Montag, 28. April 2014, 20:17 Uhr

Oktoberfest: Wirt des Promi-Zeltes "Hippodrom" bekommt keine Zulassung

Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten wechselt auf dem Münchner Oktoberfest in diesem Jahr ein Bierzelt-Betreiber. Der Wirt des Promi-Zeltes ‘Hippodrom’, Sepp Krätz, bekommt nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung keine Zulassung mehr.

Damit verschwindet sein ‘Hippodrom’, dessen Name auf die traditionellen Pferderennen der gut 200 Jahre alten Wiesn zurückgeht. An seiner Stelle am Haupteingang des größten Volksfestes der Welt soll künftig das neue Zelt «Marstall» stehen, wie das Wirtschaftsreferat der Stadt München am Montag mitteilte.

Krätz’ Nachfolge sollen die Wirtsleute Siegfried und Sabine Able antreten, die sich mit dem ‘Marstall’-Konzept beworben hatten. Mit ihnen solle der Überlassungsvertrag für den bisherigen Platz des ‘Hippodroms’ geschlossen werden. Wie alle Wirte müssen aber auch sie sich dann jedes Jahr neu bewerben.

Den letzten Wechsel bei den insgesamt 14 großen Wiesn-Bierzelten gab es 1995 – damals hatte Krätz das ‘Hippodrom’ übernommen. Auch seine Vorgänger stolperten bereits über Steuerhinterziehung.

Krätz hatte gut 1,1 Millionen Euro am Finanzamt vorbeigeschleust. Das Landgericht verurteilte ihn zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten sowie einer Geldstrafe von 570 000 Euro. Er hat deshalb schon seine Konzession für die Münchner Traditionsgaststätte ‘Andechser am Dom’ verloren.

Sein Wiesn-Nachfolger Able betreibt in München den See-Biergarten Lerchenau und im Winter den ‘Eiszauber’ am Stachus. Schon bisher hatte er mit der ‘Kalbskuchl’ ein kleines Wiesnzelt. Zum diesjährigen Oktoberfest werden vom 20. September bis zum 5. Oktober wieder rund sechs Millionen Gäste aus aller Welt erwartet. (dpa)