Donnerstag, 24. April 2014, 20:04 Uhr

The DeSoto Caucus: Dänische Wüstensöhne mit neuem Album

Als “skandinavische Wüstensöhne” bezeichnet das deutsche Label Glitterhouse stolz seine Band The DeSoto Caucus. Es reichen schon einige wenige Sekunden des Songs ‘Nail In The Wall’, um die Treffsicherheit dieser Beschreibung nachzuvollziehen.

Knochentrocken klingen (Slide-)Gitarre, Bass und Drums, dazu singt Anders Pedersen in cooler Bariton-Tonlage mit authentischen Ami-Tonfall. Frühe Calexico und heutige Giant Sand sind da nicht weit entfernt. Und das kommt nicht von ungefähr. Denn The DeSoto Caucus bilden seit längerem quasi das europäische Standbein von Giant-Sand-Mastermind Howe Gelb, das Quintett aus Dänemark unterlegt seine Song-Ideen mit den adäquaten Americana- und Indie-Folk-Sounds.

Das klang schon auf dem Debüt ‘Offramp Rodeo’ vor gut einem Jahr ziemlich klasse. Auf dem zweiten, nun selbstbetitelten Album haben die fünf nordeuropäischen Desert-Rocker ihre Handschrift noch einmal verfeinert.

In ‘Wasteland’ schalten The DeSoto Caucus aus dem gewohnten mittleren Tempo noch einmal zurück und beweisen, dass sie auch die gepflegte Alternative-Country-Ballade beherrschen. Überhaupt beeindruckt wieder einmal die hohe handwerkliche Qualität, mit der diese Truppe aus Aarhus Bilder von sonnendurchglühten Landschaften, staubigen Städten und schier endlosen Wüsten-Highways erzeugen. So gelingt The DeSoto Caucus zwar kein wirklich eigener Stil jenseits der US-Vorbilder, aber auf jeden Fall eine sehr hörenswerte Ergänzung. (dpa)

Foto: Glitterhouse