Dienstag, 15. April 2014, 20:29 Uhr

Ein Schrein für die Queen: Diese Australierin hat alle Tassen im Schrank

Mehr als 10.000 Fanartikel der britischen Königsfamilie hat die Australierin Jan Hugo gesammelt.

Die kennt Queen Elizabeth II. nur aus dem Fernsehen. Noch nie hat sie die britische Monarchin oder ein anderes Mitglied der Königsfamilie mit ihren eigenen Augen gesehen. Und doch sind die Windsors ihre große Obsession.

Regelmäßig genießt sie ihren “Morning Tea” mit der Queen – zumindest mit einer beinahe lebensgroßen Plastikfigur der Monarchin. Seit vielen Jahren sammelt Hugo auch alles, was mit den Royals zu tun hat. Mehr als 10 000 Sammelteller, Teekannen und ähnliche Devotionalien drängen sich in sorgfältig abgestaubten Vitrinen in ihrem Haus im australischen Bundesstaat New South Wales.

Ihre Sammelleidenschaft begann etwa 1981, als sich Thronfolger Prinz Charles mit Lady Di verlobte, erzählt Hugo. “Ich habe einen Film zum Entwickeln gebracht und bekam ein Hochzeitsgläser-Set geschenkt. Damit ging es los. Ich würde es als eine zufällig entstandene Sammlung bezeichnen.”

Vor dem Australien-Besuch von Prinz William (31), seiner Frau Kate (32) und Baby George nehmen ganze Busladungen die 150 Kilometer lange Reise von Sydney nach Nulkaba im Hunter Valley auf sich, um die Sammlung zu begutachten. Geschirrtücher mit dem Bild der Queen seien kein Kitsch, betonen Fans der königlichen Familie, Jan Hugos Museum ist für sie eine Schatzkammer. Prinzessin Diana kommt in diesem Windsor-Schrein ganz besondere Bedeutung zu. Die Mutter von Prinz William, Herzog von Cambridge und Nummer zwei der Thronfolge, hat ihren festen Platz in den Herzen der Royal-Fans.

Hugo erwartet, dass Herzogin Kate bald Dianas Rolle als “Prinzessin der Herzen” übernehmen könnte: “Ich glaube, Wills und Katherine werden sehr modern sein, und die Menschen werden auch ihnen folgen”, sagt sie. “Er ist seiner Mutter sehr ähnlich. Er ist ein guter Junge. Seine Mutter wäre stolz auf ihn.”

William habe sehr viel daraus gelernt, wie es seinen Eltern ergangen sei, meint sie. “Diana hat für das Königshaus vieles verändert”. Und dank William und seinem Bruder Harry interessierten sich wieder viele junge Menschen für die Monarchie.

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Hugo sieht sich eher als Sammlerin denn als Monarchistin. Sie fand bei keinem der bislang 16 Australien-Besuche der Queen die Zeit, selbst mal einen Blick zu erhaschen. Auch William und Kate wird sie eher im Fernsehen betrachten, als sich selbst an den Straßenrand zu stellen. “Es ist mir nicht wirklich wichtig”, sagt sie. Ihr Mann Dave hätte sogar gern einen Australier als Staatsoberhaupt. “Ich fände es sinnvoll, eine Republik zu werden”, sagt er. “Wenn man ein reifes Land ist, dann sollte man auch seine eigene Flagge oder so haben.”

Noch 1999 entschied sich Australien in einem Referendum nur knapp für den Verbleib der Queen als Staatsoberhaupt. Seitdem erfreut sich die Monarchie wieder zunehmender Beliebtheit. Die Australier sind von William, Kate und vor allem dem kleinen Prinzen George, fasziniert. Das freut Philip Benwell, Chef des australischen Monarchisten-Verbandes. “Die junge Generation will keine Republik”, ist er überzeugt. Dafür werde es wohl noch lange keine Mehrheit geben.

Sogar früher noch verhasste Mitglieder der Royals haben ihre Fans in Australien. Camilla, die Herzogin von Cornwall, ist der heimliche Hit im Museum von Jan Hugo. “Viele mögen sie”, sagt Hugo über die zweite Frau von Prinz Charles. “Was für eine tolle Love-Story. Er hat sich in sie verliebt, als er etwas über 20 war, und jetzt ist er in seinen 60ern und sie sind verheiratet.”

Dass die Queen (87) für Prinz Charles abdankt, hält Hugo für kaum wahrscheinlich. Er werde wohl über 70 sein, wenn er den Thron besteige. “Unsere alte Queen wird es wohl noch ein paar Jährchen machen. Ihre Mutter wurde über 100. Prinz Charles wird es gehen wie König Edward VII. – der war auch nur zehn Jahre lang König.” (Sid Astbury, dpa)

Foto: Sid Astbury