Sonntag, 20. April 2014, 10:52 Uhr

Ein perfekter Start für die neue Tagesschau

Gelungenes Lifting für Deutschlands älteste TV-Nachrichtensendung: Die ‘Tagesschau’ ist am Samstagabend in Hamburg erstmals aus ihrem neuen Fernseh-Studio ausgestrahlt worden.

9,28 Millionen Zuschauer sahen am Samstag vor Ostern die 20-Uhr die erste neue Sendung, der Marktanteil lag bei 38,9 Prozent (Ausstrahlung im Ersten, den meisten Dritten Programmen, 3sat und Phoenix).

Bei der Premiere um 20.00 Uhr moderierte Chefsprecher Jan Hofer eine reibungslose Sendung. Zu den optischen Änderungen zählen breitflächige Fotos, die hinter den Sprechern in Vollbild-Größe zu sehen sind. Neu arrangiert wurde zudem die Eröffnungsmusik, neu aufgesagt die Begrüßungsstimme – von der deutschen Synchronsprecherin des US-Filmstars Angelina Jolie, Claudia Urbschat-Mingues.

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Im Mittelpunkt des rund 24 Millionen Euro teuren und mit modernster Technik ausgestatteten Studios steht eine etwa 18 Meter lange halbrund geformte Medienwand. Auf ihr sollen die ARD-Moderatoren in Zukunft auch Nachrichten anhand von Videos, Panoramabilder und Infografiken besser zeigen können. Die Komplexität der Medienwand – die von sieben Projektoren bespielt wird – ist jedoch auch der Grund, weshalb sich der geplante Start verzögerte: Ein erster Testlauf scheiterte 2012 an Problemen mit der Software.

Nach der Sendung zeigte sich ‘Tagesschau’-Sprecher Jan Hofer erleichtert über den “perfekten” Start. Doch selbst der erfahrene Chefsprecher war vom Lampenfieber nicht ganz frei: “Ich war aufgeregter als gedacht. Normalerweise gehe ich ins Studio wie ins Wohnzimmer, aber diesmal hatte ich zehn Sekunden vor der Sendung ein wenig Magengrummeln.”

Die ersten Reaktionen der Zuschauer fielen im Netz insgesamt gut aus. “Edle Schrift, gute Übergänge, auf die neuen interaktiven Möglichkeiten bin ich gespannt”, schrieb einer. “Zeitgemäß, unverspielt und frisch” oder “Sehr schick. Angenehm schlicht” – so einige über den Kurzmitteilungsdienst Twitter verbreitete Meinungen. Andere dagegen kritisierten die hohen Kosten, die “wuchtigen” und “klobigen” Bilder – oder: es “knallt das Design”.

Die Premiere legte die ARD auf Samstag, um beim Fernsehpublikum direkt nach der Fußball-Bundesliga “maximale Wirkung” zu erzielen, sagte der Erste Chefredakteur von ARD-Aktuell, Kai Gniffke. Falls doch einmal etwas schief ginge, sei ein umfangreiches Havariekonzept entwickelt worden, um bei Pannen schnell mit Ersatzmaßnahmen reagieren zu können, versicherte er.

Ab jetzt kommen alle Sendungen von ARD-aktuell aus dem neuen Studio, also neben der Tagesschau auch Tagesthemen und Nachtmagazin. Ab Ostersonntag, 12.00 Uhr, sendet auch der Digitalkanal tagesschau24 von dort Nachrichten im Viertelstundentakt. Das neue Studio hat 320 Quadratmetern Grundfläche und befindet sich im Gebäude der ARD-Nachrichtenzentrale beim NDR in Hamburg. Ein Neubau war nicht erforderlich. Im Zusammenhang mit der technischen Runderneuerung wurde auch der Umstieg auf eine Produktion in HD-Qualität vollzogen. (dp/KT)

Fotos: NDR/Thorsten Jander