Samstag, 19. April 2014, 16:48 Uhr

Fuchsberger: "Ein Bestattungsinstitut hat mir zum Geburtstag gratuliert"

Joachim “Blacky” Fuchsberger hat mit 87 Jahren keine Lust mehr zu meckern.

Der aus den uralten Edgar-Wallace-Verfilmungen oder ‘Das fliegende Klassenzimmer’ bekannte Schauspieler möchte das Leben im hohen Alter lieber mit Humor ertragen.

“Die ewige Schimpferei auf alles, was einem nicht passt, bringt ja nichts”, sagte Fuchsberger, der am 21. April sein neues Buch “Zielgerade” veröffentlicht, der ‘Neuen Osnabrücker Zeitung’. “Man verliert nicht die Kritik an Dingen, die einem nicht gefallen. Aber man verliert die Lust am Meckern.” Als einzig ordnende Hand akzeptiert er nur seine Frau Gundel. “Sie ist die Obrigkeit, die ich anerkenne. Meine Regierung ist sensationell.” Sie sehe alles, höre alles, manchmal auch ein wenig zu seinem Leidwesen. Mit ihr feiert er im Dezember 2014 die diamantene Hochzeit.

Mehr zum Thema: Joachim Fuchsberger lässt sich von Sido das Rappen beibringen

Sein spezielles Beispiel für Humor im Alltag ist unterdessen das hier: “Einer der nettesten Glückwünsche zu meinem 87. Geburtstag war der Brief eines mir unbekannten Bestattungsinstituts. Die haben mir zum Geburtstag gratuliert.” Ein Brief mit dem Schlusssatz “Wir kommen gerne auf Sie zurück”?. Fuchsberger: “Das haben sie pietätvoll vermieden.”

Nach seinem Schlaganfall habe er das vergangene Jahr größtenteils in Krankenhäusern verbracht, wo auch das Thema Pflegenotstand nicht an ihm vorbeigegangen sei. Fuchsberger: “Ich habe gesehen, in welcher Not die Krankenhäuser sind – wie sie verzweifelt kämpfen, weil zu wenig Personal da ist, das sich um die Patienten kümmert. Eine Schwester musste zum Beispiel drei Etagen bedienen. Was ist denn das für ein Zustand? Wenn man dann auf der anderen Seite sieht, wie unsere Politiker für andere Dinge das Geld raushauen – das ist schwer erträglich. Was meine persönlichen Erfahrungen in Krankenhäusern betrifft – tja, ich geniere mich regelrecht, das zu sagen: Ich habe natürlich immer den Bonus gehabt, dass die Menschen mich kannten – und ich sicherlich vieles nicht erfahren musste, was andere erfahren müssen.”

Foto: WENN.com