satz sei dem “spontanen Schock geschuldet”, schrieb er am Sonntag.

“Dabei möchte ich es nun aber belassen und mich zumindest in der ersten Erregung nicht weiter äußern”, so Gottschalk.

Mehr zum Thema “Wetten, dass…?”: Die Couch trug schon komplett schwarz – Elstner fassungslos

Im Kommentar des ‘Westfalen-Blattes’ heißt es dazu: “Dass Thomas Gottschalk wiederum lospolterte, dann hätte er die Show ja auch gleich selber an die Wand fahren können, ist ein weiterer Beweis für seinen Mangel an Selbstkritik. Schließlich hatte er, als er Ende 2011 ausstieg, bereits die Richtung auf diese Wand vorgegeben. Dass das Publikum von Gottschalks Performance nicht mehr überzeugt war, lässt sich auch daran ablesen, dass ‘Thommy Allmächtig’, wie er sich noch immer fühlen mag, seitdem auch mit allen Neuversuchen schnell wieder vom Bildschirm verschwand. Markus Lanz hat sich mit vollem Risiko ins Wagnis gestürzt, das sinkende Show-Boot noch ans Ufer und dann vielleicht, frisch aufgetaktelt, wieder auf See zu bekommen. Es ist ihm nicht gelungen, er hat Spott und Häme geerntet, aber er hat es mit aller Kraft, auf seine Art, versucht.”

Die ‘Allgemeine Zeitung’ schlußfolgert: “Es gibt allerdings noch eine weitere unübersehbare Entwicklung, die die öffentlich-rechtlichen Sender nicht erst seit gestern mit voller Härte trifft. Die Zeiten, in denen sich Jung und Alt zur immer gleichen Zeit um ein elektronisches Lagerfeuer versammelten, sind vorbei. Allenfalls dem Fußball gelingt es noch, solche Anlässe zu liefern. Speziell Jüngeren muss man heute das Konzept einer festen Sendezeit ernsthaft erklären.”

‘Wetten, dass…?’ wurde von 1981-1987 von Frank Elstner moderiert, danach folgte von 1987 bis 1992 Thomas Gottschalk, anschließend bis 1993 moderierte Wolfgang Lippert neun Folgen, ab 1993 bis 2011 wieder Gottschalk (mit insgesamt 151 Sendungen) und ab 2012 moderierte Markus Lanz bisher 13 Sendungen. (dpa/KT)

Fotos: WENN.com, ZDF/Svea Pietschmann