Sonntag, 20. April 2014, 20:24 Uhr

Alles über das neuste Remake von "Die Schöne und das Biest"

Es ist die Rückkehr einer Legende: ‘Die Schöne und das Biest’.

Christophe Gans („Pakt der Wölfe“, „Silent Hill“) hat die berühmte Liebesgeschichte in atemberaubenden Bildern, mit faszinierenden Special Effects und in aeiner überzeugenden Starbesetzung verfilmt.

In der modernen Adaption einer der schönsten Liebesgeschichten der Welt spielt der französische Kinostar Léa Seydoux („Blau ist eine warme Farbe“, „Mission: Impossible – Phantom Protokoll“) die Rolle der Belle, die sich wider Erwarten unsterblich in das Biest, verkörpert von Vincent Cassel („Ocean’s 13“, „Black Swan“), verliebt.

Das neue Werk von Christophe Gans ist eine französisch-deutsche Co-Produktion und wurde mit Unterstützung des Studio Babelsberg sowie des Deutschen Filmförderfonds (DFFF), des Medienboard Berlin-Brandenburg und der Filmförderungsanstalt (FFA) sehr bildgewaltig in den Studios in Potsdam verfilmt. Deutscher Kinostart ist am 1. Mai 2014.

Yvonne Catterfeld spielt in dem Film die Prinzessin. Dazu verriet die 34-Jährige: “Ich war eingeladen zum Casting, das zunächst von der Casterin aufgezeichnet und anschließend dem Regisseur gezeigt wurde. Daraufhin wurde ich glücklicherweise noch einmal eingeladen, um das Casting mit dem Regisseur zu machen. Ich lernte dabei also Christophe kennen und spielte ihm die Sterbeszene ein paar Mal in mehreren Variationen vor. “

Sie wisse noch wie glücklich sie gewesen war, als die Zusage kam. “Erst dann wurde mir bewusst, dass mein Partner Vincent Cassel sein würde. Beim Casting hatte ich das ausgeblendet und mich auf meine Figur konzentriert. Vor allem freute ich mich riesig, ausgerechnet bei einem meiner Lieblingsmärchen dabei zu sein und dazu noch in einer solch aufwendigen und zugleich französischen Produktion. So etwas ist immer aufregend und natürlich macht man sich während der Vorbereitungszeit viele Gedanken.”

Regisseur Christophe Gans sagte zur Besetzung des Films: “Als ich mit Sandra Vo-Ah das Drehbuch schrieb, konnten wir uns niemand anderen als Vincent Cassel und Léa Seydoux für die Hauptrollen vorstellen. Sie waren unsere erste und einzige Wahl. Gott sei Dank haben sie Ja gesagt. Für uns war klar, dass Vincent Cassel der einzige Schauspieler in Frankreich ist, der beides spielen kann: einen dekadenten Prinzen und eine Bestie. Man weiß genau, dass es Vincent ist, obwohl er drei Viertel des Films hinter einer Maske versteckt ist. Man erkennt seine Art des Sprechens, seine blauen Augen, seine Stimmungsschwankungen.”

Léa Seydoux wirke in ihrer ganzen Art sehr modern, so Gans, “dennoch ist sie zeitlos und klassisch, natürlich und mondän. In unserer Version des Märchens ist Belle die Hauptfigur, Cocteaus Film hingegen konzentriert sich mehr auf das Biest. Bei uns dreht sich die Geschichte um die junge Frau, die sehr an ihrem Vater hängt, die dann aber die Liebe in den Armen einer großartigen, herzzerreißenden Kreatur findet.”

Interessantes verriet der Regisseur auch über die Dreharbeiten: “Einerseits haben wir so gedreht, wie es in den 30er und 40er Jahren bei Filmen üblich war, die hauptsächlich in Ateliers aufgenommen wurden, in denen man alle Kulisse nachbaute. Andererseits erforderten all die Set-Erweiterungen digitale Effekte. Diese Dualität passt perfekt zu mir, weil ich zwar ein eingefleischter Cineast, aber trotzdem von der technischen Evolution im aktuellen Film fasziniert bin. Kino ist immer dann am besten, wenn es sich an seine Vergangenheit erinnert, zugleich aber nach vorn in die Zukunft blickt. Deshalb war der Dreh in Babelsberg eine sehr bewegende Erfahrung für mich. Genau dort wurden Meisterwerke des deutschen Films gedreht: ‘Metropolis’, ‘Die Nibelungen’ und ‘Der blaue Engel’. Manchmal bin ich abends allein am Set herum spaziert und dachte an Fritz Lang, der am gleichen Ort gearbeitet hat. Wenn mir das jemand erzählt hätte…”

Über die Verwandlung von Hauptdarsteller Vincent Cassel in das Biest verriet er: “Vincent wurde einem ziemlich ungewöhnlichen Verfahren unterzogen. Es dauerte einige Zeit, bis er sich daran gewöhnt hatte, und er war nicht immer sehr glücklich dabei. Seine Darbietung wurde in zwei Phasen gefilmt. Am Set trug er das Kostüm und spielte ganz normal an der Seite von Léa. Später musste er eine Art Gesichts-Synchronisation über sich ergehen lassen, die einen Monat nach Drehende in Montreal aufgenommen wurde.”

Cassel musste alles noch einmal spielen, aber ohne sich zu bewegen und vor mehreren Kameras. “Genau wie Brad Pitt es für David Finchers Film ‘Der seltsame Fall des Benjamin Button’ gemacht hat. Diese Aufnahmen wurden dann auf die Maske projiziert, die Patrick Tatopoulos entworfen und Steve Wang gestaltet hat.”

Gans betonte, dass die Maske keine digitale Kreation war. “Sie wurde wirklich hergestellt, in Handarbeit von Menschen, die Hunderte von Stunden brauchten, um jedes Haar einzeln zu befestigen. Die Maske wurde dann in sehr hoher Auflösung gescannt, und der Scan wurde auf Vincents Aufnahmen appliziert. Die Prothese wurde deshalb digital hinzugefügt, damit der Schauspieler nicht um drei Uhr morgens aufstehen musste, um anschließend mit Klebstoff eingeschmiert zu werden. Am Set trug Vincent eine Art Hockeyhelm mit Markierungen drauf, nur sein Gesicht von den Augenbrauen bis zum Kinn lag frei.”

“Ansonsten trug er nur die Biest-Mähne. Durch den Überstand des Helms wussten wir stets genau, wo sich die Lippen des Biests befanden, nämlich drei, vier Zentimeter weiter außen als Vincents echter Mund. Das war sehr wichtig, zum Beispiel für die Szenen, in denen er und Belle sich küssen. Außerdem war so alles sehr umkompliziert: Vincent kam ans Set, zog seinen Latex-Anzug an, sein Kostüm, seinen Helm und war fertig. Durch diese digitale Lösung sparten wir sehr viel Zeit. Der Film wurde in 57 Tagen gedreht, das ist ausgesprochen schnell.”

Fotos: Studio Babelsberg AG/Michael Lüder, Concorde